◷ 3 Min.
Artikel von Markus Bauer +
DailyGame bei Google merken

Werbung

Die Spiele-Disc steht weiter unter Druck. Square Enix meldet, dass ein sehr großer Teil des eigenen Geschäfts digital läuft. Auf den ersten Blick klingt das nach einem klaren Ende für physische Spiele. Ganz so einfach ist es aber nicht. Denn in solchen Zahlen stecken oft auch DLCs, Mikrotransaktionen, Abos und digitale Zusatzinhalte.

Im vergangenen Quartal entfielen rund 90 Prozent aller verkauften Spiele auf Downloads. Nur etwa jedes zehnte Exemplar landete noch als physische Version bei den Spielern. Das geht aus den aktuellen Geschäftszahlen von Square Enix (PDF) für das zweite Quartal 2026 hervor. Insgesamt verkaufte der Publisher 7,38 Millionen Spiele aus seinen Bereichen HD Games und MMO. Davon waren 6,65 Millionen digitale Downloads und lediglich 730.000 physische Exemplare.

Interessant ist dabei: Die Disc-Verkäufe sind nicht eingebrochen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres verkaufte Square Enix „nur“ 560.000 physische Spiele. Digital explodierten die Zahlen jedoch regelrecht von 3,45 auf 6,65 Millionen Einheiten. Deshalb schrumpft der Anteil der Disc trotz steigender Stückzahlen auf knapp zehn Prozent.

Final Fantasy 7 Rebirth hilft Square Enix kräftig

Einen wichtigen Anteil am starken Quartal hatte Final Fantasy VII Rebirth. Square Enix veröffentlichte das Rollenspiel Anfang Juni zusätzlich für Nintendo Switch 2, Xbox Series X/S und Windows. Dazu kamen stärkere Verkäufe älterer Spiele aus dem Katalog. Der Multiplattform-Kurs der Japaner scheint sich damit auszuzahlen. Die zweite Auskopplung des FF7-Remakes war ursprünglich nur für PS5 erschienen, bevor die PC-Version und schließlich weitere Konsolen folgten.

Das Geschäft mit klassischen großen Spielen legte kräftig zu. Der Bereich „HD Games“ erzielte im Quartal einen Umsatz von 17,7 Milliarden Yen (96,27 Mio. Euro). Ein Jahr zuvor waren es noch 8,9 Milliarden Yen (48,407 Mio. Euro). Der operative Gewinn sprang gleichzeitig von einer Milliarde auf 6,1 Milliarden Yen (33,18 Mio. Euro).

Final Fantasy VII Rebirth konnte vor allem von der Multiplattform-Strategie profitieren. - Bild: Square Enix

Final Fantasy VII Rebirth konnte vor allem von der Multiplattform-Strategie profitieren. – Bild: Square Enix

Auch Final Fantasy 14 legt wieder zu

Nicht nur Rebirth hilft. Bei Final Fantasy XIV stieg laut Square Enix die Aktivität der Spieler nach der Ankündigung der kommenden Erweiterung „Evercold“. Das MMO-Geschäft setzte dadurch 12,7 Milliarden Yen (69,08 Mio. Euro) um, nach 9,6 Milliarden Yen (52,21 Mio. Euro) im Vorjahresquartal. Beim Gewinn fiel das Plus allerdings deutlich kleiner aus, weil Square Enix bereits Kosten für die Anfang 2027 erscheinende Erweiterung verbuchte.

Unterm Strich stieg der gesamte Konzernumsatz im Quartal um 32,3 Prozent auf 78,4 Milliarden Yen (426,42 Mio. Euro). Noch deutlicher entwickelte sich der operative Gewinn: Er legte um 88,6 Prozent auf 17 Milliarden Yen (92,46 Mio. Euro) zu.

Physische Spiele verschwinden trotzdem nicht sofort

Die Zahlen liefern ein ziemlich deutliches Bild vom Kaufverhalten, bedeuten aber nicht, dass Square Enix morgen keine Discs mehr veröffentlicht. Zum einen stiegen die physischen Stückzahlen im Jahresvergleich sogar. Zum anderen veröffentlicht das Unternehmen weiterhin Retail-Versionen seiner großen Spiele. Der Unterschied liegt schlicht darin, wie schnell der digitale Markt inzwischen wächst. Wer also Final Fantasy 7 Remake Part 3 als Disc erwartet, wird auch eine bekommen. Naoki Hamaguchi hatte bereits zuvor über den digitalen Trend gesprochen, aber physische Versionen versprochen.

Der Trend ist trotzdem schwer zu übersehen. Der Herausgeber von Final Fantasy und Co verkauft heute mehr physische Spiele als vor einem Jahr. Dennoch macht die Disc nur noch ungefähr ein Zehntel des Geschäfts aus. Sie verschwindet also nicht. Digital wächst ihr nur ziemlich schnell davon.

Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !

Kategorie(n)

Mehr entdecken

Weiterlesen