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Artikel von Markus Bauer +
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  • Das Wichtigste in Kürze
  • Noah and the Poohloudies entsteht unter anderem für Nintendo 64, Dreamcast, PS1, Sega Saturn und 3DO.
  • Das 3D-Abenteuer wird von einem einzelnen Entwickler mit einer eigenen Engine umgesetzt und soll auf echter Original-Hardware laufen.
  • Wann das Spiel tatsächlich veröffentlicht wird und welche Versionen gleichzeitig fertig werden, steht noch nicht fest.

Nintendo Switch 2, PlayStation 5 oder Xbox Series X/S? Alles viel zu modern. Der spanische Entwickler Walfrido Abejón arbeitet 2026 an einem neuen 3D-Spiel und hat sich dafür Konsolen ausgesucht, von denen einige seit Jahrzehnten nicht mehr produziert werden.

Noah and the Poohloudies entsteht für Nintendo 64, Sega Dreamcast, die erste PlayStation, Sega Saturn und 3DO. Auch eine Version für Nokias N-Gage befindet sich beziehungsweise befand sich bereits in Arbeit.

Und dabei handelt es sich nicht um eine Portierung eines alten Spiels. Es ist eine komplett neue Entwicklung.

Das Nintendo 64 wird 2026 bereits 30 Jahre alt

Allein die Plattformen machen das Projekt ungewöhnlich. Nintendo veröffentlichte das Nintendo 64 erstmals 1996 in Japan. Die Konsole feiert damit 2026 ihren 30. Geburtstag. In Europa erschien sie im März 1997. Segas Dreamcast ist nur wenig jünger. Die letzte Sega-Konsole erschien 1998 in Japan und 1999 in Europa. Trotzdem existiert bis heute eine aktive Homebrew-Szene, die neue Software für die Hardware entwickelt.

Bei Noah and the Poohloudies geht die Sache aber noch weiter. Entwickler Walfrido Abejón versucht nicht, sein Spiel lediglich auf einer einzigen Retro-Konsole zum Laufen zu bringen. Er passt dasselbe 3D-Abenteuer an völlig unterschiedliche Hardware-Architekturen der 1990er-Jahre an. Das reicht von Sonys PlayStation und Segas kompliziert aufgebautem Saturn über das Nintendo 64 bis zum vergleichsweise leistungsfähigen Dreamcast und dem deutlich exotischeren 3DO.

Was ist Noah and the Poohloudies überhaupt?

Abejón beschrieb sein Spiel bereits früher sinngemäß als Mischung aus Super Mario 64, Pokémon und Tamagotchi. Spieler übernehmen die Kontrolle über den Roboter Noah und erkunden dreidimensionale Gebiete. Andere Maschinen sind durch einen bevorstehenden Meteoriteneinschlag außer Kontrolle geraten. Noah kann diese Roboter besiegen und anschließend übernehmen beziehungsweise mit ihnen verschmelzen. Dadurch erhält er neue Fähigkeiten, die wiederum beim Erkunden der Spielwelt benötigt werden.

Die eingefangenen Maschinen funktionieren dabei nicht nur wie klassische Power-ups. Sie müssen unter anderem mit Nahrung, Wasser und Medizin versorgt werden. Der Entwickler verbindet damit 3D-Plattforming, das Sammeln unterschiedlicher Kreaturen und leichte virtuelle Haustier-Elemente. Das Konzept reicht schon mehrere Jahre zurück. In einem Interview mit Sega Saturn, Shiro! erklärte Abejón bereits 2021, dass die ersten Wurzeln des Projekts bis 2016 zurückreichen.

Die alte Engine musste komplett ersetzt werden

Die Entwicklung verlief allerdings alles andere als geradlinig. Nach mehreren Jahren stieß das Projekt mit seiner damaligen Technik an Grenzen. Abejón entwickelte deshalb eine neue eigene Engine praktisch von Grund auf.

2025 tauchte Noah and the Poohloudies nach rund vier Jahren ohne größeres öffentliches Update wieder auf. Die neue Saturn-Version lief damals bereits auf echter Standard-Hardware mit einer Auflösung von 352 × 224 Pixeln und ungefähr 20 bis 30 Bildern pro Sekunde. Seitdem wurde die Technik weiter ausgebaut und auf weitere Systeme übertragen.

Das Spiel soll wirklich auf dem alten Nintendo 64 laufen

Das ist ebenfalls wichtig: Noah and the Poohloudies ist nicht einfach ein Spiel im Retro-Look, das nur über Emulatoren an alte Konsolen erinnert. Das Ziel ist, die jeweiligen Versionen auf echter Original-Hardware zum Laufen zu bringen. Gerade bei der Nintendo 64-Version wurden bereits erhebliche Optimierungen vorgenommen. Berichte aus der Homebrew-Szene zeigen das Spiel auf realer Hardware mit einer Bildrate im Bereich von rund 30 FPS.

Der Entwickler baut dafür große Teile der Technik selbst und passt sie an die jeweiligen Eigenheiten der Konsolen an. Genau das macht das Projekt technisch wesentlich spannender als einen gewöhnlichen Retro-Plattformer für den PC.

Ausgerechnet die Dreamcast-Version ist vergleichsweise einfach

Dabei ist nicht jede alte Konsole gleich schwierig. In einem ausführlichen Bericht von Automaton im April 2026 erklärte Abejón, dass der Dreamcast für ihn sogar zu den einfacheren Zielplattformen gehört. Die modernere Architektur und höhere Leistung geben ihm mehr Spielraum als beispielsweise beim Sega Saturn oder 3DO.

Gerade darin steckt ein Teil des Reizes des Projekts. Abejón sucht offenbar bewusst technische Herausforderungen. Das Spiel wanderte deshalb im Laufe seiner Entwicklung auf immer weitere alte Systeme.

Wann erscheint Noah and the Poohloudies?

Hier kommt der Haken: Einen festen Release-Termin gibt es weiterhin nicht. Auch ist bislang nicht endgültig bestätigt, ob alle Versionen gleichzeitig erscheinen werden. Das Projekt wird von einem einzelnen Entwickler vorangetrieben und befindet sich schon seit Jahren in Arbeit.

Aktuelle Entwicklungsstände zeigen allerdings, dass es sich längst nicht mehr nur um eine Idee oder ein paar Konzeptbilder handelt. Mehrere Fassungen laufen bereits auf den jeweiligen Systemen und die gemeinsame Engine wird weiterhin optimiert. Updates veröffentlicht Abejón regelmäßig unter seinem Entwicklernamen Golden Age Turbo.

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