Trails in the Sky 2nd Chapter im Test: Ohne Joshua ist plötzlich alles anders
Nach dem Ende von 1st Chapter muss Estelle ihren Weg ohne Joshua finden, während das JRPG bekannte Regionen mit einem verbesserten Kampfsystem verbindet.
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Eva Krumm Evas erste Gaming-Erfahrung war Pokémon auf dem Game Boy - ein prägendes Erlebnis, das ihre Leidenschaft für Videospiele entfacht hat. Zusammen mit ihrem Großvater entdeckte sie die Regenbogenstrecke in Mario Kart auf dem SNES, ein Moment, den sie bis heute mit Gaming verbindet. Besonders angetan haben es ihr JRPGs, Otome-Games und Horror, doch auch Indie-Perlen gehören zu ihrem festen Repertoire. Abseits des Spielens verfolgt sie mit Begeisterung aktuelle Entwicklungen in der Gaming-Szene und teilt ihre Eindrücke als Chefredakteurin bei DailyGame.
Trails in the Sky 2nd Chapter ist der zweite Teil der Trails in the Sky-Reihe von Nihon Falcom. Trails in the Sky 1st Chapter kam bereits letztes Jahr auf den Markt und der neue Teil führt die Reise von Estelle fort. Es gibt zwar eine Zusammenfassung der Ereignisse aus dem ersten Teil, doch es empfiehlt sich, diesen selbst gespielt zu haben, da die Story sich immer wieder auf Geschehnisse bezieht, die dort stattgefunden haben und nicht näher beleuchtet werden.
2nd Chapter setzt direkt am Ende des ersten Teils an. Joshua hat seine Erinnerungen zurückbekommen. Er und Estelle gestehen einander die Liebe, doch aufgrund seiner Vergangenheit lässt Joshua Estelle und ihren Vater zurück, um sich dieser zu stellen. Estelle ist jetzt Senior Bracer, doch dass Joshua gegangen ist, kann sie anfangs nicht akzeptieren. Nach einem Streit mit ihrem Vater kehrt sie zurück in ihre Heimat, in der Hoffnung, Joshua wartet dort auf sie. Was natürlich nicht der Fall ist. Doch da sie ihn nicht aufgeben möchte, fasst sie einen Entschluss. Ihn zu finden ist schwierig, weshalb sie sich darauf konzentriert, die Gruppierung Ouroboros zu erforschen und deren Drahtzieher zu finden, was auch Joshuas Ziel sein dürfte. Sie nimmt an einem Trainingscamp teil, um ihre Fähigkeiten zu verbessern, und macht sich dann auf den Weg.
Estelle muss ihren Weg ohne Joshua finden
In Trails in the Sky 1st Chapter bestand das Kernteam aus Estelle und Joshua, sodass wir im Spiel immer mindestens zu zweit im Team waren, während sich an unterschiedlichen Punkten weitere Mitstreiter anschlossen oder wieder gingen. Joshua ist nun allein unterwegs, doch Estelle bleibt nicht allein. Am Beginn von Kapitel 1 können wir uns entscheiden, ob wir die Reise mit Sherazard oder Agate antreten, beide kennen wir aus dem Vorgänger.
Estelle ist eine energiegeladene, aber auch naive Protagonistin. Joshua war ein guter Ausgleich für sie, da er eher besonnen und nicht mit dem Kopf voran losstürmte. Sowohl Sherazard als auch Agate sind eher ruhigere Vertreter, weswegen sie gut geeignet sind, um als Counterpart von Estelle zu dienen. Für wen wir uns entscheiden, bleibt der persönlichen Präferenz überlassen, ich hatte mich für Agate entschieden.
Die Story ist jetzt an sich nichts, was wir nicht schon mal irgendwie gesehen haben wie in Tales of Graces f zum Beispiel. Ich muss sagen, die Konversationen sind ähnlich wie im ersten Teil, also nicht immer unbedingt die Stärke des Spiels. Doch insgesamt kann ich darüber hinwegsehen.
Für Trails in the Sky 2nd Chapter wurde viel aus Teil 1 übernommen. Zwar haben wir neue Orte, aber wir bewegen uns häufig durch Regionen, die wir bereits kennen und nun als Senior Bracer bereisen. Estelle hat für ihre Beförderung einen neuen Look bekommen, der mir ehrlich gesagt besser gefällt als ihr Outfit aus dem ersten Teil. Wenn wir den Nachfolger direkt, nachdem wir den Vorgänger fertig haben, spielen, könnten wir dadurch, dass wir uns erneut durch bekannte Gegenden bewegen, etwas gelangweilt werden. Wenn wir etwas Zeit dazwischen hatten, dürfte das nicht ganz so stark ins Gewicht fallen. Aber es ist leider so, dass die Welt teilweise recht einheitlich gestaltet wurde und dadurch eintönig werden kann.
Das Kampfsystem wird dynamischer
Ebenfalls vertraut dürfte uns das Kampfsystem sein. Wir haben erneut zwei Kampf-Modi. Im Schnellen Kampf können wir Gegner frei angreifen und mit normalen als auch Technikangriffen attackieren. Das ist vor allem für schwache Gegner praktisch, da diese entsprechend schnell zu besiegen sind. Ansonsten können wir in den Befehlskampf wechseln. Hier wird mit einem Zeitstrahl gekämpft und es sind mehr Techniken verfügbar. Orbmagie, S-Techniken und Rage sind erhalten geblieben. Neu hinzugekommen ist unter anderem der Mutansturm. Dieser lässt sich im Schnellen Kampf ausführen und sorgt für mehr Schaden, frisst aber zwei Mutleistenpunkte.
