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Artikel von Markus Bauer + unter Mithilfe von KI *.
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  • Das Wichtigste in Kürze
  • Warum simple Steuerung trotzdem fordernd sein kann
  • Wieso der Multiplayer mehr als nur Zugabe ist

Mehr als zehn Jahre mussten Fans auf ein neues Rhythm Paradise warten. Am 02. Juli 2026 hat Nintendo die Serie schließlich zurückgebracht. Rhythm Paradise Groove erschien dabei ausgerechnet noch für die ursprüngliche Nintendo Switch, lässt sich aber natürlich ebenfalls auf der Nintendo Switch 2 spielen, wie ich es getan habe. Entwickelt wurde der Titel von Nintendo gemeinsam mit TNX.

Und bereits nach wenigen Minuten wird klar: Nintendo hatte offenbar überhaupt kein Interesse daran, aus dem Comeback „irgendein aufgeblasenes Prestigeprojekt“ zu machen.

Gut so. Rhythm Paradise Groove ist bunt, albern, manchmal vollkommen bescheuert und spielerisch erschreckend einfach. Genau deshalb funktioniert es.

Ein Knopf kann verdammt schwierig sein

Das Grundprinzip der Reihe hat sich kaum verändert. Die meisten Aktionen benötigen lediglich die A-Taste, gelegentlich kommt noch eine Richtungstaste hinzu. Damit springen wir durch Reifen, zerhacken Gemüse, bearbeiten Dosen mit einem Vorschlaghammer oder helfen irgendwelchen völlig durchgedrehten Figuren bei Aufgaben, deren Sinn man besser gar nicht erst hinterfragt.

Die eigentliche Herausforderung liegt nicht darin, was wir drücken. Sondern wann.

Und plötzlich wird aus einem vermeintlich simplen Minispiel eine erstaunlich anspruchsvolle Konzentrationsprüfung. Rhythm Paradise Groove funktioniert nicht wie viele moderne Musikspiele, die den Bildschirm mit Tastensymbolen zukleistern. Stattdessen müssen wir zuhören, Muster erkennen und irgendwann den Punkt erreichen, an dem die Finger praktisch automatisch reagieren. Denken ist manchmal sogar kontraproduktiv. Beat fühlen. Taste drücken. Fertig. Wer den Takt findet hat gute Chancen.

Rhythm Paradise Groove - Bild: Nintendo

Rhythm Paradise Groove – Bild: Nintendo

Scheitern darf hier lustig sein

Dabei besitzt jedes Rhythmusspiel seine eigene kleine Idee. Mal katapultieren wir Frösche durch die Gegend, mal müssen wir mit einem Außerirdischen kommunizieren, Gemüse erwischen oder völlig absurde Bewegungsabläufe durchführen. Mechanisch steckt dahinter häufig nicht wahnsinnig viel Unterschied. Die Präsentation schafft es allerdings hervorragend, daraus immer wieder etwas Neues zu machen. Auch wenn es irgendwie immer das Gleiche ist. Vom Prinzip her.

Warum es nicht nach 10 Minuten fad wird? Das liegt vor allem an der Kombination aus Animationen, Musik und diesem ganz eigenen Nintendo-Humor. Charaktere reagieren auf schlechte Eingaben, Animationen verändern sich und manchmal ist das Scheitern beinahe lustiger als eine perfekte Runde. Optisch möchte Rhythm Paradise Groove keinen Preis für technische Höchstleistungen gewinnen. Das muss es auch nicht. Die reduzierten Figuren, kräftigen Farben und teilweise bewusst simplen Animationen passen perfekt zur Serie.

Es ist eines dieser Spiele, bei denen ein einzelner Screenshot kaum erklärt, warum das Ganze so gut funktioniert. Man muss es in Bewegung sehen. Und vor allem hören.

Diese Musik bekommt man schwer wieder aus dem Kopf

Nintendo spricht von mehr als 80 komplett neuen Rhythmusspielen für Einzelspieler, begleitet von Musik des japanischen Produzenten Tsunku. Dazu kommen mehr als 30 Rhythmusspiele für bis zu vier Spieler. Die Musik ist gleichzeitig Werkzeug und Belohnung. Jeder Rhythmus muss verständlich sein, ohne dass das Spiel ständig irgendwelche Symbole einblendet. Das gelingt erstaunlich gut. Melodien verändern sich, Tempi ziehen an und bekannte Muster werden später bewusst durcheinandergebracht.

Besonders stark sind wieder die Remix-Runden. Hier nimmt Rhythm Paradise Groove mehrere zuvor gelernte Spiele und wirft sie gemeinsam in einen musikalischen Mixer. Innerhalb weniger Sekunden müssen wir zwischen unterschiedlichen Aufgaben wechseln und trotzdem im Takt bleiben.

Das ist anfangs Chaos. Dann klickt etwas im Kopf. Und plötzlich läuft es. Man muss sich zuerst ein wenig darauf einlassen, aber irgendwann hat man es raus.

Rhythm Paradise Groove - Bild: Nintendo

Rhythm Paradise Groove – Bild: Nintendo

Einfach bedeutet nicht automatisch leicht

Der Schwierigkeitsgrad steigt angenehm an. Neue Mechaniken werden zuerst erklärt und meistens lässt uns das Spiel ausreichend Zeit, ein Gefühl für das jeweilige Muster zu bekommen. Später werden daraus aber richtig gemeine Prüfungen.

Wer lediglich irgendwie durchkommen möchte, wird relativ entspannt durch einen großen Teil des Spiels kommen. Wer dagegen Medaillen sammeln und seine Leistungen perfektionieren möchte, kann sich an einzelnen Rhythmusspielen regelrecht festbeißen.

