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Artikel von Markus +

Lange Zeit war es still. Zu still. Seit der Ankündigung im Jahr 2023 schien Marvel’s Blade fast schon in Vergessenheit geraten zu sein. Ein ambitioniertes Projekt, das irgendwo im Schatten großer Publisher-Entscheidungen verschwindet. Doch nun gibt es endlich ein Zeichen: Das Spiel lebt. Nach Monaten voller Unsicherheit hat sich Arkane Studios (Redfall, Deathloop, Wolfenstein: Youngblood, Prey) erstmals wieder öffentlich zu Wort gemeldet.

Als Marvel begann, seine Spieleoffensive mit hochkarätigen Studios zu verstärken, änderte sich vieles. Spätestens mit den Erfolgen der Spider-Man-Titel von Insomniac Games wurde klar: Marvel-Games sollten nicht länger bloße Begleitprodukte sein, sondern eigenständige Prestigeprojekte.

Dass ausgerechnet Blade ein eigenes Spiel bekommen würde, galt lange als Wunschdenken. Zu düster, zu speziell, zu weit weg vom klassischen Superheldenbild. Umso größer war die Überraschung, als 2023 bestätigt wurde, dass Arkane Lyon daran arbeitet. Doch danach herrschte Funkstille.

Xbox-Kürzungen sorgten für Angst bei Fans über Einstellung

Die Sorge wuchs besonders in diesem Jahr. Xbox strich Studios, stoppte Projekte und cancelte selbst große Namen wie Perfect Dark. Für viele Fans war klar: Ein teures Lizenzspiel mit Disney-Beteiligung könnte schnell auf der Abschussliste landen. Marvel’s Blade wurde zum Sorgenkind. Keine Trailer. Keine Screenshots und keine neuen Infos. Die Angst, dass auch dieses Spiel leise begraben wurde, war real.

Jetzt gibt es zumindest ein Lebenszeichen. Dinga Bakaba, Studio- und Co-Creative-Director bei Arkane Lyon, antwortete einem Fan direkt auf X.com (vormals Twitter). Seine Botschaft ist klar und zugleich vorsichtig: „Das Team arbeitet hart, alle sind unglaublich stolz und geben ihr Bestes. Bitte habt Geduld, es wird ein besonderes Spiel, und wir alle hoffen, dass es den hohen Ansprüchen gerecht wird, die wir an uns selbst und an euch alle gestellt haben.“

Zwischen den Zeilen klingt vor allem eines mit: Marvel’s Blade soll kein Schnellschuss werden. Anscheinend dürfte Arkane aus Redfall-Desaster gelernt haben.

Marvel’s Blade: Warum das Schweigen Sinn ergibt

Auch wenn die Wartezeit frustrierend ist, passt der Entwicklungsstand ins Bild. Marvel’s Blade wurde 2023 als frühes Projekt vorgestellt. Es gab lediglich einem CGI-Trailer. Für ein Arkane-Spiel, das stark auf Gameplay-Systeme, Atmosphäre und Tiefe setzt, ist eine lange Vorlaufzeit nicht ungewöhnlich. Realistisch betrachtet dürfte ein Release frühestens 2027 infrage kommen. Alles andere wäre eine Überraschung. Dass Arkane derzeit lieber arbeitet als redet, wirkt vor diesem Hintergrund fast beruhigend.

Gerade deshalb bleibt die Hoffnung groß. Arkane ist bekannt für Spiele, die dunkle Welten, moralische Grauzonen und intensive Einzelspieler-Erfahrungen in den Mittelpunkt stellen. Blade passt perfekt in dieses Profil. Kein klassisches Superhelden-Abenteuer, sondern etwas Rohes, Düsteres, Persönliches. Irgendwie hab ich hier die Hoffnung auf einen „Oha-Effekt“ wie damals in Batman: Arkham. Aber vielleicht sollte ich meine Erwartungen etwas drosseln.

Trotzdem, jetzt haben wir Gewissheit: Marvel’s Blade ist noch weit entfernt. Doch es ist nicht tot. Nach Jahren der Stille ist allein diese Bestätigung ein wichtiges Signal. In einer Branche, in der Projekte oft ohne Vorwarnung verschwinden, bedeutet das mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Jetzt heißt es warten. Und hoffen, dass Arkane am Ende genau das abliefert, was sie versprechen.

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