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Artikel von Markus Bauer +
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Microsoft plant weiterhin aktiv mit physischen Xbox-Spielen. Darauf deutet eine neue Stellenausschreibung hin, die deutlich konkreter ist als die üblichen Aussagen über „Wahlfreiheit“ für Spieler. Gesucht wird ein Xbox Games Supply Strategist, der unter anderem den Launch physischer Xbox-Spiele koordinieren und deren weltweite Versorgung über den gesamten Lebenszyklus planen soll.

Die Stelle ist direkt auf der Karriereseite von Microsoft ausgeschrieben. In der Beschreibung heißt es, der neue Mitarbeiter solle die Veröffentlichung physischer Xbox-Spiele „across all platforms“ koordinieren. Dazu kommen globale Lieferstrategien, Lagerbestände sowie die Zusammenarbeit mit Marketing, Finanzen, Fertigung, Engineering und Vertrieb. Die Ausschreibung wurde am 15. Oktober 2026 veröffentlicht und stammt aus dem Xbox Supply Chain Team.

Microsoft baut die Disc-Strukturen nicht einfach ab

Genau das macht die Ausschreibung interessant. Wer physische Spiele kurzfristig komplett einstellen möchte, braucht kaum neue Mitarbeiter, deren Aufgabe darin besteht, weltweite Bestände, Verkaufswege und neue Disc-Veröffentlichungen zu organisieren. Die Stelle ist deshalb ein ziemlich klares Zeichen dafür, dass physische Xbox-Spiele zumindest auf absehbare Zeit weiter Teil der Microsoft-Planung sind. Eine Garantie für viele weitere Konsolengenerationen ist sie natürlich nicht.

Die Formulierung „über alle Plattformen hinweg“ ist dabei ebenfalls interessant. Xbox veröffentlicht inzwischen viele seiner eigenen Spiele auch für konkurrierende Systeme. Die Stellenausschreibung erklärt allerdings nicht, welche Plattformen Microsoft damit konkret meint. Daraus lässt sich also nicht ableiten, dass jedes zukünftige Xbox-Spiel automatisch eine physische Version für PlayStation oder Nintendo erhält. Gemeint sein könnte also auch „nur“ die Switch 2, die auch weiterhin auf Cartridges setzen wird.

Das bedeutet noch kein Disc-Laufwerk für die nächste Xbox

Für Project Helix, Microsofts nächste Xbox-Generation, bleibt eine entscheidende Frage weiterhin offen: Wird die Hardware selbst ein Disc-Laufwerk besitzen? Xbox-Chefin Asha Sharma legte sich dazu bislang nicht fest.

Microsoft bereitet allerdings längst einen möglichen Übergang zwischen physischer und digitaler Bibliothek vor. Mit Xbox Disc-to-Digital können unterstützte Xbox-One- und Xbox-Series-Discs mit einer digitalen Berechtigung verknüpft werden. Damit versucht Microsoft, bestehende physische Bibliotheken auch auf Geräten nutzbar zu machen, bei denen die klassische Disc zunehmend an Bedeutung verliert.

Ganz gelöst ist das Problem trotzdem nicht. Wir haben bereits darüber berichtet, dass die Lieferkette für Disc-Laufwerke selbst zum Problem werden könnte, weil immer weniger Hersteller entsprechende Komponenten produzieren. Die neue Microsoft-Stelle liefert deshalb kein Versprechen für ein Laufwerk in der nächsten Xbox-Konsole. Sie zeigt aber etwas anderes ziemlich deutlich: Xbox behandelt physische Spiele im Oktober 2026 weiterhin als Geschäft, das eigene globale Planung, Lagerhaltung und Vertrieb benötigt. Zumindest denkt man vor und baut nicht ab.

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Diskussion
Kalyndromvor 1 Minute @ 14:54 Uhr
Während Sony sich vom Laufwerk trennen will, könnte die nächste Xbox damit punkten. Wenn man davon ausgeht, dass auch die Leistung der nächsten Xbox um ein vielfaches höher liegt, wieso nicht gleich auch ein Laufwerk einbauen? Vielleicht machen sie wieder zwei Versionen wie bei der Xbox Series mit der X und S, wobei die schwächere Variante jetzt nicht schlechter werden muss als die PlayStation 6 angeblich werden soll, sondern eher konkurrieren soll. Dass Microsoft lediglich ein Top-Modell von Anfang an rausbringt, wo Sony erst Jahre damit wartet.
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