Mistonia’s Hope -The Lost Delight- im Test: Eine Heldin auf Rachefeldzug
Das Otome Game punktet mit einer starken Heldin, spannenden Intrigen und einer Handlung, die weit über typische Liebesgeschichten hinausgeht.
Eva Krumm Evas erste Gaming-Erfahrung war Pokémon auf dem Game Boy - ein prägendes Erlebnis, das ihre Leidenschaft für Videospiele entfacht hat. Zusammen mit ihrem Großvater entdeckte sie die Regenbogenstrecke in Mario Kart auf dem SNES, ein Moment, den sie bis heute mit Gaming verbindet. Besonders angetan haben es ihr JRPGs, Otome-Games und Horror, doch auch Indie-Perlen gehören zu ihrem festen Repertoire. Abseits des Spielens verfolgt sie mit Begeisterung aktuelle Entwicklungen in der Gaming-Szene und teilt ihre Eindrücke als Chefredakteurin bei DailyGame.
Mistonia’s Hope -The Lost Delight- serviert uns einen Rache-Plot und ist definitiv einer der stärkeren Titel aus dem Otome-Bereich.
Das Setting ist eine magische Welt, die von der Feenkönigin regiert wird. Die Heldin der Geschichte ist Aprose, die als Kind alles verlor, was ihr wichtig war: ihre Familie und ihre Heimat. Nun möchte sie Rache an den Verantwortlichen nehmen.
Acht Jahre nach ihrem Schicksalsschlag schleust sie sich als Maid in das Adelshaus der Familie Bernstein ein. Dort wird ein Treffen der wichtigsten Adelshäuser stattfinden, was Aprose nutzen möchte, um zu erfahren, was hinter dem Angriff steckte und an wem sie Rache üben muss. Sie versteckt dazu ihre wahre Identität als die Tochter des getöteten Dukes.
Ich muss zuerst auf die Heldin eingehen, denn sie ist für mich eine der besten Heldinnen der letzten Zeit im Otome-Bereich. Aprose ist weder naiv noch unbesonnen. Sie denkt rational und geht ihren Plänen und Forschungen effizient nach. Sie ist eine Heldin mit wirklich sehr viel charakterlicher Tiefe, denn während sie immer mehr der Wahrheit aufdeckt und Bindungen mit den Menschen im Adelshaus aufbaut, bringt sie dies immer wieder ins Wanken. Denn eine Medaille hat immer zwei Seiten.
Zwischen Romantik und politischen Intrigen
Insgesamt haben wir sechs Bachelors im Spiel, die erobert werden können. Alfred, Lucas und Linus sind von Anfang an spielbar. Hat man zwei der drei abgeschlossen, schalten sich Edward und Ascot frei. Man muss dann entweder Edwards oder Ascots Route beenden, damit man die Route von John freischalten kann. Das Schöne ist, die Common Route ist mit knapp drei bis vier Stunden recht kurz, was die Charakterrouten natürlich umso länger macht. Davon bin ich ja ein Fan, weil es Heroine und Bachelor mehr Zeit gibt, ihre Beziehung zueinander zu vertiefen.
Ich habe mit Alfred Creswell angefangen. Er ist der typische Yandere. Ich liebe ja männliche Charaktere mit langen Haaren, nur war sein Zylinder einfach nichts meins. Seine Route geht zudem sehr stark auf den Konflikt zwischen der Feenkönigin und der Bevölkerung ein. Insgesamt passt er sehr gut zu Aprose. Beide sind ernsthaft und pragmatisch, was zu einer recht interessanten Dynamik zwischen den beiden führt.
Linus Ward war meine nächste Wahl. Er ist mehr oder minder der Genki im Spiel. Er und Edward sind bereits seit ihrer Jugend miteinander befreundet, weswegen die beiden entsprechend vertraut miteinander umgehen. Zudem sind er und seine Familie sehr loyal gegenüber der Königin. Schnell wird dadurch auch klar, der Sunshine-Boy ist nur eine oberflächliche Masche. Das Spannende ist, Linus und Aprose kennen sich aus ihrer Kindheit, weshalb sie ihm gegenüber sehr vorsichtig ist.
