Ubisoft verteidigt Spiele-Abschaltungen: CEO reagiert auf Protest-Initiative
Ubisoft-CEO Yves Guillemot äußert sich zur Petition „Stop Killing Games“ und erklärt, warum manche Spiele irgendwann abgeschaltet werden müssen.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Die Diskussion rund um digitale Spielbesitzrechte und den Erhalt älterer Titel hat nun auch Ubisoft direkt erreicht. Auf der Aktionärsversammlung des französischen Publishers am 10. Juli 2025 wurde CEO Yves Guillemot auf die kontrovers diskutierte Bewegung Stop Killing Games angesprochen – und bezog erstmals öffentlich Stellung.
Warum verschwinden Spiele wie „The Crew“?
Ein Aktionär verwies in der Fragerunde auf Ubisofts Rennspiel The Crew, das Anfang 2024 aus dem digitalen Handel genommen und kurz darauf serverseitig deaktiviert wurde. Seitdem ist das Spiel nicht mehr spielbar – selbst für Käufer. Für viele ein Weckruf: Was bedeutet es eigentlich, ein digitales Spiel zu „besitzen“, wenn man es irgendwann nicht mehr starten kann?
Guillemot bestätigte, dass das Thema real sei und die gesamte Branche vor dieser Herausforderung stehe. Er betonte, dass Ubisoft großen Aufwand betreibe, um Titel über möglichst lange Zeit verfügbar zu halten, doch auf Dauer sei das nicht immer machbar. Spiele mit Online-Komponenten seien in vielen Fällen auf laufende Dienste angewiesen. „Wir bieten Support rund um die Uhr“, so der Ubisoft-Chef Guillemot, „aber nichts hält ewig.“
Ubisoft informiert, aber reicht das aus?
Laut Guillemot informiert Ubisoft dich frühzeitig, wenn ein Spiel in Zukunft abgeschaltet werden könnte. Man versuche, transparent zu kommunizieren, wie lange ein Titel ungefähr unterstützt werde. Dabei verwies er erneut darauf, dass nicht nur Ubisoft betroffen sei, die Problematik gelte branchenweit. „Man stellt einen Service zur Verfügung, aber der kann nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden“, sagte er sinngemäß. Aber es gibt Absichten zur Verbesserung: Ubisoft arbeite intern an Strategien, um besser mit solchen Szenarien umzugehen.
Die Kritik der Initiative Stop Killing Games zielt nicht auf unendliche Serverlaufzeiten, sondern auf Alternativen. Die Kampagne fordert, dass Onlinespiele – wenn sie abgeschaltet werden – mit Offline-Modi nachgerüstet oder anderweitig spielbar gemacht werden. Ziel ist die Bewahrung der digitalen Spielekultur. Neben The Crew sind auch andere Ubisoft-Titel wie Hyper Net und XDefiant mittlerweile nicht mehr spielbar.
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Petition erreicht Millionenpublikum
Mittlerweile haben aktuell über 1,397 Millionen Menschen die Petition „Stop Killing Games“ unterschrieben. Unterstützt wird die Aktion seit Kurzem auch von politischen Stimmen: Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments Nicolae Ștefănuță äußerte sich am 12. Juli öffentlich zustimmend zur Initiative (via MSN.com). Die Bewegung rückt damit nicht nur in den Fokus der Gaming-Community, sondern zunehmend auch in die politische Debatte um digitale Konsumrechte.
Ob Ubisoft tatsächlich neue Wege findet, um das Ende seiner Spiele fairer zu gestalten, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Forderung nach digitaler Spielbarkeit über das „Ende des Supports“ hinaus wird immer lauter – und lässt sich nicht mehr ignorieren.
Kürzlich sprach auch Gearbox-Chef Randy Pitchford über die Kampagne „Stop Killing Games“.
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