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Artikel von Markus +

Kurz vor dem Release von Marathon sorgt eine Design-Entscheidung für Diskussionen: Bungie wird kein „Aggression-basiertes Matchmaking“ einführen, also kein System, das friedliche und aggressive Spieler voneinander trennt. Game Director Joe Ziegler äußerte sich dazu in einem Interview mit dem chinesischen Portal Ali213 (via Dexerto). Die Aussagen wurden anschließend über den X-Account Marathon Bulletin verbreitet und maschinell übersetzt. Eine kleine Unsicherheit bei der Wortwahl bleibt also, doch die Kernaussage ist klar.

Laut der übersetzten Aussagen wird Marathon keine speziellen Matchmaking-Regeln haben, um „nicht-kampforientierte Spieler“ voneinander zu separieren. Stattdessen setzt Bungie auf Werkzeuge wie Proximity-Chat. Spielerinnen und Spieler sollen selbst entscheiden, ob sie kooperieren oder kämpfen. Vertrauen ist also kein System, sondern ein Risiko. Ziegler betonte, dass die Ungewissheit über die Absichten anderer Spieler der Kern der Survival-Erfahrung sei. Genau dieses Gefühl, nicht zu wissen, ob jemand freundlich oder feindlich ist, soll jede Runde unvorhersehbar machen.

Marathon-Matchmaking: Klarer Kontrast zu ARC Raiders

Damit grenzt sich Marathon deutlich von ARC Raiders ab. Dort setzt Entwickler Embark Studios auf ein aggression-basiertes Matchmaking-System. Was das konkret bedeutet? Spielerinnen und Spieler mit ähnlicher PvP-Neigung landen häufiger in denselben Lobbys. Das sorgt für mehr Kontrolle, aber eben auch für weniger Chaos. Vielleicht auch ein Grund für anhaltend starke Spielerzahlen.

Bungie geht den entgegengesetzten Weg. In Marathon soll jede Begegnung potenziell eskalieren können. Ein Deal kann zur Falle werden. Eine Kooperation kann in Sekunden kippen. Und genau das scheint gewollt zu sein. Marathon wird als PvPvE-Extraction-Shooter positioniert. Das bedeutet: Neben KI-Gegnern lauern auch echte Spieler und die sind oft die größere Bedrohung. Während manche Studios versuchen, die Frustration durch gezieltes Matchmaking zu reduzieren, scheint Bungie bewusst auf Spannung statt Schutz zu setzen. Das passt zur generellen Design-Philosophie des Studios, das schon mit Destiny 2 auf dynamische Begegnungen und soziale Interaktion setzte.

Ob die Matchmaking-Idee die beste Entscheidung ist? Davon werden wir uns in wenigen Wochen selbst überzeugen dürfen, wenn Marathon erscheint. - Bild: Bungie

Ob die Matchmaking-Idee die beste Entscheidung ist? Davon werden wir uns in wenigen Wochen selbst überzeugen dürfen, wenn Marathon erscheint. – Bild: Bungie

Risiko oder mutiger Schritt?

Die Entscheidung könnte polarisieren. Extraction-Shooter leben von Nervenkitzel, aber auch von Fairness. Viele Spielende schätzen Systeme, die extremes PvP-Verhalten etwas abfedern. Andere wollen genau dieses Gefühl permanenter Gefahr. Sollten die übersetzten Aussagen wirklich korrekt sein, positioniert sich Marathon klar: Misstrauen ist kein Nebeneffekt, es ist das Designziel. Und das könnte dem Spiel eine deutlich rauere Identität verleihen als viele Genre-Kollegen.

Marathon erscheint am 05. März 2026 für PS5, Xbox Series X/S und PC. Bis dahin dürfte Bungie weitere Details zur Progression, zu Fraktionen und zu Langzeit-Systemen teilen, nicht nur über chinesische Medien.

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