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Artikel von Markus +

Eigentlich hätte alles perfekt laufen sollen. Battlefield 6 startete im Oktober mit einem Paukenschlag, brach Verkaufsrekorde und wurde zum schnellstverkauften Spiel der gesamten Reihe. Über sieben Millionen Einheiten in nur drei Tagen, für Electronic Arts und die Battlefield Studios ein Traumstart. Doch jetzt, nur wenige Monate später, sorgt eine neue Kontroverse für Unruhe in der Community.

Ausgerechnet ein kosmetischer Gegenstand steht im Mittelpunkt der Kritik. Ein Skin, der eigentlich Individualität und Stil vermitteln soll, wird nun als ideenloser Abklatsch abgestempelt und das ausgerechnet von einem der größten Konkurrenten.

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Battlefield 6-Skin erzürnt die Gemüter: „Zu ähnlich, um ein Zufall zu sein“

Konkret geht es um den Objective Ace Skin, der Teil des Season 1 Battlefield-Pro-Bundles ist. Fans vergleichen vor allem die Gesichtsmaske des Skins mit dem ikonischen Schädel-Logo aus Call of Duty: Ghosts. In mehreren Reddit-Posts werden die beiden Designs nebeneinandergestellt, mit einem Detail, das die Diskussion anheizt: Eine auffällige Rissstruktur sitzt bei beiden Schädeln nahezu an derselben Stelle.

Für viele Spieler ist das mehr als nur eine Inspiration. Kommentare wie „Erinnert ihr euch an ihre Werbespots, in denen sie sich über Call of Duty lustig machten? Gleichzeitig sind sie aber in einige ihrer Fußstapfen getreten“ oder „Du siehst wirklich nicht, dass es offensichtlich eine Kopie ist?“ häufen sich. Einige gehen noch weiter und werfen EA sogar vor, den Skin mithilfe generativer KI erstellt zu haben. Als Begründung nennen sie Unregelmäßigkeiten im Design, die typisch für KI-generierte Grafiken seien.

Alte Vorwürfe kommen wieder hoch

Brisant ist: Es ist nicht das erste Mal, dass Battlefield 6 mit KI-Vorwürfen konfrontiert wird. Bereits beim „Winter Offensive“-Update sorgte ein Sticker namens „Winter Warning“ für Diskussionen. Auch hier vermuteten Fans den Einsatz von KI, ohne dass EA oder DICE das jemals bestätigt oder dementiert hätten. Zusätzliche Nahrung bekam die Debatte durch frühere Aussagen von DICE-Produzentin Rebecka Coutaz, die generative KI öffentlich als „sehr verführerisch“ bezeichnete (via Gamerant.com). Ein offizielles Statement zur aktuellen Skin-Kontroverse gibt es bislang nicht, weder von EA noch von DICE (oder den Battlefield Studios im Allgemeinen).

Die Diskussion trifft Battlefield 6 in einer sensiblen Phase. Nach dem überragenden Launch ließ die Spielerzahl spürbar nach. In den SteamDB.info-Charts rangiert Battlefield 6 aktuell nur noch auf Platz 18 mit einem 24-Stunden-Peak von rund 80.000 Spielerinnen und Spielern. Und das gerade am PC, die wohl wichtigste Plattform für den Action-Shooter. Technische Probleme, eingefrorene Menüs und Ruckler nach größeren Updates haben das Vertrauen vieler Fans angekratzt. Zwar wurden einige Fehler inzwischen behoben, doch der Imageschaden bleibt.

Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck. Call of Duty: Black Ops 7 war zwar nicht so erfolgreich zum Start wie Black Ops 6, aber der Zombie-Modus macht vieles wieder gut. Auch der Multiplayer seit dem Release nachlegen und vor allem auf PlayStation und Xbox ist Call of Duty eine Macht. ARC Raiders zog mit seinem Erfolg bei den Game Awards 2025 zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich zog. In den Steam-Charts befindet es sich der „Überraschungshit“ nach den Dauerbrennern wie Counter-Strike 2, DOTA 2 und PUBG: Battlegrounds am soliden vierten Platz. In diesem Umfeld kann sich Battlefield 6 eigentlich kaum weitere Negativschlagzeilen leisten. Die Battlefield Studios müssen also für Season 2 ordentlich liefern, sonst geht das eigentlich großartige Spiel unter. Ohne starker Community kann es auch schnell wieder vorbei sein!

Warum diese Skin-Debatte mehr ist als nur Kosmetik?

Für viele Fans geht es längst nicht mehr nur um ein Skin. Die Diskussion berührt größere Themen: kreative Eigenständigkeit, Vertrauen in Entwickler und die Angst vor austauschbaren, KI-optimierten Inhalten. Gerade eine Serie wie Battlefield, die immer für Identität und Wiedererkennbarkeit stehen wollte, wird hier besonders kritisch beäugt.

Ob EA und – vor allem – DICE reagieren werden, bleibt offen. Doch eines ist klar: Die Community schaut derzeit ganz genau hin.

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