Hat Destiny 2 sein Limit erreicht? Bungie offen über stagnierende Spielerzahlen
Bungie bestätigt: Kaum neue Spieler und die Zukunft wirkt ungewisser denn je. Wird es Zeit für Destiny 3?
Markus BauerMarkus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Destiny 2 wirkt nach all den Jahren überraschend stabil, doch hinter den Kulissen sieht die Lage offenbar ganz anders aus. Entwickler Bungie (bis 2010 bekannt für das Halo-Franchise) kämpft weiter mit Problemen, die sich seit Monaten zuspitzen. Die Kritik an Marathon, Diskussionen um plagiierten Cosmetic-Content und der massenhafte Abgang langjähriger Mitarbeiter nach The Final Shape haben das Vertrauen vieler Spieler erschüttert. Nun sorgt eine neue Aussage für zusätzliche Unruhe. Destiny 2 verliert konstant seine Spielerzahlen. Was passiert (nicht)?
In einem Gespräch mit IGN sprach Tyson Green, der Director von Destiny 2, ungewöhnlich offen über den Zustand des Spiels. Er erklärte, dass Destiny zwar weiterhin eine engagierte Community hat, jedoch kaum noch neue Spieler anzieht. Der Markt für Live-Service-Games sei spürbar langsamer geworden und habe sich insgesamt verkleinert. Für ein Spiel wie Destiny, das von langfristigem Wachstum lebt, bedeute diese Entwicklung eine ernsthafte Herausforderung. Ohne stetigen Zustrom an neuen Hütern werde es zunehmend schwerer, große Erweiterungen zu gestalten, die sowohl ambitioniert sind als auch wirtschaftlich tragfähig bleiben.
Destiny 2: „The Final Shape“ brachte Stabilität, aber auch Stagnation
Besonders seit der letzten Erweiterung zeigt sich, wie sehr Destiny 2 an einem Wendepunkt steht. „The Final Shape“ war als krönender Abschluss einer zehnjährigen Saga angekündigt und hat viele langjährige Fans begeistert. Gleichzeitig markierte sie einen Einschnitt im Studio selbst. Kurz nach dem Release trennten sich Hunderte Mitarbeiter von Bungie, was in der gesamten Branche Kritik auslöste. Für viele Fans wirkte es wie ein Signal, dass Bungie intern stärker unter Druck steht, als bislang angenommen.
Green deutete an, dass Destiny 2 sich in einer Phase befindet, in der die treue Community zwar stark bleibt, aber nicht mehr wächst. Die Stagnation gefährde langfristig die Fähigkeit des Studios, das Spiel weiterzuentwickeln und neue Inhalte auf dem bisherigen Niveau zu liefern. Es fehlt weniger an Leidenschaft der Spielerinnen und Spieler, sondern vielmehr an frischem Publikum, das die Zukunft des Live-Service-Modells sichern könnte.
Destiny 2 kann die Steam-Spieler nicht halten. Seit den Auswertungen von SteamDB.info ist man seit 2021 am Tiefpunkt angelangt. – Bild: SteamDB.info
Wie geht es weiter mit Destiny 2?
Viele Spieler fragen sich, ob dies nicht der richtige Moment für einen Neustart wäre. Ein Destiny 3 oder eine neue Form des Spiels steht seit Jahren im Raum, doch Bungie hält sich dazu weiterhin bedeckt. Green machte deutlich, dass das Team an nächsten Schritten arbeitet, aber nichts ankündigen kann. Der Fokus liege darauf, Destiny so gut wie möglich weiterzuführen, trotz der schwierigen Marktsituation.
Der Loot-Shooter Destiny 2 lebt, aber es lebt nicht mehr mit dem Wachstum vergangener Jahre. Ob der einstige Halo-Entwickler das Blatt wenden kann, hängt davon ab, wie mutig die nächsten Entscheidungen ausfallen. Mit dem Extraction-Shooter Marathon hat man sich auf jeden Fall selbst keine Freude gemacht.
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