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Artikel von Markus +

Kaum ein Rollenspiel wurde so heiß erwartet wie Starfield, immerhin spielten wir schon 10 Jahre Skyrim. Und kaum war es da, verbrachten viele von uns hunderte Stunden damit, andere warfen es nach ein paar Minuten in den digitalen Papierkorb. Für viele Spieler fühlte es sich nicht wie der nächste große Meilenstein an, obwohl es objektiv riesig ist. Jetzt bringt ein früher Bethesda-Schlüsselentwickler auf den Punkt, warum.

Bruce Nesmith, der unter anderem Lead Designer von The Elder Scrolls V: Skyrim war, spricht vom „Spiel der Erwartungen“. Und das sei für Bethesda inzwischen fast ein Fluch.

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Darum konnte laut einem Bethesda-Entwickler Starfield „nie“ richtig abgefeiert werden

Nesmith sagt offen: „Ich bin sehr angetan von einem Ausdruck namens das Spiel der Erwartungen, und ich benutze dieses Spiel der Erwartungen nun schon seit weit über einem Jahrzehnt. Bethesda ist in der ungünstigen Lage, dass die Erwartungen so hoch sind, dass sie nicht erfüllt werden können.“ Das ist eine klare Ansage. Laut ihm geht es nicht nur um Gameplay oder Technik, sondern darum, wie sehr Fans jedes neue Bethesda-Spiel automatisch mit Skyrim oder Fallout 3 vergleichen.

Gerade bei Starfield wurde das besonders deutlich. Nesmith erklärt im Interview mit Pressbox.co.uk: „Erwartungen zu managen ist die wichtigste Aufgabe, die eine gute Marketingabteilung erfüllen muss. Werfen wir einen Blick auf Starfield. Nehmen wir an, ein neues Studio hätte Starfield veröffentlicht.“

Selbst mächtig große Städte konnten Starfield nicht helfen. Es war für viele Spieler einfach zu "leblos". - Bild: Bethesda

Selbst mächtig große Städte konnten Starfield nicht helfen. Es war für viele Spieler einfach zu „leblos“. – Bild: Bethesda

Und dann folgt der entscheidende Satz: „Aber weil es von Bethesda veröffentlicht wurde, waren die Erwartungen so viel höher, dass es anders wahrgenommen wurde. Starfield ist ein gutes Spiel. Es ist ein sehr gutes Spiel. Es ist nur nicht das Spiel, das die Leute erwartet haben.“

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Kein Skyrim im Weltall, dass war das Problem

Damit trifft er genau den Nerv der Diskussion. Viele Spieler erwarteten ein neues „Skyrim-Gefühl im Weltall“. Grenzenlos, überraschend, revolutionär. Stattdessen bekamen sie ein strukturiertes Sci-Fi-RPG mit anderen Schwerpunkten. Doch laut Nesmith ist Starfield nur der Anfang. The Elder Scrolls 6 werde mit denselben übermenschlichen Erwartungen kämpfen.

Er verweist auf die Vergangenheit: „Nach Oblivion gab es sehr, sehr hohe Erwartungen, und Skyrim hat sie erfüllt und sogar übertroffen. Nach Fallout 3 gab es sehr hohe Erwartungen an Fallout 4, und das Studio hat sie erfüllt.“

Der "Shadowdrop" von The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered sorgte letztes Jahr für Furore. Allerdings heißt das irgendwie auch, dass The Elder Scrolls 6 nicht 2026 erscheinen wird. - Bild: Bethesda

Der „Shadowdrop“ von The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered sorgte letztes Jahr für Furore. Allerdings heißt das irgendwie auch, dass The Elder Scrolls 6 nicht 2026 erscheinen wird. – Bild: Bethesda

Nesmith sieht also Potenzial für die Zukunft. Zum Release von Starfield gab es für mich einfach zu viele Macken. Auch das ich mit meinem selbstgebauten Raumschiff nicht auf spektakulär auf einem Planeten landen konnte, brachte mich relativ schnell wieder davon ab, es fertig zu spielen. Irgendwie hat mich auch die Geschichte nicht mehr gepackt. Wer sich eher ein Skyrim mit Star Wars wünscht, dem kann aber geholfen werden. Ein Fan-Mod verwandelt es zu jenem Rollenspiel, dass viele von uns eher gewollt hätten.

Ob The Elder Scrolls 6 ein ähnliches Schicksal wie Starfield erleiden wird? Nun, darauf müssen wir noch länger warten, um es herauszufinden. Immerhin wird Starfield noch einmal Leben eingehaucht, wenn die zweite Erweiterung samt PS5-Release startet.

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