The Last of Us-Regisseur nennt AAA-Spiele langweilig und entschuldigt sich bei God of War Laufey
Bruce Straley bereut, Santa Monica als Beispiel genannt zu haben. Seine eigentliche Kritik an der AAA-Branche nimmt er aber nicht zurück.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Bruce Straley hat mit seiner Kritik an modernen AAA-Spielen eine ziemlich heftige Diskussion ausgelöst. Der frühere Naughty Dog-Game-Director bezeichnete die Erfahrungen, die große Produktionen heute bieten, sinngemäß als langweilig und griff ausgerechnet das kommende God of War: Laufey als Beispiel heraus.
Jetzt entschuldigt sich Straley beim Team von Santa Monica Studio. Seine eigentliche Kritik nimmt er allerdings nicht zurück. Der Fehler sei für ihn gewesen, ein konkretes Spiel zu nennen und dessen Entwickler damit in eine negative Diskussion hineinzuziehen, die eigentlich die gesamte AAA-Branche betreffen sollte.
Straley äußerte seine ursprüngliche Kritik in einem Interview mit dem Magazin Edge (via GamesRadar). Gegenüber dem Magazin lobte er ausdrücklich die technische Qualität des kommenden God of War-Spin-Offs. Jeder einzelne Bildpunkt sehe beeindruckend aus und er wisse aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit in solchen Spielen stecke. Beim eigentlichen Gameplay fehle ihm allerdings die Begeisterung.
Bruce Straley: God of War Laufey hätte kein Beispiel sein sollen
Nachdem die Aussagen im Netz die Runde machten, meldete sich Straley erneut zu Wort. Er entschuldigte sich beim Laufey-Team dafür, die Entwickler ungefragt in diese negative Aufmerksamkeit gezogen zu haben. Eigentlich habe er ein grundsätzliches Problem der Branche erklären wollen. Die Nennung von God of War: Laufey sei dabei ein Fehler gewesen und werde nun teilweise ohne den ursprünglichen Kontext weiterverbreitet.
Die Kritik selbst bleibt allerdings bestehen. Straley fürchtet, dass Spieler langsam davon müde werden, seit rund 20 Jahren immer wieder ähnliche Handlungen und Spielmechaniken auszuführen. Videospiele seien schließlich ein interaktives Medium. Spieler würden Dinge selbst tun und nicht wie bei einem Film lediglich zuschauen.
Wie PC Gamer berichtet, richtet Straley seine Kritik deshalb vor allem an die Führungsetagen großer Spieleunternehmen. Fehlende Innovation sei seiner Ansicht nach weniger die Schuld einzelner Entwicklerteams als eine Folge von Entscheidungen jener Personen, die Budgets und strategische Richtung bestimmen.
Das Problem ist für ihn die Jagd nach dem nächsten Fortnite
Besonders kritisch sieht Straley den Versuch großer Publisher, immer wieder den nächsten riesigen Live-Service-Erfolg zu erzwingen. Die Suche nach einem neuen Fortnite, Overwatch oder Roblox sei seiner Ansicht nach keine sinnvolle Strategie. Vielmehr zeige sie, dass manche Verantwortliche die eigene Marke und deren Stärken nicht ausreichend verstehen würden.
Als Gegenbeispiele nennt er Spiele wie Half-Life 2, Gears of War, BioShock, Uncharted 2 und The Last of Us. Diese Titel hätten ihrer Meinung nach nicht einfach vorhandene Erfolgsformeln kopiert, sondern versucht, innerhalb des AAA-Segments neue Erfahrungen zu schaffen.

Half-Life 2 macht damals in puncto Shooter-Genre vieles anders. Das findet nicht nur Bruce Straley so. Auch ich warte sehnsüchtig auf einen neuen „Messias“ im Shooter-Universum. – Bild: Valve
Straley kennt die AAA-Maschinerie selbst sehr gut
Seine Aussagen bekommen zusätzlich Gewicht, weil Straley genau jene Art von Spielen selbst entwickelt hat, die er heute kritisiert. Bei Naughty Dog arbeitete er unter anderem als Game Director an The Last of Us und Uncharted 4. 2017 verließ er das Studio. Heute arbeitet Straley mit seinem eigenen Studio Wildflower Interactive an Coven of the Chicken Foot, einem deutlich kleineren Projekt, das sich bewusst von klassischen AAA-Strukturen lösen soll.
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Seine Entschuldigung verändert deshalb die eigentliche Diskussion kaum. Straley sagt nicht plötzlich, dass moderne AAA-Spiele innovativ genug seien oder dass seine Kritik falsch war. Er räumt lediglich ein, dass God of War: Laufey das falsche konkrete Ziel für eine wesentlich größere Branchendebatte war.
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