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Halo Paramount+ Serie: Staffel 1 im Rückblick – Serien-Kritik

Die Paramount Halo TV-Serie zeigt eine ganz andere Seite des Master Chiefs. Fan-Service oder Sci-Fi-Epos? Eine Serien-Kritik mit Stirnrunzeln.

Review von
Pablo Schreiber als Master Chief in Halo - Quelle: Paramount+

Die Halo Serie von Paramount+ ließ sehr lange auf sich warten. Ursprünglich wurde die Serien-Adaption des Master Chiefs vor fast zehn Jahren (!) im Jahr 2014 angekündigt. Sie sollte gleichzeitig mit Halo 5: Guardians im Herbst 2015 erscheinen. Darauf geworden ist bekanntlich nichts. Die eigenständige TV-Serie wurde unter anderem von Steven Spielberg mitentwickelt, die im reichhaltigen Universum der Halo-Videospielreihe angesiedelt ist. Es mussten weitere 7 Jahre vergehen, bis Halo endlich ausgestrahlt wird. Und die “Silver Timeline”, die eigenständig die Geschichte des Master Chiefs erzählt, lässt Fans erstarren. Die Halo Serie in der Kritik: Positiv und negativ.

Warnung: Die Serien-Kritik enthält Spoiler zur ersten Staffel der Halo TV-Serie. 

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Die Halo TV-Serie verändert nicht grundlegend das, was Fans über die Spiele wissen. John “117” ist ein Spartan. Der Held des UNSC. Pablo Schreiber (The Mandalorian) spielt den Master Chief, einen kybernetisch verbesserten Supersoldaten, der als erste und beste Verteidigung gegen die Covenant existiert. Man sieht Reach. Ebenfalls aus den Videospielen bekannt – vor allem durch das narrativ beste Halo-Spiel für mich: Halo Reach (Xbox 360). Doch die “Silver Timeline” hat ihre eigenen Geschichten, dass so manchen Halo-Fan der ersten Stunde ein kräftiges Stirnrunzeln verursacht.

Halo TV-Serie in der Kritik: Es ist anders

Die Entscheidung eine eigene Timeline für die TV-Serie zu machen war gut. Die Autoren der Show haben dadurch einen gewissen Spielraum, wenn es darum geht, Charaktere zu “verändern”. Die Zeitachse wurde verdichtet – um es für das Fernsehformat anzupassen. Man kann sagen was möchte: Der wortkarge Master Chief aus den Videospielen, der nie den Helm abnimmt, wäre kein guter Protagonist für eine TV-Sendung. Für kurzweilige Filmformate wie “Forward Unto Dawn” hat es gereicht, aber nicht für eine Serie die über mehrere Staffeln laufen soll.

Der Master Chief wird in der Paramount+ Serie “vermenschlicht”. Manchmal zu sehr. Mit einem Supersoldaten der emotional wird, der auf der Suche nach seiner Vergangenheit ist – damit haben wir wohl nicht gerechnet. Dabei kam die Action bei vielen Episoden auch wirklich zu kurz. Die Anfangssequenz der ersten Folge, als die Covenant einen Außenposten angreifen und der Master Chief mit seinem Squad ankommt zeigte die optische Exzellenz der Serie. Plasma-Waffen waren wie in Videospielen. Das Sturmgewehr passend. Die Sound-Kulisse wie in einem übermächtigen Videospiel. Die Hoffnung, dass diese Serie alles toppen würde – sie war da. Aber dann kam der Fall. Nicht von Reach, dem Planeten, sondern der actiongeladenen Szenen.

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Sci-Fi-Epos

John ist ein Mensch, auch wenn er ein Spartan ist. Die Serie schafft es, dass wir eine Bindung zum Charakter aufbauen. Einen “großen” Bösewicht gibt es – irgendwie – auch in der Serie in Form von Dr. Catherine Halsey (Natascha McElhone). Man sieht wie sie einen Klon, von sich selbst, verwendet um eine digitale KI, Cortana, zu erstellen. Ihre Besessenheit ihrer Arbeit stellt sie über alles andere. Ob alles “moralisch” legitim ist, sei dahingestellt. Das wird auch von vielen anderen Charakteren in der Serie behandelt. Immerhin wurden Menschenkinder von fremden Planeten entführt, Schnellklone zurückgelassen, die nach wenigen Monaten verstarben. Die Eltern der Spartans wissen also nichts davon, dass ihre Kinder – Jahre später – Supersoldaten sind.

McElhone verkörpert Halsey richtig gut. Sie bleibt bei all den Geschehnissen, die in der ersten Staffel der Halo TV-Serie passieren “ruhig”. Damit passiert es nicht, dass sie zum absoluten Bösewicht der Serie wird. Man braucht sie. Man liebt sie aber dafür nicht.

