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2026 könnte problemlos als das Jahr der Remakes in die Videospielgeschichte eingehen. Ubisoft schickte uns mit Assassin’s Creed IV: Black Flag Resynced erneut auf hohe See. Mit Star Fox brachte Nintendo einen Klassiker der Nintendo-64-Ära zurück und mit The Legend of Zelda: Ocarina of Time bereits das nächste große Remake vor der Tür. Ganz klar, dass Square Enix da mitmischen möchte. Mit der Kingdom Hearts Collection [I–III] kehren Sora, Donald und Goofy nämlich auch zurück.

Im Gepäck haben sie über zwei Jahrzehnte Disney-Magie, Herzlose und eine Geschichte, bei der selbst langjährige Fans gelegentlich den Überblick verlieren. Während andere Entwickler ihre Klassiker aufwendig neu auflegen, setzt Square Enix allerdings auf bereits bekannte HD-Remaster. Statt einer technischen Generalüberholung bekommen wir nahezu die gesamte Kingdom-Hearts-Saga in einem Paket. Doch reicht das aus, um 2026 noch einmal zum Schlüsselschwert zu greifen?

Drei Sammlungen, eine „gigantische“ Geschichte

Der Umfang kann sich sehen lassen. Allein die spielbaren Abenteuer beschäftigen uns weit über 100 Stunden. Wer alle Geheimnisse entdecken und optionale Herausforderungen meistern möchte, kann noch deutlich mehr Zeit investieren.

Kingdom Hearts macht es Neueinsteigern allerdings nicht gerade leicht. Während die drei Hauptspiele ordentlich nummeriert sind, tragen zahlreiche Ableger Namen wie Birth by Sleep, Dream Drop Distance oder Re: Chain of Memories.

Die neue Collection schafft zumindest beim Kauf etwas für Ordnung. Sie vereint die bisherigen HD-Sammlungen mit Kingdom Hearts III und dessen Erweiterung Re Mind.

Enthalten sind:

  • HD 1.5 + 2.5 ReMIX: Kingdom Hearts Final Mix, Re:Chain of Memories, Kingdom Hearts II Final Mix und Birth by Sleep Final Mix. Dazu kommen die Filmfassungen von 358/2 Days und Re:coded.
  • HD 2.8 Final Chapter Prologue: Dream Drop Distance HD, Kingdom Hearts 0.2 Birth by Sleep – A fragmentary passage – und der Film χ Back Cover.
  • Kingdom Hearts III: Das dritte Hauptspiel inklusive Re Mind DLC.

Trotz der dichten Fülle ist Kingdom Hearts Collection [I–III] keine vollständige Sammlung aller Kingdom-Hearts-Spiele. Denn Kingdom Hearts 358/2 Days und Re:coded sind nur als HD-Videosequenzen enthalten. So können wir der Story zwar folgen aber selbst spielen dürfen wir sie nicht. Square Enix hat die Gelegenheit erneut nicht genutzt, um beide Titel für moderne Konsolen umzusetzen. Auch das Rhythmusspiel Melody of Memory fehlt in der Collection. Natürlich bietet die Sammlung auch ohne diese Titel genügend Beschäftigung. Für eine Veröffentlichung, die allerdings nahezu die gesamte Reihe abdecken möchte, bleiben die Lücken dennoch ärgerlich.

Kingdom Hearts Collection [I-III] - Bild: Square Enix

Kingdom Hearts Collection [I-III] – Bild: Square Enix

Disney „meets“ Final Fantasy

Die größte Stärke von Kingdom Hearts liegt in seiner ungewöhnlichen Welt und deren Präsentation. Gemeinsam mit Donald, Goofy und Sora reisen wir durch bekannte Disney-Universen und treffen auf zahlreiche Figuren dieser, bekämpfen Herzlosen und versuchen unsere Freunde wiederzufinden. Was zunächst wie ein klassisches Abenteuer über Freundschaft und Zusammenhalt beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer komplexen Heldenreise. Erinnerungen, Identitäten und unterschiedliche Zeit Linien spielen in Kingdom Hearts zentrale Rollen.

