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Filmkritik – Captain Marvel

Auf zur letzten Schlacht vor dem Endgame!

Nach 11 Jahren, 21 Filmen und zwei bis drei unglaublichen Hulks, je nachdem, welches Studio gefragt wird, ist das MCU so komplex und gelegentlich verwirrend wie die langjährigen Comic-Veröffentlichungen, auf denen die Franchise basiert.

Als Iron Man 2008 das Marvel Cinematic Universe quasi ins Leben rief, konnte noch niemand ahnen, dass diese riesige, gemeinsam genutzte Welt ihren eigentlichen Anfang in den 1990er Jahren haben würde. Doch genau hier finden wir uns in Captain Marvel wieder.

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Die im Jahre 1995 angesiedelte Comicverfilmung ist nicht nur die Einführung von Brie Larsons, Carol Danvers in das MCU, sondern wohl auch der wichtigste „Boxenstopp“ zwischen Avengers: Infinity War und dem sehnlich erwartenden Abschluss der Thanos-Saga, Avengers: Endgame der am 25.04.2019 in den heimischen Kinos anläuft.

Wie uns Captain Marvel ins Endgame bringen wird

Als Mitglied der Starforce unter der Leitung von Yon-Rogg, (Jude Law) treffen wir auf Vers (Brie Larson). Bei deren ersten Einsatz wird sie von den verfeindetenSkrull entführt. Deren Anführer Talos (Ben Mendelsohn) ist hinter einer mächtigen Energiequelle her und wichtige Informationen dazu verbergen sich tief in Vers Erinnerungen.

Ab nun gilt es aufzupassen, denn Vers kann sich nur an die letzten sechs Jahre ihres Lebens erinnern. Dank ihrer Superkräfte gelingt es ihr sich aus den Fängen der Skrull zu befreien und von deren Raumschiff zu fliehen. Bei Ihrer Flucht landet sie, wie es der Zufall will ausgerechnet auf dem Planet C-53, uns bekannt als Erde.

Hier trifft Vers, dank „De-Ageing-Technologie“ die bereits seit Avengers: Age of Ultron von Marvel eingesetzt wird, auf einen jungen Nick Fury (Samuel L. Jackson). Dieser hilft ihr, nach anfänglichen Zweifeln, die drohende Skrull-Invasion abzuwenden und dem Mysterium von Vers Vergangenheitauf die Spur zu kommen.

Marvels erste Superheldin mit eigenen Film

Mit Wonder Woman hat DC ja schon vorgezeigt wie es gemacht wird und endlich zieht Marvel mit einer weiblichen Superheldin in der Hauptrolle mit. An dieser Stelle auch positiv zu bewerten, dass nicht darauf rumgeritten wird, dass sie eine Frau ist. Stattdessen wird es von Anfang an als gegeben akzeptiert und so legt Captain Marvel ein paar Verhaltensmuster an den Tag die selbst Thor und Tony Stark erblassen lassen.

Im passend rebellischen Grunge-Look und betont frecher Haltung dürfte diese Version von Captain Marvel ein wenig überraschen und wirkt manchmal ein wenig übertrieben. Wodurch man sich oft fragt, ob es sich bei der Heldin um eine Erwachsene Person oder einen Teenager handelt. Allerdings sind diese Momente glücklicherweise selten und wie zuvor bereits erwähnt, auch Thors Verhalten in dessen Origin-Story war anfänglich alles andere als sympathisch.

Auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit und Identität überzeugt die Oscar Gewinnerin, Brie Larson auf allen Ebenen. Aber auch die Nebendarsteller allen voran Ben Mendelsohn und Lashana Lynchals Carols beste Freundin Maria Rambeau überzeugen mit ihrem Debut im Werk der Regisseure Anna Boden und Ryan Fleck.

Ironischerweise ist die größte Schwäche die unglaubliche Stärke der Heldin

Captain Marvel hat keine Schwächen. Mit ihren Energiestrahlen vernichtet sie sämtliche Gegner und klatscht diese an die Wand als wären sie nicht mehr als nervige Fliegen. Raumschiffe hängt sie mit Leichtigkeit ab oder entkommt ihnen mit Lichtgeschwindigkeit. Auch wenn es im Moment sehr danach aussieht, hoffe ich sehr stark das Captain Marvel dadurch nicht zur “einfachen Lösung” gegen Thanos mutiert und sich die Autoren von Avengers: Endgame etwas mehr mühe geben für das Finale der letzten Phase des MCU wie wir es kennen.

Ein Kind der 90er Jahre

Captain Marvel versäumt auch keine Chance die mittlerweile vorsintflutlich wirkende Technik der Neunzigermit liebevollen Seitenhieben einen Platz zu geben. Ob 56k-Modem, klassisch grauer Nintendo GameBoy, bis zur haptischen Faltkarte ist alles in Marvels neuesten Streifen zu finden.

FAZIT

Mit klugen Wendungen, intelligenten Dialogen und einer nachvollziehbaren Suche nach der eigenen Identität wurde aus Captain Marvel eine Comicverfilmung die sich sehen lassen kann. Doch die wenigen Wochen bis zum Kinostart von Avengers: Endgame scheinen nun Lichtjahre entfernt.

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