The Last of Us Part I (PS5) – Game Review

The Last of Us Part I ist die definitive Version Joel und Ellies erstes Abenteuer zu erleben. Egal ob zum ersten, oder zum dritten Mal.

Review von
Neben Joel und Ellie wirkt Tess in The Last of Us Part 1 wie ein anderer Mensch. - (C) Sony Interactive Entertainment / Naughty Dog

Das Wichtigste in Kürze

  • Kleine Verbesserungen, die den Unterschied machen
  • Gleichbleibende, hervorragende Handlung
  • Ein Meisterwerk, das nur noch besser wurde

Als The Last of Us 2013 das erste mal über unsere Fernseher flimmerte, war die Welt noch eine andere. Die Playstation 3 näherte sich ihrem letzten Jahr, Marvel-Filme erschienen noch nicht alle paar Monate und die letzte Pandemie lag fast 100 Jahre in der Vergangenheit. Kaum zehn Jahre später sieht das etwas anders aus.

Die PS5 ist erhältlich, aber noch nicht verfügbar. Marvel dominiert die großen und kleinen Bildschirme. Und die Welt erholt sich gerade von der Corona-Pandemie. Als Joel und Ellie hingegen das erste mal ihre Reise quer durch ein von Zombies bevölkertes Amerika antraten, hatte das Spiel noch kein ,,Part I” im Titel nötig. Mittlerweile verfügt das Spiel sogar über eine Fortsetzung, von der manche behaupten, dass sie besser als das Urpsprungsspiel wäre. Um daher eine noch kohärentere Version der Gesamtstory zu liefern, hat sich Naughty Dog dafür entschieden, ein Komplettremake des ersten Teils zu entwickeln. Was dabei herauskam, erfahrt ihr bei uns im Test:

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The Last, but not the Least of us

Eines Vorweg: Mit dem Remake von The Last of Us, liefert Naughty Dog nun schon die dritte Version ihres Meisterwerks. Neben dem ursprünglichen Release auf der PS3, der grafisch aufgehübschten Definitive Edition auf der PS4, ist diesmal die PS5 die gewählte Plattform. Doch das soll nicht bedeuten, dass es sich nicht lohnen würde, das düstere Survivalspiel nicht noch einmal anzuspielen. Denn das Remake ist zwar die vorerst letzte Version des Spiels, könnte dadurch allerdings auch die nunmehr beste Option sein, um die Geschichte zu erleben.

Denn The Last of Us Part I ist, neben dem neuen Titel, immer noch das exakt gleiche Spiel, wie die 2013 veröffentlichte Version. Die Kameraeinstellungen in den Zwischensequenzen sind immer noch genau die selben. Die Performances der Schauspieler ist unverändert und gleich. Selbst die Levelstrukturen bleiben unberührt. Sogar Sammelgegenstände und Munition sind immer noch genau dort zu finden, wo sie bereits vor neun Jahren lagen.

Es bleibt also alles beim Alten, obwohl im Grunde alles neu ist. Denn man darf nicht außer Acht lassen, dass es sich bei dem Spiel um ein Remake handelt, das gänzlich neu entwickelt wurde. Doch anders als zuletzt bei Mafia Definitve Version oder Resident Evil 2, spielen wir hier keine Neuinterpretation der Ursprungsversion. Die Entwickler haben viel eher genommen was bereits fehlerlos war und es auf die technischen Standards von Part II gehievt.

The Last of Us™ Part I liefert eine deutliche hübschere Vegetation, die dabei nichts aus dem Ursprungsspiel wegstreicht (c) Naughty Dog, Sony Interactive Entertainment

The Last of Us™ Part I liefert eine deutliche hübschere Vegetation, die dabei nichts aus dem Ursprungsspiel wegstreicht (c) Naughty Dog, Sony Interactive Entertainment

Schöne neue (zombieverseuchte) Welt

Wenn man an das 2013 veröffentlichte Ursprungsspiel denkt, hat man wohl eines der schönsten Spiele seiner Generation im Kopf. Bei den ersten Gameplaytrailern des Remakes von The Last of Us Part I, dachten viele Spieler daher wohl das selbe wie ich: Schaut die PS5-Version nicht eh fast genau so aus, wie die bis dahin aktuellste Definitive Edition? Wie stark sich die beiden Versionen jedoch unterscheiden, wird erst beim Direktvergleich klar. Dass das Remake dabei ganz klar die Nase vorhat, zeigt sich an den vielen, liebevoll gestalteten, kleinen Verbesserungen.

