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Spieletest: Metro Exodus

Metro Exodus ist endlich da. Und es bringt reichlich Neuerungen im Vergleich zu den Vorgängern. Open World und Survival Elemente? Kann das gut gehen? Wir haben es für euch auf der Playstation 4 getestet.

Story

Die Menschen leben nun seit 20 Jahren in der Metro. Sie seien die einzigen Überlebenden des nuklearen Fallouts, hat man ihnen gesagt. Artjom glaubt das nicht und schleicht sich immer wieder an die Oberfläche, in der Hoffnung, Funksignale von anderen Überlebenden zu finden, scheinbar vergebens. Bei einem Ausflug jedoch sehen seine Frau Anna und er einen Zug auf den Schienen fahren. Doch das hätten sie nie in Erfahrung bringen sollen.

Gameplay / Steuerung

Metro Exodus bietet einen cleveren Mix aus RPG- und Survival-Elementen. Während die Shooter Mechanik klassisch ausfällt, bringen diese Erweiterungen einen interessanten Mix hinzu. Und den macht Metro Exodus genau richtig. Anders, als in reinen Survival Games muss man sich nicht alles von Grund auf craften. Waffen und Ausrüstungsteile findet man. Man kann jede Waffe, die ein Gegner bei sich hat, aufheben und zerlegen. So sammelt man über Zeit ein Sortiment an Waffen, Ausrüstung und Modifikationen dafür an. Der Clou hierbei ist, dass Artjom aber immer nur drei Waffen tragen kann und man so nicht zu einem wandelnden Arsenal verkommt. Auch das Crafting ist clever implementiert. Erstmal gibt es nur zwei Ressourcen, aus denen man alles craftbare herstellt. Dadurch bleibt der Survival-Aspekt übersichtlich. Dann gibt es weder Hunger noch Durst. EInzig die Atemschutzmaske wird relevant, da es Gebiete gibt, in denen die Luft giftig ist. Filter für diese könnt ihr ebenfalls craften und ihr seht auch immer, für wie lange euer Filtervorrat noch hält. Ansonsten müsst ihr die Maske gelegentlich reparieren, wenn sie beschädigt wurde und eure Waffen reinigen, da Dreck ihnen einen Malus verpasst.

Das Crafting-Menü ist zweigeteilt. Zum einen gibt es über die Karten verteilt sichere Outposts. An ihnen könnt ihr euch erholen und den Tag-Nacht-Zyklus abwarten. Auch habt ihr dort eine Werkbank. Diese bietet euch den vollen Umfang des Crafting Menüs. Stets dabei habt ihr euren Rucksack, der eine Lite-Version davon darstellt. Nennenswerte Abzüge sind, dass ihr keinen Zugriff auf die Waffen habt, die ihr nicht bei euch tragt, ihr die Waffen nicht putzen könnt und nur leichte Munition und weder Granaten noch Molotowcocktails herstellen könnt. Alles andere, insbesondere auch Atemschutzfilter und Medikits könnt ihr auch stets unterwegs herstellen. Damit hat Metro Exodus eins der bisher besten Survival und Crafting Systeme implementiert, das ich spielen durfte. Dass es nur zwei Ressourcen zum Craften gibt, hat sich auch positiv auf das Balancing ausgewirkt. So sind diese rar, aber stets auffindbar. Man muss durchaus gut überlegen, wie man an die Missionen herangeht, wird aber auch nicht für jeden kleinen Fehler bestraft.

Aber auch das Gameplay selbst ist exzellent. Metro Exodus beweist, dass es nach wie vor auch gruselig sein kann, wie seine Vorgänger. Regelmäßig wird man überrascht, ohne dabei aber unfair in den Tod gerissen zu werden. Auch bezüglich der Herangehensweise ist Metro Exodus sich treu geblieben. Man hat die Wahl, ob und wie sehr man zur Waffe greifen möchte. Schleicht man sich an Gegner heran, hat man die Möglichkeit, sie K.O. zu schlagen oder abzustechen. Auch kann man sie unbemerkt aus der Distanz erschießen und seine Deckung wahren. Oder man kann offen den Konflikt suchen, wobei man mit einer reinen Rambotaktik nicht sonderlich weit kommt. Das Spiel legt einem dabei die Vorteile der Stealthtaktik nahe, da sie grundsätzlich ressourcenschonender ist. Wird man doch entdeckt, ist das aber kein Genickbruch und man kann die Situation nach wie vor meistern.