Wie zuvor bereits erwähnt macht es Kingdom Hearts Neulingen nicht gerade leicht der Story zu folgen. Nicht jede Wendung ist sofort nachvollziehbar und ganz selten wirkt es sogar, als hätte sich Square Enix selbst ein wenig in den Tiefen der Handlung verloren. Trotzdem besitzt Kingdom Hearts einen besonderen Charme, der solche Mankos leicht verzeihen lässt. Die vertrauten Disney-Welten sorgen für Abwechslung und die eigenständigen Charaktere verleihen der Reihe ihre Identität. Wer allerdings eine gleichmäßige Mischung aus Disney und Final Fantasy erwartet könnte ein wenig enttäuscht werden. Der Schwerpunkt liegt ganz klar auf Disney. Die bekannten Final-Fantasy-Figuren übernehmen vor allem in den älteren Spielen kleine Nebenrollen.

Ein angestaubtes Königreich?

Etwas das die Kingdom Hearts Collection [I–III] von Anfang an zeigt ist wie stark sich Kingdom Hearts seit 2002 verändert hat. Zwar lassen die höhere Auflösung und angepassten Bildformate die Klassiker auch auf modernen Bildschirmen ordentlich aussehen aber Animationen und Charaktermodelle stammen aus einer anderen Konsolengeneration. Besonders bei älteren Zwischensequenzen merkt man ihnen das baldige viertel Jahrhundert an.

Die frühen Abenteuer spielen sich teilweise sperriger als ihre Nachfolger. Kameraführung und Kampfmechaniken verlangen etwas Eingewöhnung. Mit Kingdom Hearts 0.2 Birth by Sleep – A fragmentary passage macht die Reihe einen merklichen Sprung nach vorne. Die Bewegungen werden dynamischer, die Kämpfe spektakulärer und die Inszenierung sogar noch aufwendiger. Kingdom Hearts III und der Re:Mind DLC führen diese Entwicklung auch noch fort. Gerade im direkten Vergleich zeigt sich, wie viel Potenzial eine umfassende Modernisierung der ersten beiden Hauptspiele hergeben würde.

Ein Soundtrack für die Ewigkeit

Wenn Kingdom Hearts eines von Anfang an richtig gemacht hat, dann ist es die Musik.

Kenner meiner Texte und Podcast Folgen, wissen wie wichtig mir gute Soundtracks sind. Was Komponistin Yoko Shimomura für die Kingdom Hearts Reihe erschaffen hat, ist ganz großes Kino! Shimomura’s Kompositionen haben der Reihe zahlreiche unvergessliche Melodien geschenkt. Allen voran natürlich „Dearly Beloved“, das bereits nach wenigen Klaviertönen für Gänsehaut sorgen kann. Die Kompositionen wechseln mühelos zwischen märchenhaften Melodien, dramatischen Kämpfen und emotionalen Momenten. Selbst die ältesten Stücke haben nichts von ihrer Wirkung verloren. Auch die von Hikaru Utada geschriebenen und eingesungenen Titelsongs der Kingdom Hearts Hauptreihe sollen an dieser Stelle lobenswert erwähnt werden, gehören doch auch sie zu zu den größten Stärken der gesamten Reihe.

(K)eine Stimme aus der Vergangenheit

Obwohl ich eigentlich Verfechter von OV-Versionen bin, wenn es um Sprachausgaben geht, komm ich nicht umher die fehelende deutsche Version zu erwähnen. Denn die PS2 Fassung von Kingdom Hearts und Kingdom Hearts II hatten noch eine vollständig deutsche und vor allem gelungene Sprachausgabe. Viele Disney-Figuren wurden damals von ihren bekannten Synchronsprechern vertont. Mit den späteren HD-Remixen und den zusätzlich eingefügten, bislang nicht synchronisierten Zwischensequenzen verschwand die deutsche Sprachausgabe leider. Gerade für Spieler, die mit den Originalen aufgewachsen sind, wäre ihre Rückkehr eine willkommene Überraschung gewesen. Zumindest eine optionale Auswahl der ursprünglichen deutschen Synchronisation hätte meiner Meinung nach der Collection gutgetan.

