The Hand of Merlin (PS5) – Game Review
The Hand of Merlin ist das perfekte Spiel für oldschool RPG-Fans. Was das bedeutet, erfahrt ihr bei uns in der Game Review.
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- Das Wichtigste in Kürze
- Umfangreiche Mitgestaltung des eigenen Abenteuers
- Liebevoll in Text erzählte Geschichte
- Vermutlich nicht für jeden was
The Hand of Merlin ist eine oldschool Erfahrung. Und hier rede ich nicht vom altweisen Magier Merlin und dessen weißgrauem Bart. Bei dem Spiel handelt es sich um ein rundenbasiertes Rollenspiel, von denen es früher wie Sand am Meer gegeben hat. In Zeiten von durchgeskripteten, actiongeladene Achterbahnspiele ist es allerdings eine Nische, die kaum noch Platz hat. Ob sich Merlin in einer sich immer schneller bewegenden Videogamelandschaft behaupten kann, erfahrt ihr bei uns im Test.
Bei Merlins Bart!
Was einem beim Spielen des Rollenspiels sofort klar wird ist, dass hier kein Actionfeuerwerk erwartet werden kann. In der Natur der Mechaniken des Genres, liegt die Ruhe. Und bei The Hand of Merlin handelt es sich um ein waschechtes rundenbasiertes Fantasy-Rollenspiel. Zusätzlich verfügt das Spiel auch über Rogue-Like-Mechaniken, die auf dem Papier ständig neue Gefechte und Abenteuer versprechen.
Nach einem kurzen Introvideo, das die Welt vorstellt, werdet ihr direkt auf die Reise geschickt, den sagenumwobenen Heiligen Gral nach Jerusalem zu tragen. Die Welt in der ihr euch befindet vermischt dabei klassische Fantasyelemente der Artus-Saga, mit kosmischen Gefahren aus dem All. Ohne dabei gänzlich in ein Sci-Fi-Gefilde abzudriften, müsst ihr es dennoch sowohl mit umherziehenden Räuberbanden, als auch mit grotesken Aliens aufnehmen.
Euer Trupp aus insgesamt neun Helden, stellt sich dabei allerdings zunächst aus klassischen Bausteinen diverser mittelalterlichen Fantasyerzählungen zusammen. Ihr könnt zwischen einem Ritter, einer Bogenschützin und einem Magier wählen und zieht Richtung gelobtes Land. Auf euerer Reise begegnen euch immer neue Gefährten, die alle unterschiedliche Fähigkeiten und Effekte mitbringen. Das Kampfsystem gestaltet sich dabei abwechslungsreich, wenn auch die Charaktere kaum erforscht werden und farblos bleiben.
Ihr könnt im Laufe der Reise bis zu neun Helden rekrutieren (c) Room-C Games, Croteam, Versus Evil – PS5-Screenshot (Dailygame)The Hand of Merlin: Literarische Abenteuer
Während des Spiels können eure Charaktere aufgerüstet werden, ihr könnt neue Items und Ausrüstung erwerben und sie können sogar im Kampf fallen. Auch wenn nicht unbedingt emotionale Verbindungen zu den Spielfiguren aufgebaut werden können, bietet die erfrischend altbackende Erzählweise einen spannenden Ausgleich.
Wie in einem oldschool oder Tabletop-RPG wird die Geschichte anhand eines Buches erzählt. Auf einer großen Länderkarte ist die gesamte Spielwelt abgebildet und in mehrere Biome aufgeteilt. Oftmals kann zwischen mehreren Pfaden gewählt werden, die dann zufallsgenerierte Geschichten beinhalten. So kann es vorkommen, dass ihr auf eine Waldhexe trefft, die euch ein Rätsel stellt und bei richtigem Erraten der Antwort mit Geld und Proviant belohnt. Dann wiederum findet ihr einen ermordeten Händler, der von einer Räuberbande am Straßenrand als Falle aufgestellt wurde.
