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Artikel von René Nikel +
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Wer sich derzeit einen neuen Gaming-PC zusammenstellt, stößt früher oder später auf PCIe 5.0. Nahezu jeder aktuelle Test, jedes Mainboard und viele neue SSDs werben mit der neuesten Schnittstelle. Auf den ersten Blick klingt das beeindruckend. Doppelte Bandbreite, höhere Geschwindigkeiten und modernste Technik. Doch stellt sich schnell eine entscheidende Frage. Merkt ihr davon beim Spielen überhaupt etwas?

PCIe 5.0 ist ohne Zweifel die leistungsfähigste Schnittstelle für Consumer-PCs. Im Alltag profitieren allerdings längst nicht alle Nutzer gleichermaßen davon. Gerade beim Gaming fällt der Unterschied häufig kleiner aus, als es die beeindruckenden Zahlen auf dem Datenblatt vermuten lassen.

Was ist PCIe 5.0 überhaupt?

PCI Express, kurz PCIe, verbindet wichtige Komponenten wie Grafikkarten oder SSDs mit dem Mainboard. Mit jeder neuen Generation steigt die verfügbare Bandbreite deutlich an.

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PCIe 5.0 verdoppelt die maximale Übertragungsrate gegenüber PCIe 4.0. Eine moderne M.2-SSD kann dadurch theoretisch Transferraten von über 14 GB pro Sekunde erreichen. Das klingt nach einem gewaltigen Sprung und sorgt in Benchmarks regelmäßig für beeindruckende Ergebnisse.

Im Alltag sehen diese Werte jedoch oft anders aus.

Beim Spielen bleibt der Unterschied meist klein

Wenn ihr hauptsächlich spielt, werdet ihr zwischen einer schnellen PCIe-4.0-SSD und einem aktuellen PCIe-5.0-Modell häufig kaum einen Unterschied bemerken.

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Spiele laden heute zwar große Datenmengen, doch die Ladezeiten hängen nicht ausschließlich von der maximalen SSD-Geschwindigkeit ab. Auch die Spiele-Engine, die CPU und die Art, wie Daten verarbeitet werden, spielen eine wichtige Rolle.

In vielen Tests unterscheiden sich moderne PCIe-4.0 und PCIe-5.0-SSDs deshalb oft nur um wenige Sekunden beim Laden großer Spiele. Im eigentlichen Gameplay bleibt der Unterschied meist unsichtbar.

DirectStorage zeigt das Potenzial

Ganz abschreiben sollte man PCIe 5.0 dennoch nicht. Microsofts DirectStorage zeigt bereits, wohin die Reise geht.

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Die Technologie ermöglicht es Spielen, Daten deutlich effizienter von der SSD an die Grafikkarte zu übertragen und entlastet dabei den Prozessor. Je mehr Entwickler DirectStorage künftig nutzen, desto interessanter werden besonders schnelle SSDs.

Noch unterstützen allerdings vergleichsweise wenige Spiele die Technik umfassend. Das könnte sich in den kommenden Jahren ändern.

Content Creator profitieren deutlich stärker

Während Gamer heute nur selten große Unterschiede bemerken, sieht die Situation bei professionellen Anwendungen anders aus.

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Wer regelmäßig 8K-Videos bearbeitet, riesige Projekte rendert oder mit sehr großen Datenmengen arbeitet, spart durch PCIe-5.0-SSDs durchaus Zeit. Auch Entwickler und Kreativschaffende können von den höheren Übertragungsraten profitieren.

Für klassische Gaming-PCs bleibt dieser Vorteil dagegen häufig theoretischer Natur.

Auch die Kühlung wird wichtiger

Mehr Geschwindigkeit bringt einen weiteren Nachteil mit sich. PCIe-5.0-SSDs entwickeln deutlich mehr Abwärme als viele ältere Modelle.

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Deshalb setzen zahlreiche Hersteller inzwischen auf große Kühlkörper oder sogar kleine Lüfter. Wer einen kompakten Gaming-PC baut, sollte diesen Punkt nicht unterschätzen. Ohne ausreichende Kühlung kann eine SSD ihre Geschwindigkeit automatisch reduzieren, um sich vor Überhitzung zu schützen.

