Moonlight Peaks im Test: Ein düsteres Cozy Game mit Licht und Schatten
Moonlight Peaks verbindet klassische Lebenssimulation mit Vampiren, Werwölfen und anderen mystischen Wesen.
Werbung
Eva Krumm Evas erste Gaming-Erfahrung war Pokémon auf dem Game Boy - ein prägendes Erlebnis, das ihre Leidenschaft für Videospiele entfacht hat. Zusammen mit ihrem Großvater entdeckte sie die Regenbogenstrecke in Mario Kart auf dem SNES, ein Moment, den sie bis heute mit Gaming verbindet. Besonders angetan haben es ihr JRPGs, Otome-Games und Horror, doch auch Indie-Perlen gehören zu ihrem festen Repertoire. Abseits des Spielens verfolgt sie mit Begeisterung aktuelle Entwicklungen in der Gaming-Szene und teilt ihre Eindrücke als Chefredakteurin bei DailyGame.
Moonlight Peaks ist ein Lebenssimulationsspiel, wie wir es bereits von vielen anderen Entwicklern kennen. Statt auf klassische Bauernhof-Atmosphäre setzt das Spiel jedoch auf Vampire, Werwölfe, Hexen und andere mystische Wesen. Das Spiel erschien auf Nintendo Switch und für PC via Steam.
Wir übernehmen die Rolle eines Vampirs, der einer berühmten Vampirfamilie entstammt. Nach einem Streit mit unserem Vater verlassen wir das Elternhaus – wobei „ausziehen“ wohl die passendere Bezeichnung wäre, schließlich sind wir bereits erwachsen. Das Anwesen, das wir in Moonlight Peaks beziehen, gehört ebenfalls unserer Familie und wird zudem von unserem Onkel bewohnt. In dem kleinen Örtchen leben Vampire, Werwölfe, Hexen und viele weitere magische Geschöpfe friedlich zusammen.
Schon früh begegnen wir Orlock, einem Vampir, der leider sehr präsent in der Geschichte ist. Genau das war für mich einer der größten Kritikpunkte des Spiels. Orlock ist ständig Teil der Handlung und häufig auch der Auslöser neuer Probleme. Er ist Trinker, unfähiger Vater und generell ein unangenehmer Zeitgenosse, dessen Fehler wir, seine Kinder und andere Bewohner regelmäßig ausbaden müssen.
Ich muss ehrlich sagen: Ich kann mich kaum daran erinnern, wann mir zuletzt ein einzelner Charakter in einem Spiel so sehr die Freude am gesamten Erlebnis genommen hat.
Charmante Welt mit viel Liebe zum Detail
Sieht man von Orlock einmal ab, ist Moonlight Peaks ein wirklich liebevoll gestaltetes Spiel. Der Artstil ist wunderschön, die Welt wirkt stimmig und die Atmosphäre funktioniert hervorragend.
Da wir einen Vampir spielen, findet unser Alltag überwiegend nachts statt. Auch viele andere Bewohner, darunter Werwölfe, Hexen und Wahrsager, bevorzugen die Dunkelheit. Das Dorf selbst ist überschaubar, aber abwechslungsreich gestaltet und wird von zahlreichen sympathischen Charakteren bewohnt, die deutlich angenehmer sind als Orlock.
Natürlich gibt es verschiedene Geschäfte, in denen wir einkaufen können. Außerdem können wir mit sämtlichen Bewohnern Freundschaften schließen oder sogar romantische Beziehungen eingehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob unser eigener Charakter männlich oder weiblich ist oder wen wir daten möchten. Diese Freiheit gefällt mir sehr gut. Es ist schön zu sehen, dass moderne Lebenssimulationen längst nicht mehr an starre Rollenbilder gebunden sind.
Farmen, Bauen und Magie
Zu einer Lebenssimulation gehört natürlich mehr als nur das Knüpfen neuer Kontakte. Unser Haus ist zu Beginn ziemlich heruntergekommen, kann aber nach und nach repariert und erweitert werden.
Ridge, ein Werwolf, betreibt den örtlichen Laden. Bei ihm können wir Möbel kaufen oder neue Ausbauten für unser Haus in Auftrag geben. Dafür benötigen wir allerdings genügend Materialien und Geld.
Beides erhalten wir relativ unkompliziert. Geld verdienen wir durch den Verkauf selbst angebauter oder hergestellter Gegenstände sowie durch das Abschließen von Quests. Ressourcen wie Holz, Blumen oder Gras wachsen regelmäßig nach, sodass es selten an Materialien mangelt.
