Far Cry 6 (PC) – Game Review

Auf der Kuba inspirierten Insel "Yara" findet ein Guerilla-Krieg gegen die herrschende Diktatur statt, bei dem ihr mitten drin seid und das Regime stürzen müsst.

Review von
Far Cry 6 im Spieletest. - (C) Ubisoft

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Story schwächelt, wohingegen das Gameplay anfängt zu glänzen und den Hauptfokus darstellt
  • Reiche und bunte Welt die zum erkunden einlädt, da sich hinter jeder Markierung etwas außergewöhnliches verstecken kann
  • Viele Szenen sind nichts für schwache Nerven, da ein brutales Thema gewählt wurde, wird diese genauso dargestellt
Fakten

Mit großen Schritten bewegten wir uns im Herbst auf die Veröffentlichung von Far Cry 6 zu und viele Fans konnten es kaum noch erwarten den 6. Ableger in den Händen zu halten. Manche waren skeptisch ohne die Erwartungen hoch zu setzen und die anderen erlaubten es sich von einem Meisterwerk zu träumen. Nach nur drei Jahren Entwicklungszeit hat uns Ubisoft in die nächste Welt eingeladen, die von Sorgen, Ängsten und Problemen nur so überquillt. Ob die Sorgen der Fans berechtigt waren oder Ubisoft diese im Keim ersticken konnte, erfahrt ihr in unserem Review!

Yara versinkt in der Tyrannei der Castillos

Wir schlüpfen in die Rolle von Dani Rojas, einem Waisenkind, dessen Geschlecht wir uns zu Beginn aussuchen dürfen. Nach den ersten anfänglichen Szenen werden wir mit der harten und kalten Welt konfrontiert, die in Yara an der Tagesordnung steht. Mit grausamer Brutalität und Erbarmungslosigkeit schürt das Regime rund um Anton Castillo die Angst in der Bevölkerung.

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Dani Rojas(C) Ubisoft

Dani Rojas(C) Ubisoft

Denn für die Krebsforschung werden yaranische Sklaven benötigt, die unter Menschenerniedrigender Art und Weise die Arbeit verrichten sollen. Um die Menschen gefügig zu machen wird auch nicht vor Gewalt  zurückgeschreckt, so dass die Diktatur sich im vollen Ausmaß weiter ausweitet. Doch mit einer herrschenden Diktatur wächst auch die Unzufriedenheit  und Widerstandsgruppen steigen empor und versuchen Yara mit allen Mitteln zu befreien. Als Dani schließt ihr euch nach einigen geschichtlichen Ereignissen den Widerständlern “Libertad” an, die von Clara angeführt werden. Jedoch sind diese kaum vernetzt und es ist eure Aufgabe als Guerilla-Kämpferin die fehlende Verbindungen zu knüpfen und Yara zu befreien.

Abendlicher Ausblick(C) Ubisoft

Abendlicher Ausblick(C) Ubisoft

Jedes Mal wenn ihr einen Knotenpunkt in euren Erkundungen erreicht und einen episodischen Teil abgeschlossen habt, erhaltet ihr einen Teil der Geschichte Rund um das Regime zu sehen. Hierbei werden euch unterschiedliche Szenen mit Castillo gezeigt, die seinen Charakter offenbaren und Einblicke in seine Gedankenwelt offenbaren.

Die Welt von Far Cry 6

Far Cry 6  ist zweifelslos der größte Ableger der kompletten Reihe, mit rund 88 km² ist er beinahe drei Mal so groß wie Far Cry 5. Da es sich bei Yara aber um eine Insel handelt, bedeckt das Wasser einen Teil der Karte, welches wir dennoch überqueren könnten. Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche vertikale Gebiete die sich mehr in die Tiefe ausweitet. Dadurch wird uns ein Schauplatz geboten, der sich nicht bloß an der Oberfläche abspielt.

Karte von Far Cry 6 (C) Ubisoft

Karte von Far Cry 6 (C) Ubisoft

So warten einige Höhlenkomplexe darauf von euch entdeckt und erkundet zu werden. Diese müsst ihr mit manchen Parkoureinlagen durchqueren, wodurch geschichtliche Hinweise, versteckte Geschichten und Gegenstände als Belohnung warten. Mit Yara hat Ubisoft eine Welt erschaffen die prächtig, idyllisch und farbenfroh auf der einen und brutal, düster und grausam auf der anderen Seite ist. Mit der üppigen Flora und Fauna lädt die Welt zum erkunden ein, denn hinter dem nächsten Berg oder Wald könnte sich bereits das nächste große Geheimnis verbergen.

