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Artikel von Markus Bauer +
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Call of Duty bekommt eine komplett neue Unterreihe. Activision bestätigt erstmals offiziell, dass ein kommendes Spiel weder einfach das nächste Modern Warfare noch das nächste Black Ops sein soll. Die Grundlage für das neue Sub-Franchise sei bereits geschaffen. Der Grund dafür ist bemerkenswert offen formuliert: Die schnellen Fortsetzungen der vergangenen Jahre waren laut dem US-Publisher nicht das, was sich die Community gewünscht hatte.

„Call of Duty“-Marketingchef Tyler Bahl sprach darüber in einem neuen Interview mit „The Game Business“. Dort räumt er ein, dass Activision die Reaktionen auf die vergangenen Veröffentlichungen ziemlich deutlich verstanden habe. Unterschiedliche Zeitepochen und neue Gameplay-Funktionen hätten nicht gereicht. Spieler hätten einen stärkeren Wechsel im Ton und grundsätzlich etwas Neues verlangt.

Deshalb habe Activision bereits festgelegt, dass ein zukünftiges Call of Duty ein neues Sub-Franchise starten wird. Die Vorarbeiten dafür seien schon erfolgt. Einen Namen nennt Bahl noch nicht.

Modern Warfare und Black Ops wurden Activision offenbar zu ähnlich

Das Problem ist weniger, dass Call of Duty jedes Jahr erscheint. Früher wurde regelmäßig zwischen unterschiedlichen Studios und Spielwelten gewechselt. In den vergangenen Jahren wurden allerdings immer häufiger direkte Fortsetzungen hintereinander veröffentlicht.

2022 erschien Modern Warfare 2, direkt 2023 folgte Modern Warfare 3. Danach kamen Black Ops 6 im Jahr 2024 und Black Ops 7 bereits 2025. Technisch und spielerisch gab es Unterschiede, als Marken blieben die Spiele aber innerhalb derselben beiden bekannten Reihen.

Bahl sagt jetzt ziemlich eindeutig, dass genau das nicht das gewesen sei, was die Community gesucht habe. Spieler hätten etwas Frisches und vor allem einen stärkeren tonalen Wechsel erwartet.

Für Activision ist das eine bemerkenswert offene Aussage. Call of Duty gehört seit Jahrzehnten zu den größten Spielereihen überhaupt. Trotzdem sank das Interesse zuletzt spürbar. Black Ops 7 startete in Europa laut Marktdaten rund 50 Prozent schwächer als sein Vorgänger. In den USA beendete der Shooter das Jahr nur auf Platz fünf der Verkaufscharts. Für die wohl bekannteste Shooter-Reihe war das die niedrigste Jahresposition seit World at War im Jahr 2008.

Call of Duty 2027? Der alte Leak wird plötzlich deutlich interessanter

Ganz neu ist die Idee einer neuen Unterreihe allerdings nicht. Bereits letztes Jahr berichtete ich, dass Call of Duty 2027 angeblich einen radikalen Kurswechsel einleiten soll.

Damals hieß es, Sledgehammer Games arbeite an einer neuen Marke innerhalb des CoD-Universums. Das Spiel sollte weder Modern Warfare noch Black Ops oder Advanced Warfare fortsetzen. Auch ein modernes Setting, stärkere Nahkampfelemente und Martial-Arts-Bewegungen wurden genannt.

Activision bestätigt diese Details aktuell nicht. Die neue Aussage macht den bisherigen Leak aber deutlich interessanter. Der wichtigste Punkt stimmt zumindest mit Activisions offizieller Strategie überein: Ein bislang unbekanntes CoD-Sub-Franchise befindet sich tatsächlich in Vorbereitung.

Call of Duty: Black Ops 7 erreichte nicht mehr so viele Shooter-Fans wie früher. - Bild: Activision

Call of Duty: Black Ops 7 erreichte nicht mehr so viele Shooter-Fans wie früher. – Bild: Activision

Modern Warfare 4 soll die aktuelle Geschichte abschließen

Gleichzeitig schafft Activision Platz für den Neuanfang. Bahl bezeichnet Modern Warfare 4 als großen Abschluss der aktuellen Modern-Warfare-Reihe. Die momentane Geschichte soll damit enden.

Das bedeutet nicht, dass Figuren oder Elemente aus Modern Warfare für immer verschwinden. Bahl lässt ausdrücklich offen, dass Charaktere später wieder auftauchen oder neu interpretiert werden könnten. Die derzeitige Geschichte soll aber einen Schlusspunkt bekommen.

Modern Warfare 4 erscheint am 23. Oktober 2026 und soll CoD zunächst wieder stärker in Richtung eines bodenständigen Militär-Shooters bewegen. Activision spricht von einem authentischeren, filmischeren Ansatz und davon, den früheren „Edge“ der Serie zurückzubringen.

Dass das Interesse daran wieder steigt, zeigte bereits die Beta. Modern Warfare 4 konnte auf Steam deutlich mehr Spieler mobilisieren als Black Ops 7. Für Activision scheint das trotzdem nur der erste Schritt zu sein.

Activision will nicht mehr nur Verkaufszahlen jagen

Interessant ist auch, wie Activision den Erfolg von MW4 inzwischen definiert. Laut Bahl gebe es nicht eine bestimmte Verkaufs- oder Spielerzahl, die erreicht werden müsse. Viel wichtiger sei, ob die Community das Spiel tatsächlich mag.

Das klingt zunächst nach typischer PR-Sprache, passt aber zu den Problemen der vergangenen Jahre. Ein Call of Duty kann finanziell erfolgreich sein und gleichzeitig Spieler verlieren, die beim nächsten Teil nicht mehr zurückkehren. Genau diesen Effekt möchte Activision offenbar verhindern.

Der Publisher versucht deshalb wieder enger mit der Community zu arbeiten. Modern Warfare 4 wurde auf mehr als 20 Veranstaltungen gezeigt und Infinity Ward spricht wesentlich offener über die Entwicklung als bei manchen Vorgängern.

Auch die überraschend erfolgreichen Neuveröffentlichungen von Black Ops und Black Ops 2 auf PS4 und PS5 hätten dem CoD-Publisher einiges gezeigt. Das Unternehmen habe mit guten Verkäufen gerechnet, aber nicht damit, wie groß das Interesse tatsächlich wurde. Bahl spricht von einer aufgestauten Nachfrage nach der Zeit, in der Spieler Call of Duty vor allem gemeinsam mit Freunden gespielt hätten.

Das nächste große Call of Duty muss also wirklich anders sein

Für die neue Unterreihe steigt damit gleichzeitig der Druck. Wenn Activision selbst sagt, dass Modern Warfare und Black Ops über mehrere Jahre zu wenig Abwechslung geliefert haben, reicht ein neuer Name allein nicht aus. Bahl formuliert die künftige Vorgabe ziemlich klar: Die kommenden Spiele müssten neu, besser oder anders sein. Der Markt verändere sich schnell und Spieler hätten heute wesentlich mehr Alternativen als noch vor einigen Jahren.

Offiziell ist aber erstmals der Punkt, der vorher nur aus Leaks bekannt war: Nach Jahren zwischen Black Ops und Modern Warfare bekommt Call of Duty wieder eine komplett neue Reihe. Nächstes Jahr muss Activision nur noch zeigen, dass sich nicht bloß der Name ändert.

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