Ein gut belüftetes Gehäuse wird dadurch wichtiger denn je.

Das Bild zeigt eine moderne Grafikkarte vor dunklem Hintergrund. Aktuelle GPUs unterstützen die PCIe-5.0-Schnittstelle, profitieren im Gaming-Alltag derzeit jedoch nur geringfügig davon.

Moderne Grafikkarten unterstützen bereits PCIe 5.0. – Bild: Sergei Starostin / Pexels

Wie sieht es bei Grafikkarten aus?

Auch aktuelle Grafikkarten unterstützen PCIe 5.0 immer häufiger. Im Gaming-Alltag bringt das bislang allerdings kaum Vorteile.

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Selbst moderne High-End-Grafikkarten schöpfen die Bandbreite von PCIe 4.0 in den meisten Spielen noch nicht vollständig aus. Deshalb liegen die Leistungsunterschiede zwischen PCIe 4.0 und PCIe 5.0 meist im kaum messbaren Bereich.

Das bedeutet gleichzeitig, dass Besitzer eines guten PCIe-4.0-Systems aktuell keinen Grund haben, allein wegen der Schnittstelle aufzurüsten.

Wer sollte heute auf PCIe 5.0 setzen?

Plant ihr gerade einen komplett neuen High-End-PC, spricht wenig gegen PCIe 5.0. Die neue Technik gehört mittlerweile bei vielen aktuellen Plattformen zum Standard und macht das System zukunftssicher.

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Besitzt ihr dagegen bereits einen leistungsstarken Gaming-PC mit PCIe 4.0, lohnt sich ein Upgrade allein wegen der Schnittstelle derzeit kaum. Das Geld ist häufig besser in einer stärkeren Grafikkarte, einem schnelleren Prozessor oder mehr Arbeitsspeicher investiert.

Die Zukunft gehört PCIe 5.0

Auch wenn viele Spieler heute noch wenig davon merken, führt langfristig kaum ein Weg an PCIe 5.0 vorbei. Spiele werden größer, DirectStorage verbreitet sich langsam und SSDs erreichen immer höhere Geschwindigkeiten.

Die neue Schnittstelle ist deshalb weniger eine Revolution für den heutigen Gaming-Alltag als vielmehr eine Investition in die kommenden Jahre. Wenn ihr gerade einen neuen PC plant, könnt ihr PCIe 5.0 also beruhigt mitnehmen. Ein teures Upgrade eines bestehenden Systems lohnt sich aktuell jedoch nur in den seltensten Fällen.

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Manchmal ist die neueste Technik eben nicht automatisch die sinnvollste Anschaffung. Gerade beim Gaming zählt am Ende das Gesamtpaket und nicht nur die höchste Zahl auf dem Datenblatt.

Meine persönliche Einschätzung

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich bewusst gegen eine PCIe-5.0-SSD entschieden. Der Hauptgrund war für mich die deutlich höhere Wärmeentwicklung. Die zusätzlichen Übertragungsraten klingen auf dem Papier zwar beeindruckend, im Alltag würden sie mir aktuell aber kaum einen spürbaren Vorteil bringen.

Deshalb fiel meine Wahl auf die WD Black SN7100 mit 2 TB. Sie bietet für meine Anforderungen das beste Gesamtpaket aus Leistung, Effizienz und Preis. Gerade als Windows-Laufwerk liefert sie mehr als genug Geschwindigkeit, ohne dabei so hohe Anforderungen an die Kühlung zu stellen wie viele PCIe-5.0-Modelle.

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Wenn ihr gerade euren eigenen Gaming-PC zusammenstellt, würde ich persönlich das gesparte Geld eher in eine stärkere Grafikkarte, einen besseren Prozessor, ein hochwertiges Mainboard oder ein leises Netzteil investieren. Diese Komponenten machen sich im Alltag und beim Spielen meist deutlich stärker bemerkbar als der Wechsel von einer schnellen PCIe-4.0 auf eine PCIe-5.0-SSD.

Auf eine PCIe-5.0-SSD könnt ihr jederzeit später noch aufrüsten, falls Spiele oder Anwendungen in Zukunft tatsächlich stärker von der zusätzlichen Bandbreite profitieren.

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