Neben dem Pflanzenanbau kümmert man sich später außerdem um Viehzucht. Im weiteren Spielverlauf erleichtern verschiedene magische Fähigkeiten viele dieser Arbeiten zusätzlich.
Gute Ideen mit unnötigen Stolpersteinen
Moonlight Peaks ist definitiv kein schlechtes Lebenssimulationsspiel. Das düstere Setting mit Vampiren und anderen magischen Kreaturen hebt sich durchaus von vielen Genrevertretern ab. Trotzdem fällt es dem Spiel schwer, sich dauerhaft von der Konkurrenz abzuheben.
Neben Orlock sind mir dabei vor allem drei Punkte negativ aufgefallen.
Zum einen lassen sich Zwischensequenzen nicht überspringen. Gerade weil Moonlight Peaks zu Beginn noch recht fehleranfällig war, führte das immer wieder zu Frust. Ich blieb beispielsweise mehrfach beim Anbauen der Felder hängen und musste das Spiel neu starten.
Das Problem dabei: Man kann nicht manuell speichern. Das Spiel legt lediglich zu Beginn jeder neuen Nacht automatisch einen Speicherstand an. Muss man zwischendurch neu laden, verliert man sämtliche Fortschritte der aktuellen Nacht. Hat man gerade viele Ressourcen gesammelt oder Story-Fortschritte erzielt, darf man alles noch einmal erledigen, inklusive der nicht überspringbaren Dialoge.
Auch die Ausdaueranzeige konnte mich nicht überzeugen. Ich verstehe zwar, dass sie verhindern soll, dass Spieler sämtliche Ressourcen auf einmal abbauen, allerdings wird man ohnehin bereits durch den Tagesablauf begrenzt. Irgendwann endet die Nacht automatisch und der Charakter geht schlafen. Für mich wirkt die zusätzliche Ausdauer deshalb eher unnötig. Zwar gibt es Gerichte, mit denen sie wiederhergestellt werden kann, allerdings leert sich die Leiste vergleichsweise schnell.
YouTube-Video
Beim Laden dieses YouTube-Videos können personenbezogene Daten an YouTube übertragen werden. Mit einem Klick auf „Inhalt anzeigen“ gibst du diese Funktion in deinem Browser für mindestens 1 Jahr frei. Du kannst die Einwilligung jederzeit über den Button direkt unter dem Embed widerrufen.
Fazit zu Moonlight Peaks
Moonlight Peaks ist ein liebevoll gestaltetes Lebenssimulationsspiel mit einem wunderschönen Artstil, einem ungewöhnlichen Fantasy-Setting und vielen klassischen Genre-Elementen wie Farming, Hausbau und sozialen Beziehungen. Gerade Fans von Cozy Games mit Vampiren, Werwölfen und Hexen dürften hier grundsätzlich auf ihre Kosten kommen.
- Silent Hill: Townfall im Test: Dieses neue Horror-Gadget macht den Unterschied
- Lesenswerter Artikel
- Wolverine – Der Beste in dem was er tut, aber nicht perfekt dabei
- Lesenswerter Artikel
- Trails in the Sky 2nd Chapter im Test: Ohne Joshua ist plötzlich alles anders
- Lesenswerter Artikel
- Corsair Cove im Test: Ein Anno für Piraten-Fans
- Lesenswerter Artikel
- GTA 6: Release, Plattformen, Preis und alles, was du wissen musst
- Lesenswerter Artikel
- Resonance: A Plague Tale Legacy im Test: Wie gut ist Sophias eigene Geschichte?
- Lesenswerter Artikel
- Razer Kiyo V2 im Test: 4K, KI und jede Menge Einstellungsmöglichkeiten
- Lesenswerter Artikel
- Blue Reflection Quartet im Test: Vier Magical-Girl-Abenteuer in einer Sammlung
- Lesenswerter Artikel
Dennoch konnte mich das Spiel nicht vollständig überzeugen. Ein sehr präsenter Charakter, technische Unsauberkeiten, das fehlende manuelle Speichern und einige Gameplay-Entscheidungen haben meinen Spielspaß spürbar gebremst. Moonlight Peaks ist deshalb keineswegs ein schlechtes Spiel, für mich blieb jedoch das Gefühl, dass hier deutlich mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre, als letztlich ausgeschöpft wurde.
Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !
- Grafik9
- Sound7
- Gameplay7
- Story4
- Motivation4
- Steuerung9








