Nachgespielt: Gran Turismo 7 (PS5) – Game Review
Exzellentes Rennspiel mit eigenartiger Verpackung. Wer darüber hinwegkommt kann sich über Gran Turismo 7 freuen.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Artikel ist älter als ein Jahr: Es ist möglich, dass sich die darin enthaltenen Informationen inzwischen geändert haben!
- Das Wichtigste in Kürze
- Die wohl beste Rennsimulation für Videospiel-Konsolen, die man sich derzeit kaufen kann
- Gran Turismo 7 für die PlayStation 5 (PS5) bringt mehr Rennspiel-Feeling ins Handgelenk, als je ein Spiel zuvor
- Ein lebloses Menüsystem trübt die Wertung und den Story-Modus
Nachgespielt: Manchmal ändern sich Spiele. Wir werden deshalb nicht den ursprünglichen Artikel verändern, sondern einen anderen Tester auf ein Spiel loslassen, damit er sich ein „anderes“ Bild machen kann. Fast ein Jahr nach Release durfte unser Autor Rainer sich über Gran Turismo 7 wagen. Wie er es empfunden hat, könnt ihr am Ende des Testberichts in der „zweiten Meinung“ nachlesen. Gran Turismo 7 im Test bekommt bei ihm eine glatte 10/10-Wertung.
Ursprünglicher Test-Bericht vom 6. März 2022:
Gleich vorweg: Gran Turismo 7 im Test ist ein superteurer Sportwagen unter den Rennspielen, aber du darfst damit nur 50 km/h auf der Rennstrecke fahren. Irgendwie steht das Spiel permanent auf der eigenen Bremse und das hat sich bei mir auch auf das Gemüht und die Wertung ausgewirkt.
So viele geile Autos! Als PS-Freund bekommt man glänzende Augen und einen Grinser auf das Gesicht gemalt, wenn man so viele realistisch aussehende Sportwagen am Bildschirm präsentiert bekommt. Selten bekommt man so viele schöne Autos auf ein Bild, wie hier in GT7. Wer Auto fahren möchte ist hier genau richtig gelandet.
Und bereits zu Beginn gibt es mit der Musik-Rallye einen Spielmodus, der uns darauf einstimmt. Dabei fährt man auf Zeit und muss zu interessanten Klängen immer wieder Zwischenziele erreichen, bevor die Musik ausläuft. Ein Super Modus, um sich den Gegebenheiten anzupassen und einzufahren.

Bevor man mit dem eigentlichen Hauptspiel loslegt, kann man sich an der Musik-Rallye probieren. – (C) SIE
Danach wird einem auch gleich die ganze Welt des Rennsports in Gran Turismo 7 erklärt. Alles sehr darauf bedacht, auch Fans aus früheren Zeiten oder kompletten Neulingen auf das Rennsporterlebnis auf der PlayStation 5 (in meinem Fall) darauf einzustimmen. Allerdings setzt hier die erste Vollbremsung ein.
Gran Turismo 7 im Test: Lebloses Menüsystem
Nicht falsch verstehen! Wenn man auf der Rennstrecke ist, dann will man fahren. Der Weg dorthin ist aber so lieblos und besteht aus Chat-Nachrichten von irgendwelchen Leuten. Fast schon lieblos hingeklatscht, auf die Art, okay, dass müssen wir auch noch einbauen. Die Kampagne des Spiels glänzt so schön, wie ein eingebrannter Kochtopf mit Faschierten.
Im Wesentlichen dreht es sich darum, dass man Aufgaben bekommt, Ereignisse abschließt, um einen bestimmten Autotyp zu sammeln. Dann verwendet man die neuen Autos in zukünftigen Events und verdient dabei Geld. So weit, so gut. Das Problem an der Sache: Es gibt eine seltsame Reihe an Menüs, die mehr mit einer Lebenssimulation gemeinsam haben, als mit einen Rennspiel. Wenn ich „Die Sims“ spielen möchte, dann spiele ich es. Wenn nicht, dann will ich damit nichts zu tun haben.
