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Artikel von Markus +

Microsoft steckt seine Erwartungen an die Gaming-Sparte offenbar viel zu hoch, das behauptet Xbox-Insider Jez Corden in einem brisanten Kommentar auf X.com (vormals Twitter). Er spricht von „unrealistischen Anforderungen“, die CFO Amy Hood an die Xbox-Abteilung stelle. Diese aggressive Finanzpolitik könnte langfristig zu noch mehr Schaden führen, so Corden. Die Community reagiert mit Frust, aber auch mit Verständnis, vor allem gegenüber Xbox-Chef Phil Spencer.

Laut seinem Post vom 5. Juli sei Xbox „nicht über den Berg“, vielmehr würden die unrealistischen Erwartungen aus dem oberen Microsoft-Management die Situation noch verschlimmern. Hood, die als ehemalige Goldman-Sachs-Bankerin gilt, verfolge laut Corden ein zu strenges Renditeziel, das sich auf lange Sicht gegen Xbox richten könnte.

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Ein Nutzer kommentiert sarkastisch auf Reddit.com: „Ich weiß nicht, was die Leute von einer ehemaligen Investmentbankerin von Goldman Sachs erwartet haben.“

Xbox steht unter Druck

Anscheinend steht die Gaming-Abteilung von Microsoft nach der Activision-Blizzard-King-Übernahme vor riesigen Erwartungen. Der Game Pass alleine konnte diese bisher nicht erfüllen. Die Community ist sogar der Meinung, dass Call of Duty im Game Pass den Umsatz eher gedrückt hat, als gesteigert. Die Mehreinnahmen durch mehr Abonnenten blieben bisher aus – so der allgemeine Tenor.

Die Schuld sehen Kommentatoren auf Reddit aber nicht bei der Xbox-Führung: „Wenn du 80 Milliarden für ein Unternehmen ausgibst, erwarten Investoren Wunder.“

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Bricht also die Finanz-Abteilung Xbox noch das Genick?

Xbox Game Pass - (C) Microsoft

Xbox Game Pass: Offizielle Abonnenten-Zahlen gibt es aktuell nicht. Insider sprechen von rund 35 Millionen Nutzern. – Bild: Microsoft

Game Pass als zweischneidiges Schwert

Ein wiederkehrender Kritikpunkt: Der Game Pass war laut Analysten ursprünglich darauf ausgelegt, Xbox auf lange Sicht zu stärken, doch die Realität sieht nüchterner aus. Spieler beenden zunehmend ihre Abos, wenn sie keine regelmäßige Nutzung rechtfertigen können. Ein Nutzer vergleicht es mit Netflix: „Wenn keiner etwas schaut, kündigst du eben.“

Und während Steam auf dem PC weiterhin dominiert, bleibt die Xbox-App für viele Nutzer uninteressant. Das Ziel von 100 Millionen Game-Pass-Abos bis 2030 wirkt zunehmend wie ein Luftschloss. Selbst Entwickler kritisieren immer wieder den Game Pass.

Das eigentliche Problem liegt tiefer. Microsoft scheint die Gaming-Welt zu stark mit klassischen Unternehmens-Metriken zu messen. Ein Nutzer schreibt: „Sie erwarten GTA 5-Verkaufszahlen bei jedem Titel – aber das ist völlig unrealistisch.“

Auch das Missmanagement wird thematisiert: Durch zahlreiche Entlassungen sei wichtiges Wissen verloren gegangen, was die Qualität und Stabilität der Studios massiv beeinträchtigt habe.

Wird Xbox zerschlagen?

Ein besonders aufschlussreicher Beitrag erinnert an Gerichtsverhandlungen, in denen Microsoft erklärte: Entweder Xbox wachse massiv oder werde eingestellt. Die Übernahme des Call of Duty-Publishers sei der letzte große Versuch gewesen, sich als ernstzunehmender Player zu etablieren.

Microsofts Gaming-Geschäft steht aktuell unter gewaltigem Erwartungsdruck. Die Stimmen von Insidern wie Corden zeigen, dass intern Unzufriedenheit herrscht, nicht wegen Spencer oder dem kreativen Potenzial der Studios, sondern wegen einer Finanzpolitik, die Gaming wie ein kurzfristiges Investment behandelt.

Ob Xbox den Turnaround schafft, wird sich wohl nicht an Game-Pass-Zahlen allein entscheiden. Eher daran, wie viel Zeit und Geduld Microsoft seiner Gaming-Sparte wirklich noch gibt.

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