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Call of Duty: Black Ops Cold War (PC) – Review

Gleich vorweg: Call of Duty Black Ops Cold War bringt nicht den technischen Fortschritt, den wir bei Modern Warfare gesehen haben, aber... der Treyarch/Raven Software-Shooter liefert ab!

Review von
Call of Duty: Black Ops Cold War - (C) Activision

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Kampagne die Shooter-Fans gespielt haben sollten
  • Ein noch schmächtiger Mehrspieler-Modus
  • Und ein Zombie-Modus mit Rollenspiel-Elementen

2020 hatte einiges für Call of Duty-Fans zu bieten, so viel ist sicher. Mit den Seasons von Modern Warfare (2019), Modern Warfare 2 Remaster (2020) und dem kostenlosen Battle Royale-Spiel Warzone (2020) gab es auf der PC- und Konsolen-Seite jede Menge Futter für Shooter-Spieler. Aber auch am Smartphone konnte sich Call of Duty Mobile durchsetzen. Gerade weil Treyarch die 3-Jahres-Regel der Call of Duty-Entwickler durchbrochen hat (Black Ops 4 erschien 2018), war Black Ops Cold War von vorneweg fragwürdig. Könnten es Treyarch und Raven Software schaffen – so schnell – ein ordentliches Spiel abzuliefern? Das erfährt ihr in unserem Review.

Das letzte Call of Duty von Treyarch, Black Ops 4, kam ohne Kampagne. Es scheint so als hätte man sich die coolen Ideen und die Stranger Things-Momente für Black Ops Cold War aufgehoben. Der Kalte Krieg liefert das beste Material das man sich vorstellen kann, jetzt muss man als Videospiel-Entwickler nur noch etwas daraus machen. Und das ist – gleich vorweg – gelungen! Also Story-technisch… Die Geschichte ist fiktiv, könnte aber genau so passiert sein.

Wird Call of Duty jetzt zum Rollenspiel?

Zu Beginn der Kampagne erstellt man ein psychologisches Profil, in dem man sein Geschlecht (es gibt 3, also auch binär), seinen Hintergrund und einige Vorteile auswählen kann, die man am Schlachtfeld hat. Diese Fähigkeiten bleiben für alle Missionen aufrecht, ob man entweder mehr Power haben möchte, ein Magazin mehr eingesteckt bekommt oder den Waffen-Rückstoß leichter haben möchte. Klar, es ist kein Rollenspiel und die Elemente sind flach, dafür gibt es auch einige Dialogoptionen und optionale Nebenmissionen. Man hat kein klares Ende für die Kampagne, die Missionsauswahl ist nicht linear – genauso auch das Ende nicht. Als Codenamen „Bell“ ist man unterwegs durch den Kalten Krieg.

Die Dialogbäume sind bereits bekannt aus „Action-Adventures“ aus dem Jahr 1980. So viel Rollenspiel steckt also in Call of Duty: Black Ops Cold War. Man kann bis zu 3 Dialoge auswählen, wie man antwortet. Damit kann man auch einiges verpassen, wenn man die falsche Antwort abgibt. Die erste richtige Mission gibt uns auch gleich die Gelegenheit, eine Entscheidung zu treffen, wie wir den Oberbösewicht „Perseus“ schnappen. Generell muss man anmerken das die Charakter-Entwicklung gegenüber früheren Teilen weitaus besser ist. Hey, ist kein The Witcher 3, also kein Rollenspiel, aber für einen Shooter macht es echt Stimmung. So kann man sich auch getrost hinsetzen und einen Film nach dem anderen kucken und zwischendurch ordentlich aufräumen.

Über die Beweistafel sucht man sich seine nächste Mission aus, wohin es gehen soll. Beweise benötigt man, um weiterzuspielen, die man in den Missionen findet (oder darauf hingeleitet wird). Dabei gibt es immer wieder Video-Clips mit Original-Aufnahmen die sich mit Render-Grafiken mischen. Und die sehen – einfach gesagt – Hammer aus! Vielleicht liegt es auch daran, dass der Download von Call of Duty: Black Ops Cold War inklusive Textur-Paket eine Weile gedauert hat (bei meinem Dorf-Internet fast einen Tag).

Call of Duty: Black Ops Cold War - (C) Activision

Call of Duty: Black Ops Cold War – (C) Activision

Call of Duty: Black Ops Cold War im Review – Die beste Kampagne überhaupt!