Die Mutleiste benötigen wir für Mutangriffe im Befehlskampf. Haben wir einen Gegner gebrochen, können wir entweder einen Folgeangriff ausführen oder eine Kettenaktion. Beides sorgt für mehr Schaden und zieht Punkte von der Mutleiste ab. Was mir bei den Kettenaktionen aufgefallen ist und was ich absolut toll fand, ist, dass hier neue Animationen eingefügt wurden. Im ersten Teil waren die sehr eintönig und haben sich etwas gezogen. In 2nd Chapter haben sie das etwas beschleunigt und die Attacken mit zwei Charakteren wirken einfach dramatischer. Das macht es auf Dauer nicht so langweilig. Insgesamt wirken die Attacken viel dynamischer als noch in 1st Chapter.
Weiterentwickelt wurde das Orbment, welches genutzt wird, um Magie zu wirken. Alle Slots sind dieses Mal freigeschaltet, weshalb es nicht so wirkt, als würden wir zurückgeworfen werden, weil wir uns damit ja im Vorgänger beschäftigt haben. Wir fangen außerdem nicht mit Charakteren auf Level 1 an, sondern in den 20ern. Nur Quarz müssen wir von vorne anfangen zu sammeln, da mit dem neuen Orbment die alten Quarze nicht mehr kompatibel sind. Allerdings lässt sich das schnell zusammentragen und wir haben relativ früh auf viele Magietechniken Zugriff. Ich finde, das ist so gut gelöst, immerhin hat sich Estelle bereits sechs Monate als Junior Bracerin behauptet und von null erneut anzufangen, hätte sich seltsam angefühlt.
Angeln und Kochen sorgen für Abwechslung
Jedoch muss ich hier sagen, das gilt nicht fürs Kochen. Mit dem Start des neuen Spiels haben wir keinen Zugriff mehr auf alte Rezepte und müssen hier alles neu entdecken. Am System des Kochens hat sich nichts geändert. Ein Gericht müssen wir erst mal konsumieren, um das Rezept zu lernen, und dann kann das Kochen scheitern. Im 2nd Chapter wurde es aber so gelöst, dass misslungene Gerichte teilweise im Kampf für Angriffe genutzt werden können. Was ich eine ganz lustige Idee fand.
Neu hinzugekommen ist das Angeln. Zwar hatten wir das im ersten Teil schon, doch Estelle bekommt am Anfang des ersten Kapitels von einem bekannten Angler aus dem Plot des Vorgängers eine Angel geschenkt. Jetzt gibt es überall im Reich Angelstellen, an denen wir selber angeln können. Je nachdem, wo wir angeln und welchen Köder wir verwenden, ändert sich die Fischart, die anbeißt. Fische benötigen wir zum Kochen, daher lohnt es sich durchaus, regelmäßig die Rute auszuwerfen. Das Angeln ist an sich gar nicht so schwierig, da gibt es andere Spiele, wo die Angelmechanik wesentlich frustrierender gestaltet wurde.
Fazit zu Trails in the Sky 2nd Chapter
Trails in the Sky 2nd Chapter setzt Estelles Reise konsequent fort und baut vor allem beim Kampfsystem sinnvoll auf dem ersten Teil auf. Dass wir nicht bei Level 1 anfangen und die Orbment-Slots bereits freigeschaltet sind, gefällt mir besonders gut, da sich die bisherige Entwicklung dadurch nicht komplett zurückgesetzt anfühlt. Die überarbeiteten Kettenaktionen sorgen zusätzlich dafür, dass die Kämpfe dynamischer wirken.
Dass wir viele bekannte Regionen erneut besuchen, kann gerade dann etwas eintönig werden, wenn wir 1st Chapter erst vor Kurzem beendet haben. Die Story und insbesondere die Konversationen gehören für mich weiterhin nicht unbedingt zu den größten Stärken des Spiels. Dafür bringen kleinere Neuerungen wie das Angeln zusätzliche Abwechslung in Estelles Reise.
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Insgesamt entwickelt Trails in the Sky 2nd Chapter die bekannten Systeme sinnvoll weiter, ohne das Grundgerüst komplett zu verändern. Wer Estelles Geschichte nach 1st Chapter weiterverfolgen möchte, bekommt damit eine direkte Fortsetzung, die spielerisch vertraut bleibt, an einigen Stellen aber spürbar verbessert wurde.
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Test-System: AMD Ryzen 5 9600X; AMD Radeon RX 7800 XT 16GB GDDR6; G.Skill DIMM 32 GB DDR5-6000; ASUS TUF GAMING B650-PLUS WIFI Motherboard
Trails in the Sky 2nd Chapter setzt Estelles Reise gelungen fort und verbessert vor allem das Kampfsystem, auch wenn bekannte Regionen und die Story nicht immer für genügend Abwechslung sorgen.
- Grafik8
- Sound9
- Gameplay8
- Story6
- Motivation7
- Steuerung10









