Bodycam angespielt: Dieser 33-Euro-Shooter ist fast zu realistisch
2023 hat mich "Unrecord" mit seiner Grafik überrascht. "Bodycam" zeigt jetzt, wie verstörend realistisch ein spielbarer Multiplayer-Shooter aussehen kann.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Als ich 2023 über Unrecord schrieb, dachte ich, realistischer könne ein Shooter kaum aussehen. Bodycam ist nicht dieses Spiel und stammt auch nicht vom selben Entwickler. Aber nach zwei Stunden fühlt es sich an wie die spielbare Multiplayer-Antwort auf genau diese damalige Frage
Ich dachte mir schon damals: Wenn Shooter irgendwann wirklich so aussehen, wird die Grenze zwischen Spiel und Realität verdammt dünn. Jetzt habe ich zwei Stunden mit Bodycam verbracht. Anderer Entwickler, anderes Spiel. Aber sehr ähnlich. Nach rund 56 GB Download und einem Preis von aktuell etwas mehr als 33 Euro habe ich ehrlich gesagt nicht besonders viel erwartet. Vielleicht einen technisch beeindruckenden Shooter, der fünf Minuten lang für einen Wow-Effekt sorgt und danach spielerisch wenig zu bieten hat.
Ich lag ziemlich daneben.
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Bodycam haut mich grafisch um. Teilweise ist das Spiel schon fast unangenehm realistisch. Nicht unbedingt deshalb, weil jede Textur perfekt wäre, sondern weil Bild, Bewegung, Kamera, Waffen, Licht und Sound gemeinsam etwas erzeugen, das sich komplett anders anfühlt als ein gewöhnlicher Ego-Shooter.
- Das erwartet dich:
- Die Bodycam ist hier nicht nur ein Grafikfilter
- Call of Duty im Hardcore-Modus? Bodycam kennt praktisch nichts anderes
- Loadout extrem: Die Waffen lassen sich massiv umbauen
- Die Drohnen sind mehr als eine nette Spielerei
- Das Matchmaking funktioniert überraschend problemlos
- Dann spawnt plötzlich ein Gegner direkt neben dir
- Bodycam bleibt noch mehrere Jahre im Early Access
- Fast 39.000 Spieler gleichzeitig
- Und dann wartet auch noch ein Zombie-Modus
- 33 Euro, die ich nach zwei Stunden nicht bereue
Die Bodycam ist hier nicht nur ein Grafikfilter
Der Name ist Programm. Du blickst tatsächlich aus der Perspektive einer am Körper befestigten Kamera auf das Geschehen. Das bedeutet auch, dass sich das Bild nicht so sauber und vorhersehbar bewegt wie in Battlefield oder Call of Duty. Die Kamera wackelt, kippt und verrutscht sogar gelegentlich. Dann muss sie wieder gerichtet werden.
Das klingt nach einem kleinen Detail. Im Spiel trägt es aber enorm zur Wirkung bei. Zusammen mit den leicht verzerrten Bewegungen, der Beleuchtung und dem Kamerabild entsteht in manchen Situationen der Eindruck, man würde sich keine Spielszenen, sondern Bodycam-Aufnahmen ansehen. Reissad Studio hat genau dieses System mit dem großen Update v0.8 noch einmal überarbeitet. Die Entwickler haben unter anderem Animationen, Kamerabewegung und Waffenhandling neu aufgebaut. Selbst Nachladen ist nicht einfach eine Animation, die jedes Mal identisch abgespielt wird. Bodycam unterscheidet zwischen ruhigen und stressigen Situationen und verwendet unterschiedliche Bewegungsabläufe.
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Keine bunten Skins für die Gegner. Hier muss man wirklich aufpassen was am Monitor passiert. – Bild: Reissad Studio
Call of Duty im Hardcore-Modus? Bodycam kennt praktisch nichts anderes
Wer Battlefield oder Call of Duty spielt, kennt deren Hardcore-Modi. Weniger Anzeigen, weniger Hilfen und deutlich weniger Informationen auf dem Bildschirm. Bodycam fühlt sich an, als hätte jemand genau daraus ein komplettes Spiel gebaut. Kein klassisches HUD. Kein Fadenkreuz. Kein gemütlicher Munitionszähler, den man während des Gefechts ständig kontrollieren kann. Du musst schauen, hören und reagieren. Du bist im Dauerstress. Und in Unsicherheit. Quälender Unsicherheit.
Interessanterweise werden im Team Deathmatch verbündete Spieler eingeblendet. Sogar die Entfernung zu ihnen. Warum ausgerechnet hier plötzlich vergleichsweise viele Informationen eingeblendet werden, erschließt sich mir nach meinen ersten zwei Stunden noch nicht vollständig. Es verhindert zumindest, dass jeder zweite Feuerstoß beim eigenen Team landet.