Die Optik der Render-Sequenzen macht wirklich etwas her und auch sonst hat Treyarch und Raven Software ein flüssiges Shooter-Erlebnis geschaffen. Die Stimmung des Kalten Krieges wird ziemlich gut eingefangen und man fühlt sich wie in einem Film. Aber es ist schon ein wenig mehr, als „Fang den bösen Russen“. Es gibt so viele Neben-Details, die man aufschnappen kann und so bahnt sich eine gewisse Unsicherheit mit den Verbündeten an. Wie die Geschichte ausgeht werde ich an dieser Stelle nicht verraten, weil sie auch nicht linear ist – also jeder von uns wird etwas anderes sehen, wenn er zum ersten Mal durchspielt, unnötig hier etwas zu erwähnen.

Das Setting der 80er Jahre ist wirklich gut gewählt und mich hat es im Nachhinein auch ein wenig gewundert, warum das bisher noch keiner in dieser Art aufgegriffen hat. Activision selbst hat sich auch einige Denkmale in das Spiel eingebaut, weil man Retro-Klassiker wie Barnstorming als Spielautomat hineingepflanzt hat, dass 1982 für den Atari 2600 erschienen ist.

Ein wenig „Stranger Things“-Moment kommt auch sogar auf, als man in einem russischen Gebäude eine perfekt nachgebaute amerikanische Stadt findet. Die passende Hintergrundmusik und das Setting tun ihr übriges. Eigentlich hätte ich da schon Zombies erwartet, aber die kommen extra als eigener Modi.

Und dann kam es, wovor ich mich gefürchtet habe: Spielabbruch. Keine Verbindung zum Battle.net-Server. Also die Zombies haben den Server von Blizzard-Activision angeknabbert. Egal, es geht gleich weiter. Das Spiel lässt sich am PC auch immer wieder durch den „abgesicherten Modus“ neu starten. Fühlt sich fast so an wie Windows – und stürzt auch manchmal genauso ab. Warum eigentlich?

Es gibt sogar einige Grand Theft Auto-Momente in der Kampagne, als man in Vollmontur mit Mini-Guns durch die KGB-Zentrale läuft. Ein extra-geiler Moment, den ich schon bei einem Heist von GTA 5 geliebt habe. Als Panzer-Mann gegen ein ganze Legion an Feinden, also so fühlt man sich dabei.

Endmission

Alles hat ein Ende, auch die Kampagne von Call of Duty: Black Ops Cold War. Aber dieses Ende ist, wie gesagt, nur mein Ende, aufgrund meiner Entscheidungen. Dennoch hat es keine 4 Stunden gedauert und alles war vorbei. Deswegen wieder angefangen, mit erhöhter Schwierigkeit. All zu viele Optionen wird es dann auch nicht geben. Wenn nicht irgendein Zombie die Battle.net-Server anknabbert. Vielleicht waren es auch die Verhör-Drogen die meinem Charakter „Bell“ verpasst wurden, direkt in die Augenhöhle – intravenös und ohne Gnade. Auch das hat mich daran erinnert, dass die Entwickler von Treyarch und Raven Software sicherlich gerne – so wie ich – Stranger Things geschaut und GTA 5 gespielt haben. Sicherlich beides gute „Rezepte“ für ein gelungenes Spiel. Und die Kampagne ist auch gelungen, so viel kann man sagen.

Call of Duty: Black Ops Cold War - (C) Activision

Call of Duty: Black Ops Cold War im Review auf DailyGame. – (C) Activision

Wenn es um die Hauptmissionen selbst geht, liefert Black Ops Cold War einige der besten Momente der Serie bis heute!  Eine Mission ist ein umwerfender saurer Rückblick mit von Stanley Parable inspirierten unterschiedlichen Pfaden. Eine weitere findet im berüchtigten Lubjanka-Gebäude statt, dem Hauptquartier des KGB, und besetzt uns als Doppelagenten mit der Aufgabe, CIA-Mitarbeiter ins Haus zu holen. Man hat mehrere Wege, um dies zu erreichen, und es liegt an uns, diese herauszufinden, indem wir das Gebäude erstmal erkunden. Die Missionen sind abwechslungsreich und reichen von herumschleichen, erkunden bis hin zum totalen Call of Duty-Massaker.

Generell habe ich mir einen Satz besonders gut gemerkt, der im Laufe der Kampagne fällt (eher am Ende): „Mit mehr Zeit hätten wir mehr erreichen können“. Das trifft auch irgendwie zu, weil ich hätte mir noch gerne ein paar Missionen zusätzlich gewünscht, die mich weitere Stunden gefesselt hätten. Dafür weiß ich jetzt wie die Babys der Entwickler heißen, wenn man den Abspann gesehen hat.