Kingdom Hearts Collection [I-III] - Bild: Square Enix

Kingdom Hearts Collection [I-III] – Bild: Square Enix

Nintendo Switch 2 bekommt eine „echte“ Version

Bisher waren die Kingdom-Hearts-Spiele für Switch Besitzer nur als Cloud-Versionen erhältlich. Statt die Abenteuer direkt auf der Konsole auszuführen, mussten sämtliche Inhalte online gestreamt werden. Mit der neuen Kingdom Hearts Collection [I–III] gehört dieses Problem der Vergangenheit an. Die Spiele laufen nun nativ auf der Switch 2.

Square Enix bietet bisherigen Käufern zwar einen Rabatt auf die neue Collection an. Ein schwacher Trost, wenn man bedenkt, dass für die weitere Nutzung nicht nur ein erneuter Kauf, sondern auch der Umstieg auf die Switch 2 notwendig wird.

Fazit zu Kingdom Hearts Collection [I-III] im Test: Viel Herz, aber zu wenig Mut

Kingdom Hearts ist auch nach über zwei Jahrzehnten eine außergewöhnliche Spielereihe. Die Mischung aus Disney-Magie, Final Fantasy und einer emotionalen Geschichte hat bis heute ihren ganz eigenen Charme. Mit der Kingdom Hearts Collection [I–III] bietet Square Enix nun die Möglichkeit, nahezu die gesamte Saga in einem Paket zu erleben.

Besonders Neueinsteiger bekommen hier einiges geboten. Mehrere umfangreiche Action-Rollenspiele, zusätzliche Geschichten und weit über 100 Stunden Spielzeit sprechen für sich. Auch für Nintendo-Fans ist die Collection interessant. Schließlich können sie Soras Abenteuer auf der Switch 2 erstmals ohne Cloud-Streaming genießen.

Anders sieht es für langjährige PlayStation-Spieler aus. Wer bereits die All-in-One Collection für PS4 besitzt, erhält abgesehen vom Re: Mind DLC kaum neue Inhalte. Auch technisch hat sich wenig verändert.

Schade, denn Square Enix hätte aus dieser Neuveröffentlichung deutlich mehr machen können. Spielbare Versionen der ehemaligen DS-Ableger, die Rückkehr der deutschen Synchronisation oder eine umfassendere technische Überarbeitung wären echte Kaufargumente gewesen.

Die Spiele selbst haben nichts von ihrem Zauber verloren und wissen auch 2026 noch zu fesseln. Trotzdem hätte ich gerne gesehen das Square Enix der Kingdom Hearts Reihe etwas mehr Liebe zum „Comeback“ geschenkt hätte.

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Test-System: PlayStation 5

Bewertung von Michael Weingärtner
Sehr Gut
8

Kingdom Hearts ist auch nach über zwei Jahrzehnten eine außergewöhnliche Spielereihe deren Faszination man sich nur schwer entziehen kann.

  • Grafik
    8
    Gut gelungene HD Filter verhelfen den ersten Teilen zu neuen Glanz
  • Sound
    9
    Soundtrack de Luxe!
  • Gameplay
    8
    Sperrige Anfänge werden mit dynamischen Fortsetzungen belohnt
  • Story
    9
    Die Übersicht zu behalten wird zur Herausforderung
  • Motivation
    8
    Man will ja schließlich erfahren wohin die Reise geht
  • Steuerung
    8
    Eingehende Steuerung die mit den neueren Teilen immer besser wird

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