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Das wenige „HUD“ gibt es. Zumindest die eigenen Team-Mates werden angezeigt. Friendly Fire gibt es trotzdem. – Bild: Reissad Studio
Der Rest bleibt kompromisslos. Vor allem in dunkleren Bereichen oder engen Gebäuden hatte ich immer wieder Situationen, in denen ich nicht sofort wusste, ob sich vor mir tatsächlich ein Gegner bewegt oder mein Auge gerade von Licht und Schatten getäuscht wird. Habe ich schon das Gefühl von andauernder Unsicherheit besprochen?
Loadout extrem: Die Waffen lassen sich massiv umbauen
Bodycam ist dabei längst nicht mehr nur eine hübsche Technikdemo. Mit Locked & Loaded hat Reissad Studio ein umfangreiches Loadout-System eingebaut. Primärwaffe, Sekundärwaffe, Nahkampfwaffe, Sprengstoff und Gadgets können zusammengestellt werden. Für die Schusswaffen gibt es inzwischen Hunderte Anbauteile.
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Und diese Teile verändern nicht nur das Aussehen. Magazine, Visiere und andere Komponenten beeinflussen unter anderem Rückstoß, Geräuschentwicklung, Munitionskapazität und das Verhalten der jeweiligen Waffe.
Schon nach kurzer Zeit landet man deshalb in diesem typischen „Shooter-Loch“: Nur schnell das Visier wechseln. Vielleicht noch ein anderes Magazin. Dann doch noch einmal den Lauf umbauen. Und plötzlich steht man seit zehn Minuten am Loadout, statt herumzuballern.

Am Tablet wird herumgespielt, was an der Waffe verbessert wird. Die Punkte dafür sammelt man in den Runden beim Spielen. – Bild: Reissad Studio
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Die Drohnen sind mehr als eine nette Spielerei
Besonders überrascht haben mich die Drohnen. Auch hier hätte ein simples Gadget vollkommen ausgereicht. Stattdessen können FPV-Drohnen sehr umfangreich angepasst und gesteuert werden. Reissad Studio hat sogar unterschiedliche Flugmodi eingebaut. Neben einer stabilisierten Steuerung gibt es einen manuellen Acro-Modus. Einstellungen wie Rates, Gaskurve und Flugprofile können verändert werden. Dazu kommen RC-Fahrzeuge zur Aufklärung.
Das passt erstaunlich gut zu Bodycam. Statt eines simplen Killstreak-Gadgets fühlt sich die Drohne wie ein richtiges Werkzeug an, mit dem du Gegner aufklären oder angreifen kannst. Schon etwas beängstigend wie real das Ganze ist.

Die Drohnen in Bodycam sind kein nettes Beiwerk, sondern Mittel zum Zweck. – Bild: Reissad Studio
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Das Matchmaking funktioniert überraschend problemlos
Was bringt der realistischste Shooter, wenn man ewig auf eine Runde warten muss? Zumindest bei meinen bisherigen Sessions war das kein Thema. Das Matchmaking ging schnell und ich landete praktisch ohne größere Wartezeit in neuen Spielen. Teilweise helfen dabei allerdings auch Bots aus. Das hat mich in den ersten Stunden weniger gestört als erwartet. Lieber startet eine Partie schnell, als dass ich minutenlang auf die letzten Mitspieler warten muss.
Zur Auswahl stehen inzwischen unter anderem Team Deathmatch, Deathmatch, Hardpoint, Gun Game, Wingman und Body Bomb. Gerade dadurch funktioniert Bodycam überraschend gut für kurze Sessions. Man muss sich nicht erst eine halbe Stunde vorbereiten, bevor überhaupt etwas passiert.
Dann spawnt plötzlich ein Gegner direkt neben dir
Early Access bleibt allerdings Early Access. Auch hier. Und manchmal erinnert dich Bodycam ziemlich deutlich daran. Mein größtes Problem waren bisher die Spawns. Du wirst teilweise irgendwo auf die Karte gesetzt und hast kaum eine Vorstellung davon, wie sicher dieser Ort eigentlich ist. Manchmal erscheint man praktisch neben einem Gegner. Manchmal passiert genau das Gegenteil und plötzlich materialisiert sich ein Gegner wenige Meter neben dir.
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Herzlichen Glückwunsch zum kostenlosen Kill. Das kann lustig sein, wenn man gerade derjenige mit der Waffe im Anschlag ist. Weniger lustig ist es, wenn man selbst gerade erst ins Spiel zurückkommt und zwei Sekunden später wieder am Boden liegt.
Auch Matchmaking, Party-System und Anti-Cheat stehen weiterhin auf der Liste der Systeme, an denen Reissad Studio arbeitet. Man sollte Bodycam für 33 Euro deshalb nicht mit der Erwartung kaufen, einen vollständig fertigen Shooter ála CoD oder Battlefield zu bekommen.