Ebenfalls ist die Open World großartig implementiert. Man weiß stets wo man hin muss und kann, sofern man möchte, die Welt auch weitgehend ignorieren. Sie zu erkunden lohnt sich aber auch. Häufig erfährt man über kleinere Stützpunkte oder ähnliches, an denen man NPCs helfen, ein paar Banditen hochnehmen oder sich mit diversem Ungeziefer anlegen kann. Diese stellen gute Möglichkeiten zur Ressourcengewinnung dar und meist springen auch ein, zwei Modifikationen für Waffen raus, die man noch nicht hatte. Und tatsächlich habe ich die meisten dieser optionalen Gebiete freiwillig mitgenommen, einfach weil das Gameplay so viel Spaß macht. Gerade hier punktet die Ope World abermals, da die offene Gestaltung der Gebiete einem auch mehrere Herangehensweisen an diese Strukturen ermöglicht. Lediglich die plotrelevanten Missionen fallen eher linear aus, was ihnen aber keineswegs schadet. Hier werden sich insbesondere Kenner der beiden Vorgänger zuhause fühlen. Kurzum Metro Exodus hat es immer noch drauf, wenn nicht besser denn je.

Ach ja und danke für die Schnellspeicherfunktion und gut umgesetzten Checkpoints. Diese geben dem Spieler die notwendige Sicherheit, die Mission nicht komplett von vorne Anfangen zu müssen, wenn es doch mal daneben geht.

Grafik

Metro Exodus ist ein hübsches Spiel, sofern hübsch das richtige Wort für eine Postapokalypse ist. Die Biome sind vielfältig und detailreich gestaltet. Die Animationen sind aufwendig und die Beleuchtung ist hervorragend. Die Details, so grimmig sie teilweise sind, erwecken die Welt zum Leben. Überall werden kleine Geschichten erzählt und man merkt regelrecht, was in dieser Welt alles vor sich gegangen ist und auch immer noch geht. Die Vielfältigkeit der Gebiete bringt reichlich Abwechslung ins Spiel. Ob man jetzt in der kalten Umgebung Moskaus spielt oder in der zur Wüste gewordenen Gegend um das kaspische Meer. Stets passt die Atmosphäre.

Sound

Mit dem Sound geht Metro Exodus clever um. So wird die Musik deutlich als Indikator verwendet, ob man sich gerade noch im Kampf befindet, ob da noch weitere Gegner sind oder ob man relativ sicher ist. Gerade, wenn man sich eher heimlich fortzubewegen versucht, macht die Musik alles richtig. Zu wissen das man sicher ist, gibt dem Spieler notwendige Verschnaufpausen in ansonsten sehr intensiven Szenarien, wodurch die Atmosphäre insgesamt aufrecht erhalten wird und die Stimmung nicht kippt. Der Sound erfüllt seinen Zweck hier erfolgreich. Was hingegen merkwürdig wirkt, ist, dass Artjom im Spiel stumm ist. Insbesondere, wenn Personen mit ihm interagieren wirkt das teils bizarr. Nun wäre das nicht das große Problem, aber etwas skeptisch wird man schon, wenn Artjom dann in den Ladebildschirmen plötzlich das Geschehen beschreibt und offensichtlich nicht stumm ist.

Fazit

Metro Exodus hat es geschafft. Das Gameplay funktioniert ganz im Sinne seiner Vorgänger und bringt doch so viel mehr. Die Survival- und Crafting-Elemente sind großartig implementiert und nie im Weg des Spielers. Im Gegenteil, sie bereichern das Spiel und bieten Optionen, die man sich zunutze machen kann. Auch die Open World funktioniert großartig, mitunter, weil sie einem nicht aufgezwungen wird. Und doch war ich stets geneigt, sie zu erkunden. Ebenso beweist das Spiel aber, dass es seine Wurzeln kennt. Es weiß, zu gruseln und dem Spieler die prekäre Lage Arjoms spüren zu lassen. Ressourcen sind knapp und man will sich gut überlegen, wie man an die Missionen herangeht. Keineswegs lässt einen das Spiel dabei aber sitzen.

Es ist ein durch und durch gelungener Mix aus der bekannten Metro Formel und neuen Elementen, die das Spiel zu bereichern wissen. Eine definitive Empfehlung!

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