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Artikel von Markus +
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Gestern, am 04. Januar 2026 war für viele Spielerinnen und Spieler plötzlich Schluss: League of Legends ließ sich nicht mehr starten, Logins scheiterten, die Server blieben unerreichbar. Wer versuchte, ins Spiel zu kommen, bekam „kryptische Fehlermeldungen“ rund um sichere Verbindungen angezeigt. Schnell wurde klar: Das Problem lag nicht an den Servern selbst, sondern an einem abgelaufenen SSL-Zertifikat und damit an einem Fehler, der Fans der Szene unheimlich bekannt vorkam. Immerhin haben sich viele Gamer daran erinnert, was bereits 2016 passierte.

Denn exakt so ein Ausfall hatte das Spiel bereits Anfang 2016 lahmgelegt. Zehn Jahre später wiederholt sich derselbe technische Stolperstein: mit dem Unterschied, dass Riot Games diesmal deutlich schneller reagierte.

Was ist passiert?

Beim Starten des Clients oder beim Verbindungsaufbau zu den Servern kam es zu Fehlern bei der sicheren Verbindung. Hintergrund war ein abgelaufenes SSL-Zertifikat, das für die verschlüsselte Kommunikation zwischen Spielclient und Riot-Servern notwendig ist. Ohne ein gültiges Zertifikat verweigern moderne Systeme die Verbindung, aus Sicherheitsgründen.

Riot Games bestätigte den Vorfall kurz darauf offiziell über X.com (ehemals Twitter) und erklärte, dass man sich des Problems bewusst sei und bereits daran arbeite, den Zugang wiederherzustellen. Einige Stunden später war der Login wieder möglich.

League of Legends Ausfall: Der gleiche Fehler wie 2016

Besonders pikant: Es ist nicht das erste Mal, dass League of Legends durch ein abgelaufenes Zertifikat lahmgelegt wurde. Bereits 2016 kam es zu einem nahezu identischen Ausfall. Damals erklärte ein Riot-Softwareentwickler auf Reddit, dass das Zertifikat eigentlich automatisch hätte erneuert werden sollen, was jedoch nicht passiert war.

Das berühmte Zitat aus dem damaligen Reddit-Post lautete sinngemäß: „Unser Zertifikat ist zum Jahreswechsel abgelaufen, obwohl es sich automatisch hätte erneuern sollen.“

Dass sich dieser Fehler nun ein Jahrzehnt später wiederholt hat, sorgte in der Community für Spott und Memes, aber auch berechtigte Kritik an den internen Kontrollmechanismen. Immerhin sorgt ein SSL-Zertifikat dafür, dass Daten wie Logins, Account-Informationen und Spielsessions verschlüsselt übertragen werden. Läuft es ab oder ist ungültig, blockieren Betriebssysteme und Programme die Verbindung automatisch. Für Online-Spiele bedeutet das im schlimmsten Fall: kompletter Stillstand.

Solche Zertifikate haben bewusst ein Ablaufdatum, um Sicherheitsstandards hochzuhalten. Genau deshalb müssen sie rechtzeitig erneuert werden, idealerweise automatisch und mit mehrfacher Absicherung.

League of Legends soll bis 2125 zumindest nicht durch ein ungültiges SSL-Zertifikat nicht mehr erreichbar sein. - Bild: Riot Games

League of Legends soll bis 2125 zumindest nicht durch ein ungültiges SSL-Zertifikat nicht mehr erreichbar sein. – Bild: Riot Games

Warum dieser Fehler bis 2125 nicht mehr auftreten soll

Nach der Behebung des aktuellen Problems meldeten Spieler schnell ein interessantes Detail: Das erneuerte SSL-Zertifikat ist nun bis ins Jahr 2125 gültig. Damit hat Riot Games offenbar auf Nummer sicher gespielt und den Gültigkeitszeitraum extrem großzügig gewählt.

Das bedeutet zwar nicht, dass League of Legends nie wieder technische Probleme haben wird, aber dieser spezielle Fehler sollte für die nächsten 99 Jahre ausgeschlossen sein. Ein erneutes „Prosit Neujahr, Zertifikat abgelaufen“-Szenario dürfte damit vom Tisch sein, wie Dexerto.com berichtet. Zumindest für unsere Lebensspanne.

Der Ausfall war ärgerlich, kurzzeitig spielentscheidend für viele und ein PR-Minus für Riot Games. Gleichzeitig zeigt er aber auch, wie abhängig moderne Spiele von scheinbar kleinen technischen Details sind, wie einem SSL-Zertifikat.

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