Cortana und Ausgestoßene

Als in einem der ersten Trailer Cortana zu sehen war dachte ich mir: “Warum schon wieder eine Änderung.” In der Serie selbst ist Cortana ganz anders – oder eben “tiefsinniger” als in den Videospielen. Sie muss sich zwischen Programmierung und der Bindung zum Master Chief entscheiden. Zwischen Verrat und Schmerz entscheidet sie sich richtig.

Ein neuer origineller Charakter in der Halo TV-Serie ist der Charakter Makee, gespielt von Charlie Murphy – aber nicht ohne Kritik. Eine Ausgestoßene aus der Gesellschaft, die von den Covenant als einziger Mensch unter ihnen lebt. Sie wird auf eine Mission geschickt, um ein Artefakt für die Allianz zu finden. Im Laufe der Serie baut sie eine starke Bindung zu John auf, die schlussendlich in einer umstrittenen Sex-Szene landet. Eine Szene die die Narben der Vergangenheit – beider Charaktere – zeigt. Auch wenn die Aufregung unter den Halo-Fans über genau diese Szene groß war, so war sie für die Serie umso wichtiger. Sie zeigte uns zwei Ausgestoßene. Auch wenn der Master Chief der Held des UNSC ist, ist der trotzdem kein normaler Mensch und auf seine Art ausgestoßen.

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Halo TV-Serie verrennt sich teilweise

In einer Episode sieht man den Master Chief gar nicht. Eigentlich in einer Halo TV-Serie unvorstellbar – aber so ist es. Die Aufständische Kwan Ha (Yerin Ha) hat in den ersten Folgen eine wichtige Rolle, aber danach nervt sie eigentlich nur. Genauso wie Soren “066” (Bokeem Woodbine), ein geflüchteter Spartan – der immer noch eine gute Bindung zu John hat, weil dieser ihm damals ziehen ließ. Für eine und eine halbe Episode waren sie gute Charaktere. Danach hat mich dieser “Side Story” komplett kalt gelassen. Selbst nach der finalen Episode der ersten Staffel ist mir nicht klar, welchen tiefsinnigen Sinn die beiden Charaktere haben.

Wenn es einen “größeren Zweck” gibt, die Halo-Zeitachse zu komprimieren, damit der Aufstand der äußeren Planeten gleichzeitig mit dem Krieg gegen die Covenant abläuft, dann sieht man dies in der ersten Staffel nicht. Erst in der letzten Episode wird vieles klarer – was vorher unklar war. Aber nicht alles.

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Kritik: Fazit zu Paramount+ Halo Serie

Halo als TV-Serie. Keineswegs eine perfekte Videospiel-Adaption, aber das möchte die Serie auch nicht sein. Viele beliebte Elemente aus den Videospielen werden übernommen. Farbenfroh, nicht zu düster. UNSC-Waffen und Fahrzeuge, Allianz-Plasmagranaten und mehr. Alles da. Vom Aussehen und Stil entspricht man genau den Videospielen. Das hohe Budget, dass für Halo “verbrannt” wurde, sieht man nicht immer – auch wenn Actionszenen aus der Ego-Perspektive (aus dem Helm) gut gemacht sind.

Viele Änderungen, die am Halo-Franchise für das TV-Format vorgenommen wurden kommen gut an. Und gerade das Ende der ersten Staffel – der “Tod von John” – lassen auf die zweite Staffel hoffen. Weniger Mensch. Mehr Spartan. Auf das können wir uns freuen. Die erste Staffel ist quasi ein Prequel zum ersten Halo-Spiel und Halo: Reach. Die Jagd nach zwei Artefakten.

Die Suche nach dem Halo. Auch wenn sich die Serie in einigen Episoden “verrennt”, so fügt sich das Ende und hinterlässt einen hoffnungsvollen Cliffhanger. Wird der Master Chief jemals wieder John sein? Werden wir den wortkargen Supersoldaten in der zweiten Staffel so kennenlernen, wie er in den Videospielen rüberkommt? Es sieht alles gut aus, dass dies so eintreffen wird. Der Master Chief könnte jener werden, den wir in den Videospielen so kennengelernt haben. Die Dreharbeiten zu Halo Staffel 2 starten im Sommer 2022.

ReviewWertung

8SCORE

Die Halo TV-Serie ist keine perfekte Adaption der Videospiele, aber sie fängt den Mythos des Franchise ein. Wir erleben einen "menschlichen" Master Chief, der sein Leben für sein "Silver Team" gibt.

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