Als Nächstes haben wir Lucas Sullivan. Er ist ein Nachfahre des Irrlichts und hat an den ganzen politischen Sachen der Häuser und der Königin herzlich wenig Interesse, weswegen er sich oft versucht herauszuhalten und zurückzuziehen. Er wirkt anfangs kühl, ist aber sehr hilfsbereit jenen gegenüber, die er mag. Wie schon bei Alfred passt Aprose sehr gut zu Lucas. Nachdem er mit ihr richtig warm geworden ist, ist er durchaus sehr nett und zuvorkommend ihr gegenüber.
Edward Bernstein ist der Erbe des Hauses Bernstein, in welches sich die Heldin als Maid hat anstellen lassen. Er ist ein unglaublich freundlicher und sanfter Charakter, der so ziemlich alle Personen gleichermaßen behandelt. Er macht keinen Unterschied, ob jemand adlig ist oder vom gemeinen Volk, wie viele der Angestellten in seinem Haus. Er ist ein guter Mensch, keine Frage. Aber irgendwie hat seiner Route etwas die Tiefe gefehlt. Es ist einfach schwer, einen derart herzensguten Menschen mit einem Rache-Plot in Einklang zu bringen. Das hat man auch daran gemerkt, wie Aprose mit Edward umgegangen ist.
Auf Johns Route war ich auch sehr gespannt. Er kennt Aproses wahre Identität und hilft ihr bei ihrer Rache. Er steht ihr mit Rat und Tat zur Seite, denn die beiden sind seit ihrer Kindheit befreundet. Deswegen war seine Route vermutlich auch die letzte, die man freischalten konnte, aber dafür fehlt mir auch etwas das Verständnis. John ist der Heldin gegenüber sehr loyal, er führt ihre Bitten ohne Wenn und Aber aus. An sich stimmt die Dynamik zwischen den beiden, aber ich fand seine Route allgemein etwas langweilig. Für mich hätte er auch ein Nebencharakter sein können, da hätte ich nichts vermisst.
Ascot Lindell habe ich zuletzt gespielt, ich mag den Playboy-Archetyp einfach nicht. Ascot ist sehr locker, macht, was ihm gefällt, und zieht die Frauen an wie das Licht die Motten. Ich habe seine Route sehr stark überflogen, da ich einfach nicht richtig warm mit ihm geworden bin. Es gibt durchaus Playboy-Charaktere, wie Ikki aus Amnesia: Memories, dessen Route einen in der Charakterentwicklung überrascht. Das Ganze bleibt mir hier einfach aus. Für mich passen Aprose und Ascot auch einfach nicht zusammen.

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Die Wahrheit liegt hinter den Splittern
Was ich sagen muss: Es gibt wenig Entscheidungen, die man im Spiel treffen kann, zumindest was Konversationen angeht. In der Common Route müssen wir das Anwesen mehrere Male erkunden, um Splitter einzusammeln. An einigen Orten treffen wir auf NPCs und die Bachelor, welche kleine Unterhaltungen triggern. Hat man alles erkundet und alle Shards zusammen, kann man sich durch diese Erinnerungen ansehen. Ist die Common Route aber vorbei, fällt diese Mechanik komplett weg. Zudem muss man sich durch diesen Teil der Common Route nur einmal durchbeißen, denn welche Charakterroute man nimmt, entscheidet sich am Ende der Common Route. Dank des Flowcharts kann man jederzeit zu dieser Entscheidung springen und auch dann die Werte für Vertrauen, Splitter und Fae anpassen. So kann man dann die restlichen Charakterrouten angehen, nachdem man die Common Route einmal durchgespielt hat.
Zudem gibt es am Ende, hat man Johns Ende durch, auch noch einmal eine Truth Route, die sich auf die Heldin konzentriert.
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Fazit zu Mistonia’s Hope -The Lost Delight-
Mistonia’s Hope -The Lost Delight- ist ein sehr gelungenes Otome Game. Es spielt im 19. Jahrhundert und ist daher durchaus für Menschen, die zum Beispiel auch Downton Abbey mögen, sehr interessant. Die Verbindung mit Feen und einem Rache-Plot bringt außerdem etwas frischen Wind in die Sache.
Die Heldin ist ein starker Charakter, der für mich das Highlight des Spiels war, denn die Routen an sich waren etwas durchwachsen. Aber es ist auch normal, dass einem einige Charaktertypen und deren Routen besser gefallen als andere.
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Test-System: Nintendo Switch 2



