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Artikel von Markus +

Nicht weniger als eine Million Spieler haben sich freiwillig dafür entschieden, ihren Fortschritt in ARC Raiders zurückzusetzen. Eigentlich ein starkes Zeichen für Engagement und Vertrauen in das Spiel. Doch genau dieser Meilenstein hat auch Schwächen im System offengelegt. Entwickler Embark Studios hat nun eingeräumt: Die aktuellen Expedition-Resets müssen überarbeitet werden.

In einem Interview mit PCGamesN.com erklärte Design Director Virgil Watkins, dass Teile des Systems für Verwirrung sorgten und nicht das gewünschte Spielverhalten gefördert hätten.

Expeditionen sind Embarks Antwort auf klassische „Wipes“ in Extraction-Shootern. Statt eines Zwangs-Resets entscheiden sich Spieler freiwillig für einen Neustart und erhalten dafür dauerhafte und temporäre Boni. Dazu zählen kosmetische Items, mehr Lagerplatz und ein zeitlich begrenzter XP-Buff. Die begehrtesten Belohnungen sind jedoch zusätzliche Skill-Punkte.

Genau hier liegt das Problem. Um die maximale Belohnung zu erhalten, mussten Spieler einen Lagerwert von fünf Millionen Credits erreichen. Laut Watkins war dieses Ziel bewusst als optional gedacht, als etwas, das nur ein Teil der Community erreichen sollte. In der Praxis gelang das aber nur etwa 35 bis 40 Prozent der Spielerinnen und Spieler, die an der ersten Expedition teilnahmen.

„Zu viel Fokus auf Geld, zu wenig auf Spielspaß“

Embark gibt offen zu, dass dieser Ansatz Schwächen hatte. Das reine Ansammeln von Credits sei weder besonders spannend noch motivierend gewesen. Vor allem ein Effekt stach negativ hervor: Raiders hielten ihre beste Ausrüstung zurück, um ihren Lagerwert nicht zu gefährden. Genau das widerspricht dem Kern von ARC Raiders. „Am Ende eines Reset-Zyklus wollen Spieler eigentlich ihre Gear nutzen“, so Watkins sinngemäß. Stattdessen habe das System dazu geführt, dass vorsichtig gespielt oder bewusst auf Kämpfe verzichtet wurde.

Die gute Nachricht an dieser Stelle: Embark Studios will nachbessern. Das Studio bestätigt, dass es bereits an Überarbeitungen für zukünftige Expeditionen arbeitet. Ziel ist es, mehr Abwechslung zu schaffen und unterschiedliche Spielertypen besser abzuholen, insbesondere jene, die langsamer vorankommen oder nicht jede Session optimieren wollen. Dabei greift Embark auf extrem detaillierte Daten zurück. Laut Watkins kann das Team bis ins kleinste Detail nachvollziehen, welche Gegenstände alle Spielenden gespendet haben. Diese Daten sollen helfen, zukünftige Belohnungen fairer und motivierender zu gestalten.

Zweiter Reset noch unverändert, aber nicht mehr lange!

Der aktuell laufende zweite Expedition-Zyklus orientiert sich noch stark am ersten. Doch das dürfte sich bald ändern. Der nächste Reset ist bereits in rund sechs Wochen geplant. Genug Zeit, um Anpassungen vorzunehmen und das Feedback umzusetzen. Wie groß diese Änderungen ausfallen, ist noch offen. Klar ist aber: Embark Studios hat verstanden, dass ein freiwilliger Reset nur dann funktioniert, wenn sich Fortschritt, Risiko und Spaß die Waage halten.

Eine Million Resets sind kein Zeichen von Scheitern, ganz im Gegenteil. Sie zeigen, wie stark ARC Raiders seine Community bindet. Doch genau deshalb ist das Expedition-System so entscheidend. Wenn es sich wie Arbeit anfühlt, verliert es seinen Reiz. Selbstkritik und transparentes Arbeiten ist an dieser Stelle Gold wert, wenn man weiter in der Gunst bleiben möchte. Die nächsten Expeditionen könnte entscheidend dafür sein, ob sich freiwillige Resets langfristig als Stärke oder als Stolperstein von ARC Raiders erweisen.

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