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Artikel von Markus +

Kaum war God of War: Sons of Sparta überraschend im State of Play veröffentlicht worden, entbrannte die Diskussion: Warum wirkt Kratos hier so fremd? Kein wütender Halbgott, kein Götterschlächter, sondern ein gläubiger, unsicherer Junge. Für viele Fans fühlte sich das wie ein Bruch mit der Identität der Reihe an. Jetzt melden sich die Entwickler von Mega Cat Studios zu Wort und verteidigen ihre kreative Entscheidung.

Im offiziellen PlayStation-Podcast erklärten Studioleiter James Deighan und Game Director Zack Manko, dass der junge Kratos kein Zufall sei. Vielmehr wollte man bewusst eine Geschichte erzählen, die zeitlich vor den bekannten Ereignissen liegt. Kratos sei hier noch kein Gott, nicht einmal ein Halbgott. Er glaube an den Olymp, sei den Göttern ergeben und sehe sie als höhere Macht, an die er sich in schwierigen Momenten wenden kann. Genau dieser Kontrast zu seinem späteren Hass auf die Götter solle dem Charakter zusätzliche Tiefe verleihen.

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Die Entwickler sprechen von einer Art „God of War Zero“, also der Vorstellung, wie ein früher Serienableger auf der ersten PlayStation ausgesehen hätte. Technisch und erzählerisch wollte man bewusst zurückgehen, um die Ursprünge seines Zorns zu zeigen. Dabei arbeiteten Mega Cat Studios eng mit Santa Monica Studio zusammen. Deren Autoren hätten letztlich bestärkt, dass ein Prequel nicht nur zur griechischen Saga passt, sondern auch zur nordischen Neuinterpretation mit Atreus.

God of War: Sons of Sparta – Mehr Dimension oder Identitätsbruch?

Die Idee dahinter: Wer die späteren Ereignisse kennt, erlebt hier eine tragische Vorahnung. Ein junger, gottesfürchtiger Kratos, der noch nicht weiß, welches Schicksal ihn erwartet. Das soll laut den Entwicklern emotional stärker wirken, weil Spieler seine Zukunft bereits kennen.

Doch nicht alle Fans lassen sich davon überzeugen. Ein weiterer Kritikpunkt sorgte zusätzlich für Ärger: die Koop-Verwirrung. Im PlayStation Store wurde ein Koop-Modus erwähnt. Einige Käufer gingen davon aus, sofort gemeinsam spielen zu können. Tatsächlich wird der Modus jedoch erst nach Abschluss der Hauptstory freigeschaltet. Eine Information, die erst nachträglich erst über X.com klargestellt wurde:

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Für manche war das Grund genug, das Spiel direkt wieder zurückzugeben.

Mutiger Schritt oder falsche Richtung?

Die zentrale Frage bleibt: Darf eine ikonische Figur wie Kratos so stark verändert werden? Entwickler Mega Cat Studios argumentiert, dass genau diese Veränderung notwendig sei, um die Figur weiterzuentwickeln. Wer nur den zornigen Gott sehen will, bekommt hier bewusst etwas anderes. Einen Jungen am Anfang seines Weges.

Ob dieser Ansatz langfristig als cleverer erzählerischer Kniff oder als Fehlgriff in Erinnerung bleibt, wird sich zeigen. Klar ist nur: Sons of Sparta hat es geschafft, eine der größten PlayStation-Marken wieder ins Zentrum der Debatte zu rücken. Wem der „junge Kratos“ auf jeden Fall nicht gefällt ist der Schöpfer selbst.

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