Ansonsten wäre für mich alles klar. Es gibt Tuning-Einstellungen – die wirklich „detailliert“ als Aufschrift verdient haben, einen Autosalon, eine Garage und ein Café. Und obwohl ich gerne Kaffee trinke, hat dieser „Ort“ in Gran Turismo 7 meinen Spielehrgeiz gedämpft. Ja, wenn nicht sogar verdorben.

Tuning hatte schon immer einen hohen Stellenwert in der Rennspiel-Simulation. Gran Turismo 7 macht hier natürlich keine Ausnahme. – (C) SIE
Wortspiele?
Man wird ins Café „gerufen“. Dort bekommt man von einem sprechenden Kopf einen Auftrag, Sätze von Autos aus wörtlichen Menüs zu vervollständigen. Nachdem man alle Autos gesammelt hat, erhaltet man eine Geschichtsstunde über diese Autos. Nicht das mich das nicht interessieren würde, aber das hätte man auch anders aufziehen können. Man merkt bei diesem Spiel klar: Die Leute von Polyphony Digital sind Auto-Enthusiasten. Durch und durch! Aber von Geschichten erzählen haben sie so viel Ahnung. Für das Jahr 2022 ist mir das einfach zu wenig.
Vielleicht ist es auch die fehlende Sprachausgabe, die es mir verdorben hat, schier endlose Texte durchzulesen, die eigentlich gar nicht für meinen Fortschritt wichtig sind. Irgendwie muss ich mich durch Menüs „plagen“. Wenn ich „nachblättern“ kann, über die vielen Autos, dann ist das okay für mich. Wenn ich so viele Details kennenlernen möchte, gut. Aber ich will mich nicht durchklicken müssen, damit ich wieder auf die Rennstrecke komme. Entweder man verpackt die ganze Sache in eine nette Geschichte oder man lässt es bleiben. Ein Menü-Text-Adventure brauche ich sicherlich nicht in Gran Turismo 7.
Gran Turismo 7 im Test: Das Ende vom Story-Modus und die Liebe zum Rennen
Ganz ehrlich? Nach weniger als 3 Stunden habe ich den Story-Modus aufgegeben. Ich will auf die Rennstrecke, dafür liebt man eine Rennsimulation. Vor allem die GT-Spiele. Und in Gran Turismo 7 kann man ausgezeichnet fahren. Und dabei ist es egal, ob man ein „Hardcore-Rennspiel-Fahrer“ ist, oder einfach am Wochenende ein paar Runden drehen möchte. Es gibt für jeden Schwierigkeitsgrad genau das richtige Setting. Man muss sogar nicht einmal selbst bremsen, wenn man das nicht drauf hat. Ich habe sogar meine Kinder (unter 10 Jahren) damit spielen lassen und sie schafften es ohne große Schrammen ins Ziel. Obwohl, das Schadensmodell von Gran Turismo 7 ist noch immer so minimal, wie eh und je.

Eine echte Ferrari F-40. Die Autos in Gran Turismo 7 sehen durch die Bank alle verdammt realistisch aus. – (C) SIE
Vom Rennspiel-Setting kann man dem Titel von Polyphony Digital wirklich keinen Vorwurf machen. Es fährt sich „perfekt“, so wie man es eigentlich erwartet hat. Unglaublich reaktionsschnell rast man durch die Kurven. Nicht wie in der Formel 1, dafür gibt es andere Spiele. Jedes Auto „fühlt“ sich richtig an, so wie es ist. Egal ob es ein japansicher Kleinwagen ist oder ein deutscher Rennwagen. Es gibt einen spürbaren Unterschied zwischen der schier endlosen Anzahl an Autos in diesen Spiel.
Danke, PlayStation 5 DualSense-Controller
Hab ich schon erwähnt, das Gran Turismo 7 von Menschen entwickelt wurde die Autos lieben? Auch wenn man keinen eigenen Rennspiel-Equipment daheim hat, also nur mit dem DualSense-Controller der PS5 spielt, bekommt man viel Straße und Auto in den Händen mit. Das haptische Feedback und die Vibrationen, verkaufen „echte Next-Gen-Erfahrung“. Das fühlt sich wirklich gut an, im wahrsten Sinne der Worte. Man fühlt wenn man einen Gang wechselt, wenn man eine enge Kurve meistert oder wenn der Gegner im Rückspiegel näher kommt. Keine Ahnung wie sie das geschafft haben, aber im Rennen bist du voll dabei.
