Abzocke im PlayStation Store? Verbraucherschützer verklagen Sony wegen überhöhter Preise
Warum sind digitale Spiele im PlayStation Store oft teurer? In den Niederlanden entsteht gerade eine Sammelklage dagegen.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Bei DailyGame halten wir uns an hohe redaktionelle Standards, um unseren Lesern präzise Rezensionen und Bewertungen zu bieten. Es ist möglich, dass wir eine Vergütung erhalten, wenn du auf Links zu den von uns überprüften Produkten klickst. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
Hast du dich schon einmal gefragt, warum digitale PlayStation-Spiele oft teurer sind als ihre physischen Versionen? Eine niederländische Verbraucherschutzorganisation hat genau dieses Problem ins Visier genommen – und Sony nun verklagt. Der Vorwurf: Das Unternehmen nutze seine Marktmacht aus, um künstlich hohe Preise durchzusetzen.
Die Organisation „Stichting Massaschade & Consument“ kritisiert, dass digitale Spiele in den Niederlanden teilweise bis zu 47 Prozent teurer sind als die Retail-Versionen. Besonders brisant: Seit 2019 hat Sony den Verkauf digitaler Spielecodes über Drittanbieter verboten. Dadurch sind PlayStation-Nutzer gezwungen, ihre Spiele direkt im PlayStation Store oder über Guthabenkarten zu kaufen – zu Preisen, die Sony selbst festlegt.
Werbung
Laut den Verbraucherschützern führt das zu einer inoffiziellen „Sony-Steuer“. Während physische Versionen regelmäßig im Preis sinken, bleiben digitale Spiele oft unverhältnismäßig teuer.
Millionen PlayStation-Nutzer betroffen – Forderung nach Entschädigung
Die Klage betrifft über drei Millionen niederländische PlayStation-Spieler. Die Organisation fordert eine Entschädigung. Der Fall folgt auf ähnliche Gerichtsverfahren in Portugal und Großbritannien, wo das Berufungsgericht für Kartellrecht kürzlich grünes Licht für eine Klage gab. Nach den europäischen Wettbewerbsregeln haben marktbeherrschende Unternehmen zusätzliche Pflichten, den Wettbewerb nicht zu verzerren, wie Tweakers.net berichtet.
Doch es geht nicht nur um Käufer: Auch Entwickler sollen unter Druck stehen. Sony bestimme nicht nur, wo Spiele verkauft werden dürfen, sondern nehme auch Einfluss auf deren Preisgestaltung. Das führe dazu, dass selbst ältere Titel kaum im Preis fallen – während physische Spiele oft günstiger werden.
Werbung

Marvel’s Spider-Man 2 kostet im PlayStation Store aktuell 79,99 Euro für die PlayStation 5. Auf Amazon.de kostet die Box-Version aktuell 63,76 Euro (AT-Preis). – Bild: (C) Sony, SIE, Marvel
Was soll mit der Klage erreicht werden?
Die Initiatoren wollen, dass Sony sich an die gesetzlichen Regeln hält. Das Amsterdamer Gericht soll Sony verpflichten, sein wettbewerbswidriges Verhalten zu beenden und betroffenen PlayStation-Nutzern Schadensersatz zu zahlen.
Die Gaming-Industrie ist mittlerweile größer als Film, Fernsehen und Musik zusammen. Als Hersteller der meistverkauften Konsole weltweit hat Sony eine enorme Marktmacht – doch diese nutzt das Unternehmen laut Verbraucherschützern zu seinem Vorteil aus.
- Über 1.100 PS5-Spiele plötzlich weg! – Sony räumt den PlayStation Store auf
- Lesenswerter Artikel
- Forza Horizon 5 auf PS5 ein Mega-Erfolg: über 5 Mio. Verkäufe überraschen selbst Xbox-Fans
- Lesenswerter Artikel
- Avowed erscheint auf PS5: Anniversary Update mit New Game Plus und neuen Völkern
- Lesenswerter Artikel
- Fortnite, Call of Duty & Co: Diese Top 5 Games aus den USA kennen wir alle
- Lesenswerter Artikel
- PlayStation KI spielt für dich: Sony Interactive Entertainment patentiert „AI Ghost“
- Lesenswerter Artikel
- Simpler Trick: Mit dieser banalen PS5-Einstellung hält dein DualSense-Akku spürbar länger
- Lesenswerter Artikel
Warum sollte Sony nicht allein die Preise bestimmen?
Das Problem ist nicht, dass Sony Preise festlegt, sondern dass das Unternehmen den Wettbewerb verhindert. Normalerweise sorgt Konkurrenz für faire Preise, da Händler sich gegenseitig unterbieten müssen. Doch weil Sony den PlayStation Store als einzige Verkaufsplattform für digitale Spiele vorschreibt, gibt es keine Alternativen – und Spieler zahlen drauf.
Die Sammelklage richtet sich an PlayStation-Nutzer mit Wohnsitz in den Niederlanden, die:
- eine PlayStation 4 oder 5 besitzen,
- ein Sony PlayStation Network-Konto haben,
- zwischen dem 29. November 2013 und heute mindestens einen Kauf im PlayStation Store getätigt haben,
- mindestens 8 Jahre alt sind.
Personen außerhalb der Niederlande können leider nicht teilnehmen. Die Verbraucherschützer setzen sich mit dieser Aktion gezielt für faire Preise und mehr Wettbewerb im digitalen Gaming-Markt ein. Ob ähnliche Sammelklagen im deutschsprachigen Raum geplant sind ist derzeit nicht bekannt.
Stimmt etwas nicht oder fehlt dir was? Melde dich, wir kümmern uns darum. Nutze unser Feedback-Formular!





