Gamer-Blog: Die Gründe, warum uns der Tod von Telltale NICHT überrascht
Traurig. Aber wir müssen auch der Wahrheit ins Gesicht blicken!
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
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Am 22. September haben wir berichtet, dass Telltale Games die meisten seiner Mitarbeiter auf die Straße schickt und mit einem 25-köpfigen Team weitere Verpflichtungen nachkommen wird. Die Entwicklung neuer Episoden für The Walking Dead: The Final Season werden eingestellt. Mittendrin. Entwickler Telltale ist am Ende…
Aber hätte man das Ende sehen können? Wir meinen: Ja!
Der „Champion“ der Adventure-Games ist Geschichte. Telltale Games und all seine Projekte sind ab diesen Tagen einen Eintrag in der Videospiele-Geschichte wert. Aber sehen wir uns die verschiedenen Gründe für den Untergang an.
Telltale’s Engine war Schrott
Ich habe bis jetzt wenige Adventure/Point-to-Click-Games gesehen, welche technisch so schlecht aufbereitet waren. Ich denke jeder, der ein Telltale-Game gespielt hat, wird mindestens 10 Glitches (Grafik-Fehler) mitbekommen haben. Die Bug-Liste kann man weiterführen: Horrende lange Ladezeiten (für grafisch nicht wirklich anspruchsvolle Titel), fehlende Synchronisation und ein Mangel an visuellen Effekten. Da konnte auch teilweise die verdammt guten Storys hinter den Games nicht alles wett machen.
Die Tatsache, dass man als Unternehmen nie versucht hat daran etwas zu ändern, grenzt ein wenig an Fahrlässigkeit. Oder war es sogar bewusst?
Zu viele Games in der wenigen Zeit
Telltale hat mehr Games rausgeschmissen als so mancher Publisher mit einigen Entwickler-Teams! Auch wenn die Titel technisch nicht sehr anspruchsvoll waren, dennoch hatte man einiges zu tun. Und das tat man anscheinend sehr schnell.
Dabei gingen auch einige Titel regelrecht unter. Oder wer kann schon alle Titel seit dem Jahr 2010 auflisten? Es gab ein Jurassic Park-Game? Es gibt mittlerweile fünf The Walking Dead-Games, ein Game of Thrones-Game, ein Boderlands-Spinoff, ein Guardians of the Galaxy-Game, ein Back to the Future-Game, ein Batman-Game und The Wolf Among Us.
Telltale hatte gerade an weiteren The Walking Dead: The Final Season-Episoden gearbeitet, an einem weiteren Game of Thrones-Game sowie an einem neuen Stranger Things-Game. Eine beachtliche Anzahl an Titeln!
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Teure Lizenzen verringerten die Gewinne
Unwichtige Marken? Das kannte Telltale eigentlich nicht, wenn man sich die im letzten Absatz erwähnten Titel vornimmt. So gut wie jedes ihrer Games basierte auf einer bekannten Marke, für jene Lizenzrechte zu bezahlen sind. Man hatte kein eigenes Franchise und für andere Marken immer zu bezahlen geht auf Dauer auf die Substanz, vor allem wenn der Erfolg des Titels ausbleibt.
Hoch gepokert mit schwacher Hand
Telltale’s Ende kann man sich folgendermaßen erklären: Eine kleine Firma, die versuchte mehr abzubeißen, als sie kauen konnte. Die moderne Version von Ikarus. Ohne eigene starke Marken war man auch nicht wirklich interessant für Investoren. In was sollen diese ihre Geld stecken? In eine 10 Jahre alte Grafik-Engine?
Eine schreckliche Nachricht für Fans des Genres und der spannenden Geschichten!
Die Mitarbeiter, welche bisher tolle Storys verbreitet bei Telltale verbreitet haben, werden das auch sicherlich weiterhin in anderen Unternehmen tun dürfen. Davon sind wir überzeugt.
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