Dadurch funktioniert Rhythm Paradise Groove gleichzeitig als unkompliziertes Spiel für zwischendurch und als Highscore-Jagd zugleich. Ich bekam das Spiel bereits vor einigen Wochen. Hab es ausgepackt, ein paar Minuten gespielt und wieder zur Seite gelegt. Das habe ich immer wieder getan. Und irgendwann wurden aus Minuten dann Stunden.

Der Fernseher kann zum Endgegner werden

Bei einem Rhythmusspiel zählt jede Millisekunde. Genau deshalb ist die Wiedergabeverzögerung im TV-Modus ein Drama. Rhythm Paradise Groove bietet zwar eine Kalibrierungsmöglichkeit, mit der sich Verzögerungen zwischen Konsole, Fernseher und Eingabe ausgleichen lassen sollen. Wie gut das funktioniert, hängt allerdings stark vom jeweiligen Setup ab. Im Dock-Modus gibt es eine Verzögerung. Im Handheld-Modus funktioniert dieser Titel einfach am Besten.

In einem Adventure-Spiel fällt eine Handvoll Millisekunden vielleicht nicht einmal auf. Hier entscheidet sie darüber, ob sich eine Eingabe richtig oder einfach irgendwie falsch anfühlt. Wer Probleme damit bemerkt, sollte deshalb zuerst die Kalibrierung durchführen und gegebenenfalls den Game-Modus des Fernsehers aktivieren. Aber darauf muss man auch erst einmal selbst kommen.

Rhythm Paradise Groove - Bild: Nintendo

Rhythm Paradise Groove – Bild: Nintendo

Beatspell will mehr sein

Eine der größten Neuerungen ist Beatspell. Dabei versucht Nintendo Rhythmusspiel und leichtes Rollenspiel miteinander zu verbinden. Wir kämpfen gegen Gegner, wirken Zauber im Takt, verbessern unsere Fähigkeiten und arbeiten uns durch verschiedene Abschnitte. Weitere Kapitel werden durch Medaillen aus den normalen Rhythmusspielen freigeschaltet.

Die Idee klingt großartig. Die Umsetzung kann mit dem eigentlichen Hauptspiel allerdings nicht ganz mithalten. Dieser Modus ist wesentlich repetitiver. Gegner besitzen Lebensleisten, musikalische Abläufe wiederholen sich zwangsläufig und der herrlich schnelle Wechsel neuer Ideen, der Rhythm Paradise Groove normalerweise auszeichnet, geht teilweise verloren. Schlecht will ich nicht alles reden. Aber mein Highlight war es nicht.

Fazit zu Rhythm Paradise Groove im Test

Rhythm Paradise Groove ist genau deshalb so sympathisch, weil Nintendo die Reihe nicht künstlich aufgeblasen hat. Statt Open World, Skilltrees und endlosen Systemen gibt es vor allem eines: einfache Eingaben, starke Musik und überraschend viele kreative Ideen. Drum Lessons, Rhythm Toy Box, Café, freischaltbare Inhalte und der gelungene Mehrspieler-Modus sorgen zusätzlich dafür, dass deutlich mehr Umfang drinsteckt, als man zunächst erwartet.

Der fantastische Soundtrack, die absurden Animationen und die starken Remix-Runden motivieren immer wieder zu einer weiteren Runde. Nicht jede Neuerung trifft dabei perfekt den Takt: Beatspell wird auf Dauer etwas eintönig. Trotzdem bleibt ein verdammt unterhaltsames Comeback, das seine Serie nicht neu erfinden muss.

Manchmal reicht eben ein Beat, ein Knopf und eine richtig gute Idee, solange du im richtigen Moment drückst.

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Test-System: Nintendo Switch 2

Bei der Erstellung dieses Artikels kam Künstliche Intelligenz zum Einsatz (z. B. für Text, Recherche, Bilder oder Tabellen). Alle Inhalte wurden vor der Veröffentlichung sorgfältig von einem Menschen geprüft.

Bewertung von Markus Bauer
Sehr Gut
8

Rhythm Paradise Groove ist ein charmantes, herrlich absurdes Rhythmusspiel, das mit eingängigen Songs, kreativen Minispielen und überraschend viel Motivation überzeugt.

  • Herrlich absurde und kreative Rhythmusspiele
  • Extrem eingängiger Soundtrack
  • Mehr als 80 Solo-Herausforderungen
  • Großartiges Zusammenspiel aus Musik und Animation
  • Remix-Level gehören zu den Highlights
  • Überraschend umfangreicher Mehrspieler-Modus
  • Einfach zu lernen, schwer zu perfektionieren
  • Beatspell wird relativ schnell repetitiv
  • Mögliche Latenz im TV-Modus ist bei einem Rhythmusspiel besonders ärgerlich
  • Die bewusst simple Spielmechanik wird nicht jedem gefallen
  • Grafik
    4
    Einfach und bewusst reduziert, aber extrem charmant, sauber animiert und voller visueller Gags.
  • Sound
    9
    Klare Stärke. Eingängige Songs, hervorragende Rhythmusführung und viele Ohrwürmer.
  • Gameplay
    8
    Simples Grundprinzip mit erstaunlich vielen kreativen Variationen.
  • Story
    6
    Zweckmäßig und herrlich absurd, spielt gegenüber den Rhythmusspielen aber klar die zweite Geige.
  • Motivation
    9
    Medaillen, perfekte Durchgänge, Remixes und dieses gefährliche "Nur noch einmal"-Gefühl.
  • Steuerung
    9
    Extrem simpel und präzise. Abzüge hauptsächlich wegen möglicher Latenz im TV-Modus.
  • Multiplayer
    8
    Über 30 Mehrspieler-Spiele und hervorragend für lokale Runden geeignet.

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