Protest gegen Xbox-Chefin mit Riesenratte
Bei Bethesda Game Studios wurde gegen Entlassungen protestiert.
Werbung
Klaus Kainz Ein freiberuflicher Schreiber für Chronik-Themen, manchmal auch Kultur. Vor allem aber ist er faszinierter Zocker seit mehreren Jahrzehnten. Denn Resident Evil ist intensiver als jeder Horrorfilm, Bloodborne oder Metroid Prime immersiver als jeder Fantasy-Roman - und Dampf ablassen geht kaum besser als mit Streets of Rage oder Ninja Gaiden.
Eigentlich wirkte es wie ein erfolgreicher Besuch von Xbox CEO Asha Sharma bei Bethesda Game Studios. Dort sah sie laut einem Social-Media-Post immerhin einen “Live-Durchgang” des lang erwarteten Rollenspiels The Elder Scrolls VI. Das “Ausmaß und die Pracht” seien “unglaublich” und die Story “sogar noch großartiger” (via X). Der Empfang vor dem Entwicklerstudio war aber wohl nicht so harmonisch, wie es den Eindruck macht.
Denn vor dem Firmengebäude von Bethesda platzierten Gewerkschafter zur Ankunft der Xbox-Chefin eine riesige, aufblasbare Ratte mit roten Augen, die auf die Kündigungen im Konzern aufmerksam machen sollte. Daneben wurden den Berichten zufolge rote Flaggen für gekündigte Mitarbeiter in den Rasen gesteckt. Die von der Communications Workers of America aufgestellte Ratte trägt den Namen “Scabby”, angelehnt an den englischen Begriff für Streikbrecher (via gamedeveloper).
Twitter/X-Inhalt
Dieser Inhalt stammt von X bzw. Twitter und kann personenbezogene Daten übertragen. Mit einem Klick auf „Inhalt anzeigen“ gibst du diese Funktion in deinem Browser für mindestens 1 Jahr frei. Du kannst die Einwilligung jederzeit über den Button direkt unter dem Embed widerrufen.
Harte Maßnahmen und Kündigungen bei Xbox Game Studios
Grund für die Aktion sind die Entlassungen in den Gaming-Sparten von Microsoft. Anfang Juli kündigte Sharma eine drastische Kehrtwende im Konsolengeschäft an, wobei voraussichtlich rund 3.200 Jobs im Geschäftsjahr wegfallen. Laut Insidern könnte die Dunkelziffer an gekündigten Stellen bei Xbox sogar noch größer ausfallen als angegeben. Manche Experten sprechen von der größten Kündigungswelle der Videospielgeschichte (via Vice). Studios wie id Software sollen nach den Einschnitten noch effizienter Titel mit bekannten Marken wie Doom produzieren. Vier Studios haben Microsoft gänzlich verlassen.
Bereits im Vorjahr trafen Sharmas Vorgänger harte Maßnahmen. Lange geplante Projekte wie Everwild von Rare oder der Reboot von Perfect Dark wurden eingestampft, inklusive des neu gegründeten Studios The Initiative. Auch mehrere Partnerprojekte von Bethesda dürften unter das Messer gefallen sein, etwa ein neuer Titel vom Shooter-Pionier John Romero.
Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !





