Kurzweiliges Abenteuer

Dying Light 2: Bloody Ties (PS5) – Review

Kann die erste Story-Erweiterung für Dying Light 2 das halten, was die Expansions des ersten Teils versprochen haben? Ihr erfahrt es in unserer Review.

Dying Light 2 Stay Human: Bloody Ties - (C) Techland

Das Wichtigste in Kürze

  • Noch mehr Dying Light 2
  • Kaum relevante Story, trotz schön gestalteter Areale
  • Kurze Spieldauer und abruptes Ende

Dying Light hat eine bewegte Vergangenheit mit der Post-Release Versorgung weiterer spielbarer Inhalte. Hierbei reichen die Veröffentlichungen von “netten Dreingaben”, bis hin zur “essentiellen Spielerfahrung”, die in manchen Belangen sogar das Hauptspiel übertreffen konnten. So war die finale Erweiterung des 2015 veröffentlichten Zombie-Shooters “The Following” nahezu eine eigene Fortsetzung des Spiels. Mit einem neuen Setting, neuen Mechaniken und einer Spielemap, die so groß wie die des Hauptspiel war, stellte die Erweiterung einen univerzichtbaren DLC für alle Fans des Spiels dar. Mit Dying Light 2: Bloody Ties erscheint nun die erste Story-Erweiterung der im Frühjahr veröffentlichten Fortsetzung. Ob der DLC an die Höhen heranreichen kann, mit denen der Vorgänger seinen Abschluss fand, erfahrt ihr bei uns im Test.

Dying Light 2: Bloody Ties im Test

Um das Pflaster bereits zu Beginn herunterzureißen. Nein, Bloody Ties ist kein The Following! Der erste Story-DLC der Fortsetzung ist in die Haupthandlung des Spiels integriert und nicht eine alleinstehende Geschichte. Der Umfang der Erweiterung ist überschaubar und nicht schon fast ein eigenständiges Spiel. Und die neuen Umgebungen sind in bereits existierende Abschnitte aus dem Hauptspiel gespeist und keine völlig neuen Areale mit unterschiedlicher Fauna und neuen Fortbewegungsmechaniken. Während The Following das Spielgeschehen von Dying Light radikal veränderte, möchte Bloody Ties vielmehr eine simple Erweiterung mit Arena-Kämpfen und knapper Story sein. Wer hier mehr erwartet, der muss seine Erwartungen etwas zügeln. Doch mit der richtigen Erwartungshaltung lässt sich mit der knappen Story-Erweiterung dennoch Spaß haben.

Dying Light 2: Bloody Ties – (C) Techland

Zombie-Fight-Club

Der DLC beginnt mit der Nachricht, dass irgendwo im Zombie verseuchtem Untergrund der Postapokalypse ein Fight Club existiert, bei dem sich Menschen, gegen Zombies, gegen andere Menschen, messen können. Wie jeder gute Videospielprotagonist, möchte die Spielfigur Aiden auch in diesem Fall natürlich sofort herausfinden, worum es sich dabei handelt. Bereits einige Spielminuten später, findet er sich in der zirkusähnlichen, bunt beleuchteten Arena von Carnage Hall wieder. Mit im Gepäck ist ein psychotischer Bösewicht namens Skullface, der ihm versucht das Leben schwer zu machen und selbst für dystopische Horrorrealitäten eine unnatürliche Freude am Foltern und Morden hat.

Die blutüberströmten, spitzkantigen Wände von Carnage Hall sind es hingegen auch, wo Spieler die meiste Zeit während des knapp vierstündigen DLCs verbringen werden. Es ist ein Ort, an dem sich ruhmsuchende Helden und mordlustige Gewalttäter miteinander messen, ohne dabei eine größere politische Agenda zu verfolgen. Die aus dem Hauptspiel bekannten Fraktionen der Renegades und Peacekeepers treffen hier sowohl gegen- als auch aufeinander. Geschickt schafft es der DLC dadurch seine eigene Geschichte von gewaltbereiten Extremsportlern zu erzählen, ohne sich dabei selbst in ein drückendes Korsette aus Kanon-Verflechtungen und Bündnispartnern zu zwängen. Alles was in der Carnage Hall passiert, bleibt auch in der Carnage Hall!