Der Mehrspieler-Modus von Call of Duty: Black Ops Cold War im Review

Im Mehrspieler-Modus nagelt Treyarch normalerweise Dinge fest und dieser Shooter ist ebenfalls wieder ein Beispiel dafür. Das 6vs6-Erlebnis fühlt sich scharf, ausgeglichen und schnell an. Schnell stirbt man auch, was ich kritisieren muss. Gut, auch die Gegner fallen wie die Fliegen, wenn das Aiming passt, aber insgesamt ist es ein wenig zu „schnell“ für mich – und auch für andere Spieler der Community, die ich dazu bisher befragt habe. Auch wenn laut Entwickler das „schnelle Töten“ wie in Modern Warfare vorbei ist, dass gilt anscheinend nur für die Zombies, die etwas zäher sind. Dafür ist das Gleiten und Springen weniger anfällig für Missbrauch durch aggressive Spieler, wie es im Vorgänger war.

Im Gegensatz zu Modern Warfare – ja ich vergleiche es eigentlich nur mit dem 2019er-Call of Duty, fühlen sich kleinere Details wie Spawnpunkte besser an. Die Maps hat man auch irgendwie gleich unter Kontrolle und der Einstieg sollte vor allem für Call of Duty-Neulinge (wenn es noch welche gibt) sehr leicht sein. Wenn man mit seinem Team die Map kontrolliert, also entscheidende Punkte einnimmt und besetzt, hat man das gegnerische Team unter Kontrolle und schubst sie in der Mitte nur so herum. Anderseits kann dass dir auch passieren. 

Die Map-Auswahl kann man kritisieren, weil sie derzeit noch sehr mickrig ist und sowieso alle „Moskau“ spielen wollen, wenn es die Auswahl für diese Karte gibt. Derzeit gibt es nur 8 Maps, die mit den Seasons erweitert werden.

Dafür ist das Waffen-Feeling einzigartig, wie auch schon in Modern Warfare und ich kann es eigentlich kaum erwarten, bis diese auch in Warzone eingeführt werden. Das soll am 10. Dezember passieren.

Noch mehr Zombies

Der Zombie-Modus macht, was ein Zombie-Modus eben tun muss, obwohl er für mich noch ein Rätsel ist. Es wurde versucht diesen Modus zu vereinfachen und zu verfeinern, wohl um neue Spieler anzulocken. So kann man Loadouts jetzt im Voraus herstellen, damit man kein Match mit einer Pistole zu Beginn bestreiten muss. Die Zombies haben jetzt Gesundheitsbalken, wie in einem Rollenspiel, so dass man klar erkennen kann, wie viel Schaden man noch ausrichten muss. Wie bei The Walking Dead gilt: Headshot ist besser als Körpertreffer. Auch wenn das mit genug Munition egal ist. Man sammelt Geld für das Erledigen der Biester und kann sich unterwegs neue Waffen kaufen, die halt auch immer besser werden. Genauso wie die Zombies immer stärker werden. Also ja, man kämpft bis zum Schluss, Runde für Runde, um dann irgendwann einmal zu fallen. Leider ist es kein Left 4 Dead und ich vermisse dabei die Katana-Schwerter.

Fazit zu Call of Duty: Black Ops Cold War

Treyarchs neueste Version scheint ein paar Änderungen durchgemacht zu haben, zu früheren Call of Duty-Angeboten. Es liefert an allen drei Fronten, also Kampagne, Mehrspieler und Zombies. Die Kampagne macht für mich das Highlight aus, der Mehrspieler-Modus gehört einfach noch nachgeschliffen und erweitert, aber darauf kann man aufbauen. Das Szenario mit dem Kalten Krieg ist perfekt gewählt und wenn die Zombies nicht andauernd den Battle.net-Server anknabbern, hätte ich das Spiel nicht öfters neu starten müssen.

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ReviewWertung

9SCORE

Call of Duty: Black Ops Cold War bietet ein perfektes Szenario für Shooter-Fans. Wer nicht dabei war kann es nicht wissen.

Detail-Wertung

Grafik

10

Sound

10

Gameplay

9

Story

10

Motivation

9

Steuerung

9

Multiplayer

8

Test-Hardware: Intel Core i7 10700K, 8x 3.80GHz; ASUS TUF GAMING Z490-PLUS, S. 1200 Motherboard, NVIDIA GeForce RTX 3080 10GB; 32GB Ballistix RAM DDR4-3600. Gespeichert auf NVMe M.2. Interne SSD.