Vegetation ist üppiger, lange Grashalme sprießen aus jeder Betonritze. Die Level sind teilweise authentischer und stimmiger dekoriert. Und kleine Details im Hintergrund sind deutlich besser in Szene gesetzt. Nur ein kleines Beispiel: Während man in der Version von 2013 in einem Geschichtsmuseum lediglich leere Regale und spärlich dekorierte Räume sah. Findet man im Remake einen clever gestalteten Restaurationsraum mit entsprechenden Utensilien. Der Raum bleibt zwar genau der selbe, wirkt nun aber deutlich lebendiger. (bzw. zerfallener und dystopischer).

Kleine Details machen den Unterschied in The Last of Us™ Part I (c) Naughty Dog, Sony Interactive Entertainment

Kleine Details, wie diese Restaurationsstätte, machen den Unterschied in The Last of Us™ Part I (c) Naughty Dog, Sony Interactive Entertainment

Dazukommt noch die hochauflösende 4K-Grafik, die selbst kleinste Emotionen in den Gesichtern der Schauspieler einfängt. Die 2013 aufgenommenen Performances, die exakt in die PS5-Version übernommen wurden, wirken so noch detaillierter und glaubhafter. Auch die Charaktermodelle bleiben dabei weitestgehend gleich und erhielten nur dort Updates, wo es logisch war. Kleidung wirkt nun etwa abgetragener. Haut dreckiger und schmutziger.

Lediglich die zu Beginn auftauchende Tess wurde für The Last of Us Part I etwas überarbeitet. Während sie in der Ursprungsversion jugendlicher und deutlich jünger als Joel wirkte, wurde sie für das Remake mit ihm gleichgestellt. Als gleichalte Räuberpartnerin wirkt sie nun deutlich glaubwürdiger. Es sind die kleinen Details wie diese, die es ermöglichen noch tiefer in die Story einzutauchen. Hinzukommt, dass die Charaktere schlicht menschlicher aussehen. Ein bereits wunderschönes Spiel, kann so durch die Fülle an kleiner Details, nur noch schöner erscheinen.

Aus Alt mach Neu

Das Gameplay selbst bleibt dabei weitestgehend unverändert. Joel verfügt immer noch über die selben Waffen und Angriffe. Vermisst dabei jedoch leider den Ausweichmove, den Ellie in Teil II hatte. An vielen Stellen gab es aber auch hier kleine Verbesserungen, die einen stimmigeren Zweiteiler mit der 2020 veröffentlichten Fortsetzung erzeugen. So gibt es nun auch in The Last of Us Part I hübsche Animationen für jede Waffe auf dem Werkzeugtisch. Zusätzlich sind sammelbare Gegenstände nun 3D-Objekte in der Spielwelt, die Joel aufheben und auf der Stelle lesen kann.

Zur Story selbst, wie könnte es auch anders sein, gibt es hingegen nichts zu sagen. Denn jede dramatische Wendung, jede herzzerreißende Zwischensequenz, gar jedes gesprochene Wort, ist immer noch ident zum 2013 erschienenen Zombie-Meisterwerk. Hier hat sich nichts geändert. Wir erkunden immer noch kleine Vorstadtsiedlungen, schlagen uns in stockfinsteren Kellerabteilen mit pilzbefallenen Clickern herum. Und schießen und prügeln auf alles und jeden ein, der Joel und Ellie bedroht. Auch wenn sie es nicht immer verdient haben… aber ihr wisst ja, wohin das führt.

Fazit zu The Last of Us Part I

Als der erste Trailer zu The Last of Us Part I erschien, blieb nur eine Frage offen: Wie soll ein bereits perfektes Spiel verbessert werden? Durch akribische Kleinstarbeit, die von authentischeren Leveln bis hin zu noch detaillierteren Performance reicht, hat Naughty Dog allerdings genau das geschafft. Sie haben ein Spiel genommen, das in unseren Erinnerungen bereits die beste Version seiner selbst war und daraus einen noch effektiveren Vorgänger ihres Zweiteilers gemacht.

Das Spiel bleibt das gleiche (besser kann es immerhin nicht werden), kleine Verbesserungen wirken jedoch genau so effektiv, wie man sich das bei einem vollwertigen Release 2022 wünscht. Mit der tollen Grafik, flüssigen Framerate, meisterhaften Leveln und einer absolut gleichgeblieben Story, ist das neue Remake die tatsächliche definitive Version, den ,,Naughty Dog”-Klassiker zu spielen. Ob man dabei zum ersten Mal in die Serie einsteigt, oder Part I und II Rücken an Rücken erleben möchte., The Last of Us Part I ist und bleibt ein Meisterwerk. Punkt!

ReviewWertung

10SCORE

The Last of Us Part 1 schafft, was wohl viele nicht für möglich gehalten haben. Durch kleine Verbesserungen und einer neuen, wunderschönen Grafik, ist das Meisterwerk, nur noch besser geworden.

Detail-Wertung

Grafik

10

Sound

10

Gameplay

9

Story

10

Motivation

10

Steuerung

8

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