In solchen Fällen gibt es mehrere Möglichkeiten, in welche Richtung ihr die Geschichte lenkt. Ihr könnt direkt in den Kampf einsteigen und die Räuberbande bekämpfen. Oder ihr versucht mit ihnen zu verhandeln. In solchen Fällen wird die Wahrscheinlichkeit erfolgreich zu sein durch die richtige Auswahl von Karten gemessen. Habt ihr eine 50%-Wahrscheinlichkeit zu siegen, liegen vier verdeckte Karten vor euch, von denen ihr die zwei siegreichen wählen müsst. Wählt ihr falsch, schlägt der versuch fehl. Momente wie diese lockern das Lesevergnügen durchwegs gut auf. Durch die immer neu generierten Geschichte, die im Leseformat stattfinden, bietet The Hand of Merlin indes eine immense Fülle an unterschiedlichen Erfahrungen, die sich kaum wiederholen.
Die Geschichte wird per RPG-Elemente als Buchseiten präsentiert. (c) Room-C Games, Croteam, Versus Evil – PS5-Screenshot (Dailygame)Wunden durch Runden
Während ihr auf der Spielkarte euren Pfad wählt, ist die Wahl oft zwischen korrumpierten Begegnungen und normalen Geschichten. In solchen Fällen erwarten euch schwierigeren Alien-Gegner, die allerdings auch besseren Loot inkludieren. In den Kampfsequenzen, von denen es viele gibt, spielt sich The Hand of Merlin wie ein klassischen rundenbasiertes Strategiespiel im Stile von XCOM.
Der Reihe nach könnt ihr eure Charakteren bewegen, angreifen oder freundlichen Einheiten unterstützen. Nach eurem Zug ist der Gegner dran. Diesen Vorgang wiederholt ihr so lange, bis alle Figuren eines Spielers vernichtet sind. Im Kampfgeschehen können alle Spielfiguren auf einzigartige Fähigkeiten zugreifen, die von Klasse zu Klasse variieren. Der Ritter Breunor verfügt beispielsweise über einen kräftigen Schwerthieb, der gegnerische Einheiten nach Hinten schleudert. Als die Bogenschützin Merewen könnt ihr hingegen Gegner mit Pfeilsalven aus einer Distanz attackieren.
Das rundenbasierte Kampfsystem bietet eine Fülle an unterschiedlicher Helden und Fähigkeiten (c) Room-C Games, Croteam, Versus Evil – PS5-Screenshot (Dailygame)Fazit zu The Hand of Merlin
The Hand of Merlin liefert eine oldschool Gaming-Erfahrung. Von der Geschichte, die wie ein klassischen Brettspiel mit RPG-Elementen erzählt wird und euch eure Abenteuer selbst wählen lässt. Bis hin zu den Kämpfen, die strategisch aufgebaut und rundenbasiert durchgeführt werden müssen.
Doch oldschool hat seinen Preis. Wer ein actiongeladenes Rollenspiel erwartet, das in kinoreifen Zwischensequenzen eine mitfühlende Geschichte erzählt, wird enttäuscht sein. Vielmehr entsteht der Reiz des Spiels darin, die völlige Kontrolle über seine eigene RPG-Erfahrung zu haben und das Abenteuer seiner Reisefiguren aktiv mitzugestalten. Wer kein Problem damit hat, dass man viel lesen muss und die Handlung meistens in der eigenen Vorstellung stattfindet, wird The Hand of Merlin mögen.
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Wer zusätzlich darüber hinwegsehen kann, dass die Steuerung für Controller (PS5) hakelig ist und die Menüs vollgeladen und unübersichtlich sind, sowie mit einfacher Grafik ohne viel Staunenswertem leben kann, der wird das RPF lieben. An einem anderen Publikum ist das oldschool RPG vermutlich ohnehin nicht interessiert.
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The Hand of Merlin liefert eine Rollenspielerfahrung, wie es sie heutzutage kaum noch gibt. Wer sich darauf einlassen möchte, wird eine tolle Zeit haben.
- Grafik6
- Sound5
- Gameplay9
- Story10
- Motivation8
- Steuerung4