Damit sei auch gesagt: Gran Turismo 7 ist für mich das bisher realistischste Fahrerlebnis, dass ich je gesehen habe.
Gran Turismo 7 im Test: Es lebe der Auspuff
Die Strecken sehen fantastisch aus, auch viele Details abseits der Rennstrecke. Ja, man kann auch während der Fahrt seinen Kopf nach links und rechts wenden, um die Umgebung zu beachten. Oder um zu sehen, ob man wirklich gerade überholt wird. Egal ob man in der First- oder Third-Person-Ansicht das Auto fährt: Man erlebt eigentlich immer die Geschwindigkeit. Und mit der passenden Soundbar zum Fernsehgerät auch das (absolut) geile Geräusch von 500-PS-Autos, wenn sie beschleunigen.
Ich möchte gar nicht wissen wie lange Mitarbeiter des Entwicklers die verschiedenen Motorgeräusche aufgenommen haben, um den perfekten Sound zu erhalten. Auf jeden Fall hat es sich ausgezahlt. Die Musik-Rallye brachte zu Beginn des Spiels einige interessante Klänge hervor, aber sonst gibt es keine großen Titel, auf die man sich freuen darf. Viele Menü-Sounds klingen wie beim Zahnarzt im Wartebereich.
YouTube-Video
Beim Laden dieses YouTube-Videos können personenbezogene Daten an YouTube übermittelt werden. Mit "Klick" auf "Inhalt anzeigen" gibst du diese Funktion in deinem Browser für mindestens 1 Jahr frei. Du kannst die Einwilligung jederzeit widerrufen, indem du deine Browser-Daten löschst.
- Sony ändert PSN-Regeln: Was PlayStation-Spieler jetzt wissen müssen
- Lesenswerter Artikel
- PS5-Verkäufe brechen drastisch ein: Sony steht plötzlich unter Druck
- Lesenswerter Artikel
- Summer Game Fest 2026: Wann die größten Gaming-Events laufen
- Lesenswerter Artikel
- GTA 6: Sony wirbt auf PS4-Konsolen für den Wechsel zur PS5
- Lesenswerter Artikel
- Bungie wird für Sony zum Problem: 765 Millionen Dollar Verlust nach Marathon-Start
- Lesenswerter Artikel
- Von PS1 bis PS5: So stark hat sich PlayStation verändert
- Lesenswerter Artikel
Fazit zu Gran Turismo 7
Ganz ehrlich? Wenn diese uninteressante Menüführung nicht wäre, man das alles anderes eingepackt hätte, dann redet man bei Gran Turismo 7 von einem Rennspiel, dass die Messlatte neu auflegt. Ohne Umschweife ist es die beste Rennsimulation, die man sich für eine Videospielkonsole kaufen kann. Klar, Titel wie Forza Horizon 5 machen „mehr Spaß“, aber vom Renngefühl und vom haptischen Feedback, kann man GT7 nichts vormachen.
Gran Turismo 7 verteidigt den Titel „The Real Driving Simulator“ eigentlich wie erwartet. Langweilige Dialoge und Café-Besuche trüben diese Ereignis eigentlich nur. Das Spiel ist wirklich grandios, weil man als Gelegenheits-, wie auch als Hardcore-Rennfahrer zu seinen Erlebnis kommt! Das Spiel macht auch viel dafür, dass Neulinge sich sofort auskennen und motiviert sind weiterzuspielen, aber Polyphony schaffte es auch mich zu langweilen.
Wenn man Autos und ihre Geschichten dazu liebt, dann findet man in GT7 das „Spiel seines Lebens“.
Übrigens: Die Unterschiede zwischen der PS4- und PS5-Version sind marginal. Natürlich ist das Feeling mit dem DualSense-Controller besser, dank dem haptischen Feedback. Auch die Ladezeiten sind dank der SSD-Festplatte der PS5 besser. Puncto Optik gibt es ein paar Reflexionen mehr auf den Autos, wie Digital Foundry auf YouTube aufzeigt.
Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !


