God of War-Erfinder zerlegt „Sons of Sparta“: „Das ist nicht God of War“
Harte Worte zum Release! David Jaffe kritisiert den neuen 2D-Ableger scharf und stellt die Identität der Reihe infrage.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Kaum ist God of War: Sons of Sparta erschienen, sorgt das Spiel für hitzige Diskussionen. Jetzt meldet sich ausgerechnet der Mann zu Wort, der die Marke einst erschuf: David Jaffe. In einem Video auf seinem YouTube-Kanal fand der ursprüngliche God of War-Schöpfer deutliche Worte für das neue Spin-off: „Ich mag es nicht. Ich empfehle es nicht.“ Ein vernichtendes Urteil, besonders von jemandem, der Kratos einst ins Leben gerufen hat.
Jaffe betonte, dass das Spiel technisch funktioniere. Steuerung, Ablauf, Struktur, alles sei „okay“. Doch genau das sei das Problem. „Es ist kein schlechtes Spiel“, erklärte er. „Aber es fühlt sich generisch an.“ Der Hauptkritikpunkt? Für ihn fehle vor allem eines: die Identität der Marke.
God of War: Sons of Sparta setzt auf 2D-Pixelgrafik und eine Metroidvania-Struktur. Statt bombastischer Third-Person-Action gibt es seitliches Erkunden, Speer- und Schildkämpfe sowie Fähigkeiten namens „Gifts of Olympus“. Für viele Fans eine spannende Abwechslung. Für Jaffe offenbar ein Stilbruch.
Zu viel Story, zu wenig Wucht?
Ein zentraler Kritikpunkt: der erzählerische Fokus. Laut Jaffe lege das Spiel zu viel Wert auf Narrativelemente und verliere dabei die rohe Intensität, die frühe Teile der Reihe geprägt habe. Er verwies dabei auf eine frühere Diskussion über die kreative Ausrichtung bei Santa Monica Studio. Seiner Ansicht nach verschiebe sich der Schwerpunkt zunehmend in Richtung Storytelling, auf Kosten der Gameplay-Identität.
„Das ist nicht God of War“, sagt er mehrfach in seinem YouTube-Video „God of War-Creator bewertet Sons of Sparta“. Gerade Fans, die sich ein 2.5D- oder Metroidvania-Experiment gewünscht hätten, hätten wohl etwas Brutaleres und Charakterstärkeres erwartet.
YouTube-Video
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Ist Kratos in „God of War: Sons of Sparta“ nicht wiederzuerkennen?
Besonders kritisch sieht David Jaffe die Darstellung des jungen Kratos. Sons of Sparta erzählt als kanonisches Prequel die Jugend des späteren Kriegsgottes während seiner Spartaner-Ausbildung, gemeinsam mit Deimos. Doch er empfindet die Charakterzeichnung als unpassend. Der jüngere Kratos wirke für ihn nicht wie die Figur, die er einst konzipiert habe. Er sprach von einer kreativen Entscheidung, die unnötig sei und langfristig Fans entfremden könne. Eine harte Aussage mit Gewicht, immerhin kommt sie nicht von irgendjemanden.
Entwickelt wurde das Spiel von Mega Cat Studios in Zusammenarbeit mit Santa Monica Studio. Der 2D-Ableger wurde am 12. Februar 2026 überraschend im Rahmen einer State of Play präsentiert und direkt als „Shadowdrop“ veröffentlicht.
Gerade diese Spontanveröffentlichung machte viele neugierig. Ein experimenteller Ableger zwischen großen Releases, warum nicht? Doch offenbar überzeugt das Konzept nicht jeden.
Fast 1.200 Kommentare unterhalb des Videos, nach 2 Tagen
Die God of War-Community hört natürlich hin, wenn der Schöpfer von Kratos etwas zu sagen hat. Umso mehr Kommentare findet man unterhalb des rund 9-Minuten-Videos.
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„Ich habe das Gefühl, die Remakes werden Jaffe einen Herzinfarkt bescheren“, so der bisherige Top-Kommentar. Ein weiterer Kommentator meint: „Wenn Jaffe es hasst, weißt du, dass es gut ist“, ob das wirklich so ist?
Im PlayStation Store bekam der Titel bei über 4.600 Bewertungen 89% die vollen 5 Sterne, macht eine Gesamtwertung von 4,73 von 5. Die User-Wertung auf Metacritic sieht nicht ganz so prächtig aus. Dort erhielt der Titel bisher 7,3 von 10 bei 246 Bewertungen. Dort findet man auch Kommentare zwischen „Ein sehr simples 2D-Spiel, Silksong oder Mega Man sind um Längen besser!“ bis zu „Ein absolutes Muss für Fans der Reihe. Es ist eine wunderbar überraschende und sehr gelungene Erweiterung der God-of-War-Saga“.
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God of War: Sons of Sparta ist weder ein Totalausfall, aber vielleicht ein unumstrittener Hit. Die deutliche Kritik des Serienerfinders verleiht der Debatte zusätzliche Schärfe. Ob das 2D-Prequel langfristig als mutiger Schritt oder als Fehlgriff in Erinnerung bleibt, wird sich zeigen.
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