Eva Krumm Evas erste Gaming-Erfahrung war Pokémon auf dem Game Boy - ein prägendes Erlebnis, das ihre Leidenschaft für Videospiele entfacht hat. Zusammen mit ihrem Großvater entdeckte sie die Regenbogenstrecke in Mario Kart auf dem SNES, ein Moment, den sie bis heute mit Gaming verbindet. Besonders angetan haben es ihr JRPGs, Otome-Games und Horror, doch auch Indie-Perlen gehören zu ihrem festen Repertoire. Abseits des Spielens verfolgt sie mit Begeisterung aktuelle Entwicklungen in der Gaming-Szene und teilt ihre Eindrücke als Chefredakteurin bei DailyGame.
Trails in the Sky 1st Chapter ist das Remake von The Legend of Heroes: Trails in the Sky, welches erstmals 2004 in Japan für den PC auf den Markt kam. Den Sprung zu uns schaffte das Spiel aber erst einige Jahre später mit der PSP und zwar 2011. Doch wie gut ist das Remake gelungen?
Estelle und Joshua wachsen seit ihrer Kindheit zusammen auf, wobei sie keine richtigen Geschwister sind. Estelles Vater findet Joshua während einer seiner Aufträge und bringt den Jungen mit nach Hause. Seitdem wachsen die beiden wie Geschwister zusammen auf. Sie wollen in die Fußstapfen ihres Vaters treten und legen ihre Prüfung als Bracer ab. Damit können sie Aufträge in der Gilde erledigen und den Menschen helfen. Doch als ihr Vater verschwindet, machen die beiden sich auf die Reise, um nach ihm zu suchen.
Das Persona-Franchise hat es mit Persona 5 Royal vorgemacht und nun folgen endlich auch andere große JRPG-Reihen dem Trend. Trails in the Sky 1st Chapter gibt es als deutsche Lokalisierung und es ist damit der erste Titel aus dem Universum und ich liebe es. Bereits Atelier Yumia hatte mich damit überrascht, dass es eine deutsche Übersetzung hat, und beim The Legend of Heroes-Franchise hatte ich damit auch nicht gerechnet, aber ich bin froh zu sehen, dass es sich zu lohnen scheint. Damit werden diese tollen JRPGs einer breiteren Masse zugänglich gemacht, abseits von etablierten Franchises wie der Tales of-Reihe oder Final Fantasy.
Charaktere mit Herz und Verstand
Nun aber zum Spiel. Ich hatte super viel Spaß mit dem Game und fand die Charaktere sehr ausgewogen, wobei ich auch dankbar darum war, dass man zwischen Estelle und Joshua wechseln konnte. Estelle hat ihr Herz am rechten Fleck, sie ist stark und hilfsbereit, ist aber anfangs etwas anstrengend, da sie sehr einfach gestrickt ist und so auch dargestellt wird. Joshua hingegen ist der besonnenere und neigt eher dazu, mal seinen Kopf zu nutzen. Aber insgesamt bilden die beiden ein Duo, welches man durchaus so schon in diversen Anime gesehen hat, Naruto und Sasuke zum Beispiel.
An der Grafik habe ich auch nichts auszusetzen. Ich finde es gut, dass JRPGs nach wie vor ihren Anime-Charme beibehalten, sich aber durchaus versuchen zu modernisieren, ohne zu sehr in einen Look wie Final Fantasy zu rutschen. Natürlich wirken einige Umgebungen immer noch recht platt, doch das stört eigentlich kaum. Bei The Legend of Heroes macht sich vor allem die Anpassung im Kampfsystem bemerkbar. Mit jedem neuen Titel wurde daran gefeilt und Neues ausprobiert, ähnlich wie sich das Alchemie-System in den Atelier-Games stetig ändert.
Mehr Tiefe im Gameplay
In Trails in the Sky 1st Chapter gibt es, ähnlich wie bereits in The Legend of Heroes: Trails through Daybreak, zwei Kampfsysteme, zwischen denen man switchen kann – je nachdem, welche Gegner man vor sich hat. Wir haben das Echtzeitkampfsystem, mit welchem wir in jeden Kampf einsteigen und uns frei bewegen können, um Monster zu attackieren. Vor allem gegen schwache Gegner reicht das vollkommen aus. Ansonsten können wir in eine Art rundenbasiertes Kampfsystem übergehen, was Estelle und Joshua sowie den anderen Mitgliedern noch mehr Möglichkeiten gibt. Die Charaktere können sich über das Spielfeld bewegen, ohne einen Zug zu verbrauchen, und es wurden zum Beispiel Nachfolgeangriffe eingeführt, ähnlich denen aus Trails of Cold Steel.
Jeder Charakter besitzt zudem einen Orbment, mit dem man ihn individualisieren kann. In die Elementar-Slots kann man Quarts einsetzen, die Status-Werte erhöhen oder neue Künste freischalten. Mit insgesamt 7 Elementen bringt das Spiel auch interessante Dinge wie Zeit, Raum und Mirage mit rein – neben den klassischen Elementen Wasser, Feuer, Erde und Wind. Wem ihr was gebt, bleibt dabei euch überlassen. Kein Charakter ist auf nur ein spezielles Element limitiert, nur ein paar wenige Slots benötigen ein vorgegebenes Element.

Trails in the Sky 1st Chapter (c) Nihon Falcom
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Ein würdiger Einstieg in ein riesiges Universum
1st Chapter ist, wie der Name verrät, der Ursprung des Franchises, das einer sehr ambitionierten Story folgt. Viele der Spiele hängen auf eine gewisse Weise miteinander zusammen, was den Einstieg gerne etwas schwierig gestaltet. Allerdings lässt sich dieser Titel hier sehr viel Zeit damit, die Story aufzubauen und Neulinge an das Franchise heranzuführen. Es ist nicht so, dass man die einzelnen Teile nicht auch isoliert spielen könnte, doch der gesamte Epos wird erst greifbar, wenn man sich mit allen Titeln auseinandergesetzt hat. Nihon Falcom hat versucht, ein Remake zu schaffen, das nicht erschlägt. Es ist nicht so umfangreich wie spätere Teile, doch das ist gar nicht schlimm.
| Erstmals deutsche Lokalisierung verfügbar |
| Flexibles Kampfsystem mit Echtzeit- und Rundenkämpfen |
| Orbment-System für individuelle Charakteranpassung |
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Fazit zu Trails in the Sky 1st Chapter
Trails in the Sky 1st Chapter ist ein gelungenes Remake, das sowohl Neueinsteiger als auch Fans des Franchises abholen kann. Besonders die deutsche Lokalisierung macht den Titel für ein breiteres Publikum interessant und unterstreicht die Relevanz klassischer JRPGs auch heute noch. Trotz kleinerer Schwächen in der Präsentation punktet das Spiel mit einer gelungenen Mischung aus Story, Gameplay und Charakterentwicklung. Wer den Ursprung von The Legend of Heroes erleben möchte, kommt an diesem Teil nicht vorbei.
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