Konami verhinderte, dass Hideo Kojima ein Matrix-Spiel entwickelt
Die Wachowskis wollten Hideo Kojima 1999 für ein offizielles Matrix-Spiel gewinnen, doch Konami blockte ab. So kam es nie dazu.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Stell dir vor: Hideo Kojima hätte ein offizielles Matrix-Spiel entwickelt, mit all seiner kreativen Vision und erzählerischen Tiefe. Genau das wollten die Wachowskis Ende der 90er Jahre, doch Konami machte kurzerhand einen Strich durch die Rechnung.
Wie nun bekannt wurde, lehnte das Unternehmen die Idee ab. Und das ausgerechnet zu einer Zeit, in der Kojima dank Metal Gear Solid einer der gefragtesten Entwickler Japans war.
Die Wachowskis baten Kojima persönlich um ein Matrix-Spiel
Der ehemalige Konami-Vizepräsident Christopher Bergstresser erzählte im Interview mit Time Extension, dass die Wachowskis 1999 höchstpersönlich nach Tokio reisten, um Kojima für das Projekt zu gewinnen. Gemeinsam mit Konzeptkünstler Geoff Darrow besuchten sie Konamis Hauptsitz und baten ihn direkt, das Spiel zu entwickeln.
Doch laut Bergstresser stoppte Konamis damaliger Chef Kazumi Kitaue die Idee sofort. Seine Begründung: Kojima solle sich ausschließlich auf Metal Gear Solid 2 konzentrieren. Eine Entscheidung, die aus Unternehmenssicht vielleicht nachvollziehbar war – kreativ gesehen jedoch ein herber Verlust.
Mit Metal Gear Solid gelang Hideo Kojima der ganz große Durchbruch. – Bild: KonamiEin „Was wäre wenn“-Moment für die Gaming-Geschichte
Kojima zeigte sich damals begeistert vom Matrix-Universum und besuchte sogar die japanische Premiere des Films. In seinem alten Entwickler-Tagebuch schrieb er über Parallelen zwischen Neo und einem MGS2-Charakter namens „Chinaman“. Beide Werke teilten Themen wie Wahrnehmung, Kontrolle und digitale Realität, also perfekte Voraussetzungen für ein Kojima-Matrix-Projekt.
Doch stattdessen landete die Lizenz bei Shiny Entertainment, die später Enter the Matrix und The Path of Neo veröffentlichten. Spiele, die bei Fans gemischte Reaktionen hervorriefen und nie das kreative Potenzial des Films erreichten.
Kojimas Vision und was daraus wurde
Ein ungenutztes Kapitel, das heute fast schon legendär wirkt: Ein von Kojima entwickeltes Matrix-Spiel hätte vermutlich das Medium selbst reflektiert – so, wie er es später mit Metal Gear Solid 2 und Death Stranding tat. Es wäre wahrscheinlich das selbstbewussteste Blockbuster-Spiel seiner Zeit geworden.
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Stattdessen kam zwanzig Jahre später Death Stranding. Ein Werk, das beweist, dass Kojima kein fremdes Universum braucht, um seine eigene Welt voller Symbolik, Emotion und Vision zu erschaffen.
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