Entscheidungen, die ihr in der Hauptstory getroffen habt, spielen hier unten keine Rolle. Im Gegenzug gibt es allerdings auch keine verstrickten Handlungspfade und Entscheidungsmöglichkeiten in der Erweiterung, die ihren Weg zurück in die Haupthandlung finden. Der DLC steht für sich alleine und erzählt eine mehrstündige Geschichte, die nach zahlreichen Gegnertoden und Wettkampfrunden, kaum noch in Erinnerung bleibt.

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Dying Light 2: Bloody Ties – (C) Techland

Kurzweilige Zombie-Action

Die Prämisse der Handlung ist dabei so verheißungsvoll, wie altbewehrt. In einer “Mad Max”-inspirierten Arena müsst ihr euch verschiedene Herausforderungen stellen, um am Schluss ganz an der Spitze herauszukommen. Die Wettkampfherausforderungen werden dabei durch einen unterwältigendem Plot rund um den bereits erwähnten Schlächter Skullface zusammengehalten. Während der kurzen Story treffen Spieler auf neue Verbündete und NPCs, messen sich in Wettkämpfen in der Arena und können die überschaubaren, wenn auch detailliert designten Untergrundareale von Carnage Hall erkunden.

Neben neuen Waffen und Loot dürfen Spieler der Erweiterung allerdings nicht auf radikale Veränderungen hoffen. Die Story des DLCs wirkt größtenteils wie ein Aufhänger, um Spieler in noch mehr Herausforderungen und zeitbezogene Rennen zu werfen, die bereits im Hauptspiel zu viel waren. Sowohl die Waffenauswahl, als auch die Verbesserungsmöglichkeiten gestalten sich nahezu ident zu denen des Hauptspiels. Kämpfe fühlen sich daher immer noch gleich an. Generell sind die Kernelemente des Hauptspiels immer noch an allen Ecken spürbar. Es wird gekämpft, gerannt und mit kurzen Zwischensequenzen für die nötige Abwechslung gesorgt. Die neuen Areale sind dabei eher überschaubar, wenn auch mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Dying Light 2: Bloody Ties im Test – Fazit

Dying Light 2: Bloody Ties ist eine Erweiterung zum Hauptspiel. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Für Spieler, die nicht genug von der zombieversuchten Welt des Hauptspiels haben können, liefert die Erweiterung die perfekte Möglichkeit erneut einzutauchen. Das Gameplay bleibt dabei nahezu unverändert. Auch wenn das Setting neu ist, kämpft, rennt und springt ihr immer noch größernteils. Die nötige Abwechslung kommt dabei zwar nicht auf, immerhin gab es bereits im Hauptspiel mehr als genug Herausforderungen und kleinere Nebenquests, aber das Setting der Untergrund-Arena ist immerhin nett anzusehen. Die knapp bemessene Story ist zwar eher Einstiegs- als Bleibepunkt, kann durch ihre Losgelöstheit zur Haupthandlung aber eine kurze, knappe in sich abgeschlossene Geschichte erzählen. Nach wenigen Stunden ist die Zombie-Klopperei dann auch schon vorbei und mindestens genau so schnell aus dem Gedächtnis verschwunden.

Bloody Ties liefert Fans des Hauptspiels noch 2-3 Stunden Extraspaß. Für alle anderen ist es eine nette Dreingabe, wenn im Laufe des nächsten Jahres die obligatorische “Game of the Year”-Version des Spiels mit allen nach der Veröffentlichung erschienen Zusatzinhalten erscheint.

ReviewWertung

6SCORE

Dying Light 2: Bloody Ties liefert mehr von dem, was Spieler bereits im Hauptspiel zu sehen bekommen haben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Detail-Wertung

Grafik

8

Sound

7

Gameplay

6

Story

5

Motivation

6

Steuerung

7

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