Morgendlicher Ausblick(C) Ubisoft

Morgendlicher Ausblick(C) Ubisoft

Egal wo ihr euch auf der Karte befindet, es gibt immer etwas zu tun. Sei es drum die Kontrollpunkte einzunehmen, so dass ihr Castillo immer näher rücken könnt, Sklaven zu befreien die auf der Straße von Soldaten eskortiert werden oder einfach an einem Rennen teilzunehmen, um der Gewalt zu entfliehen. Die Welt wirkt lebendig und das auch ohne euer einwirken. So bekämpfen sich die Soldaten und die Widerständler oftmals gegenseitig oder ihr werdet von wildgewordenen Krokodilen oder Kojoten attackiert, obwohl ihr bloß die Szenerie bestaunt.

Rennen auf dem Wasser(C) Ubisoft

Rennen auf dem Wasser(C) Ubisoft

Jedoch ist auch Far Cry 6 nicht von den typischen Open-World-Krankheiten befreit. So geraten manchmal die vorprogrammierten KI-Wege in einen Konflikt und die Autos rasen in Zäune, überfahren Tiere oder lösen eine Massenkarambolage aus. Jedoch sind das meistens sehr amüsante Situationen, die den Spielfluss kaum beeinflussen und oft lustig anzusehen sind.

Missionsvielfalt die sehr unterschiedlich angegangen werden können

Es gibt vielseitige Missionen in Far Cry 6 die auf euch warten. Neben wichtigen Einsätzen warten auch einzigartige yaranische Geschichten auf euch sowie Schatzsuchen und militärische Ziele. Im Notizbuch von Dani sind alle Missionen die bereits angenommen wurden aufgelistet und können bequem darüber “verfolgt” werden, wodurch ihr eine Markierung auf der Karte gesetzt bekommt. Manche Missionen können angetreten werden, ohne diese beim Questgeber überhaupt angenommen zu haben.

Missionen im Notizbuch(C) Ubisoft

Missionen im Notizbuch(C) Ubisoft

Hierbei hat Ubisoft die Lebendigkeit der Welt bewahrt, ohne einem künstlichen Faden folgen zu müssen. Wenn ihr interessante Gebiete, wie eine Militärstation entdeckt, telefoniert ihr kurz mit Clara und besprecht die Mission und eure Aufgaben. Uns stehen einige Möglichkeiten offen die Mission zu absolvieren und welche Waffen wir mit ins Gefecht nehmen wollen. Diejenigen die auf laute Action spezialisiert sind sollten sich warm anziehen, denn mit zunehmend stärkeren Truppen setzt euch das Regime unter Druck und die Kämpfe fallen brutaler aus. Jedoch habt ihr dafür auch die nötige Waffenstärke und einen liebevollen tierischen Begleiter als Unterstützung.

Guapo der Schöne(C) Ubisoft

Guapo der Schöne(C) Ubisoft

Tierische Begleiter und Multiplayer

Jeder Begleiter agiert unterschiedlich in Far Cry 6. Während der Aligator Guapo sehr flink und aggressiv auf seine Gegner zu sprintet, so versucht der kleine Chorizo die Wachen zu betören. So unterschiedlich die Begleiter auch sind, so hilfreich waren sie in vielen Missionen und hielten unseren Rücken immer frei. Da kann es auch mal vorkommen dass Guapo durch ein Feuer flammen fängt, durchbrennt und bereits seinen nächstes Ziel anvisiert.

Chorizo der Süße(C) Ubisoft

Chorizo der Süße(C) Ubisoft

Neben den tierischen Begleiter haben wir natürlich auch den Faktor Far Cry 6 als Multiplayer-Spiel zu erleben. Hierbei können wir entweder die Geschichte gemeinsam spielen oder vorgefertigte Missionen die zunehmend schwerer werden. Falls ihr euch für die Geschichte entscheidet, müsst ihr bedenken, dass der Spielfortschritt lediglich beim Host gespeichert ist. Das bedeutet dass ihr im Zweifelsfall diesen Part nochmal durchspielen müsst. Um zu kommunizieren steht euch ganz klassisch die Schreibfunktion im Chat zur Verfügung oder das integrierte Sprachsystem im Spiel. Das Verbinden mit anderen Leuten funktioniert problemlos und die Ausrüstung die ihr bis zu dem Zeitpunkt freigeschaltet habt steht euch auch zur Verfügung.