Bodycam bleibt noch mehrere Jahre im Early Access
Wer auf eine baldige Version 1.0 wartet, sollte sich ebenfalls nicht zu früh freuen. Bodycam befindet sich bereits seit dem 7. Juni 2024 im Early Access. Reissad Studio schreibt auf Steam inzwischen ausdrücklich, dass das Spiel voraussichtlich mehrere Jahre im Early Access bleiben wird. Wie lange genau, hängt laut Entwickler vom Feedback der Community und den geplanten Verbesserungen ab. Einen konkreten Termin für die fertige Version gibt es derzeit nicht. Gleichzeitig soll Bodycam auch nach Version 1.0 weiterentwickelt werden.
Das große Update v0.8: Locked & Loaded vom 02. September 2026 zeigt zumindest, dass das Projekt weiterhin massiv ausgebaut wird. Aus einem Spiel zweier junger französischer Entwickler ist inzwischen ein deutlich größeres Studio-Projekt geworden.
Fast 39.000 Spieler gleichzeitig
Das Update scheint Bodycam außerdem einen ordentlichen Schub gegeben zu haben. Am 06. September 2026 erreichte der Shooter laut SteamDB mit 38.958 gleichzeitig aktiven Spielern einen neuen Allzeitrekord. Bei meinem Blick auf SteamDB am 11. September waren 18.807 Spieler gleichzeitig aktiv. Der 24-Stunden-Höchstwert lag bei 20.227 Spielern. Solche Live-Zahlen ändern sich natürlich laufend, zeigen aber ziemlich deutlich, dass dieser Titel derzeit alles andere als ein verlassener Early-Access-Shooter ist.
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Und dann wartet auch noch ein Zombie-Modus
Schon beim Matchmaking fällt ein weiterer Modus auf: Zombies. Ganz neu ist er allerdings nicht. Bodycam hatte bereits einen kooperativen, rundenbasierten Zombie-Modus, der mit dem aktuellen großen Update vorübergehend deaktiviert wurde. Reissad Studio möchte ihn überarbeiten und passend rund um Halloween 2026 zurückbringen. Dabei könnten auch neue Inhalte hinzukommen. Vorgesehen sind unterschiedliche Karten, immer stärkere Gegnerwellen, freischaltbare Bereiche und klassische Mechaniken wie die Verwaltung der eigenen Munition und das Wiederherstellen der Stromversorgung.
Gerade mit der Bodycam-Perspektive könnte das ziemlich heftig werden. Wenn ein dunkler Gang gegen echte Spieler schon unangenehm wirkt, möchte ich eigentlich gar nicht wissen, wie sich dort eine Horde Zombies anfühlt. Das Wort „Unsicherheit“ hatte ich schon.
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33 Euro, die ich nach zwei Stunden nicht bereue
Nach zwei Stunden würde ich Bodycam noch keinen klassischen Test oder eine endgültige Wertung verpassen. Dafür habe ich zu wenig gesehen und dafür verändert sich das Spiel im Early Access noch zu stark. Eine Sache kann ich aber bereits sagen: Für aktuell 33,32 Euro fühle ich mich erstaunlich gut unterhalten.
YouTube-Video
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Wer mit Call of Duty oder Battlefield grundsätzlich zufrieden ist und ein sauberes, perfekt ausbalanciertes Multiplayer-Erlebnis erwartet, muss Bodycam nicht unbedingt haben. Wer dagegen Hardcore-Shooter liebt, möglichst wenig HUD sehen möchte und mit ein paar Early-Access-Macken leben kann, sollte sich diesen Titel zumindest ansehen.
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2023 habe ich mich bei Unrecord gefragt, ob Shooter wirklich irgendwann so realistisch aussehen werden. Bodycam beantwortet diese Frage inzwischen ziemlich eindrucksvoll. Hardcore-Shooter-Freunde können hier tatsächlich ein neues Zuhause finden.
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Fragen & Antworten
- Diese Fragen wurden geklärt
- Reissad Studio rechnet damit, dass Bodycam noch mehrere Jahre im Early Access bleiben wird. Einen konkreten Termin für Version 1.0 gibt es derzeit nicht. Die Dauer hängt laut Entwickler vom Community-Feedback und den noch geplanten Funktionen und Verbesserungen ab.
- Bodycam kostet derzeit 33,32 Euro auf Steam. Reissad Studio weist darauf hin, dass sich der Preis nach dem Ende des Early Access ändern könnte.
- Steam nennt offiziell 50 GB freien Speicherplatz und empfiehlt eine SSD. Bei meiner aktuellen Installation wurden allerdings rund 56 GB heruntergeladen.
- Als Minimum nennt Reissad Studio eine GeForce RTX 2070 mit 8 GB beziehungsweise eine Radeon RX 5700 mit 8 GB. Empfohlen werden eine GeForce RTX 3060 mit 12 GB oder eine Radeon RX 6600 XT mit 8 GB sowie 16 GB Arbeitsspeicher.
- Der Zombie-Modus ist derzeit vorübergehend deaktiviert. Reissad Studio plant eine Rückkehr rund um Halloween 2026 und deutet an, dass der Modus dabei zusätzliche Inhalte erhalten könnte.