Multiplayer Missionen(C) Ubisoft

Multiplayer Missionen(C) Ubisoft

Die Waffen: Unser Freund und Helfer

Bei den Waffen stehen euch diverse Waffentypen zur Verfügung, die sich an euren Spieltypen hervorragend anpassen lassen. Neben zwei Primärwaffen kann noch eine Sekundärwaffe sowie der Supremo getragen werden. Der Supremo war der nützliche Rucksack, der entweder Raketen oder andere Nützlichkeiten, wie EMP-Granaten, im Kampf gegen das Regime beinhalten kann. Darüber hinaus stehen euch auch Impro-Waffen zur Verfügung, dessen Blaupausen erst aufzufinden sind. Neben futuristischen Schrotflinten existiert auch beispielsweise eine Nagelpistole, die still und heimlich die Gegner erledigt.

Supremo und Impro-Waffen (C) Ubisoft

Supremo und Impro-Waffen (C) Ubisoft

Das Waffenfeedback fühlte sich hervorragend an und es macht Spaß die unterschiedlichen Waffen auszutesten und zu modifizieren. Neben Waffenbauteilen besitzt jede Waffe auch noch einzelne Fähigkeiten, die an der Werkbank aufrüstbar sind. Für uns persönlich hat sich herausgestellt, dass das Sturmgewehr unglaublich stark ist, speziell wenn es darum geht Gegner aus ferner Distanz mit dem Schalldämpfer zu erlegen. Im Vergleich zu einem Präzisionsgewehr, dessen Aufgabe es eigentlich wäre, hatten wir viele Nachteile festgestellt und mussten die Vorteile schmerzlich vermissen. Daher wirken manche Waffen unbalanced und nicht zu Ende durchdacht.

Wachen die bestochen werden können(C) Ubisoft

Wachen die bestochen werden können(C) Ubisoft

Technische Seite und Sound

Far Cry 6 musste für multiple Plattformen zur gleichen Zeit programmiert werden. Hierbei waren sie sehr ambitioniert und bestrebt das bestmögliche Ergebnis für alle zu erzielen. Die PC-Version ist selbst in den niedrigsten grafischen Einstellungen schön anzusehen. Während des Spielens hatte sich unsere Hardware aus der grafischen Sicht von der 1070 auf die 3060 ti verbessert, doch ein merklicher Unterschied in der Performance blieb aus.

Niedlicher Chorizo(C) Ubisoft

Niedlicher Chorizo(C) Ubisoft

Denn Far Cry 6 fokussiert sich eher auf die CPU und schöpft von dort seine Kraft. Wer also eine etwas schwächere CPU besitzt, muss vielleicht hier und da einige Abstriche machen. Dennoch macht das Spiel eine sehr gute Figur, auch wenn wir manches Mal Abstürze zu verbuchen hatten. Der HD-Texturen-Pack hat auch nicht richtig funktioniert und lies die Texturen noch verwaschener und matschiger wirken. Daher haben wir diesen schnell wieder deinstalliert und haben das Spiel ohne gespielt und waren dennoch zufrieden mit dem gelieferten.

Abendlicher Ausblick Part 2(C) Ubisoft

Abendlicher Ausblick Part 2(C) Ubisoft

Worin jedoch Ubisoft sich übertroffen hat ist der Sound im Spiel. Seien es die Vertonungen der Charaktere, die Soundkulisse der Welt, die Waffen oder der Soundtrack. Alles passt perfekt zusammen und ist sehr authentisch sowie glaubwürdig. Die Kulisse lädt uns oft ein in Yara einzutauchen und im Sonnenlicht zu baden. Hierbei hören wir bekannte Tracks wie “Livin’ La Vida Loca” von Ricky Martin oder “Havana” von Camila Cabello und Daddy Yankee.

Fazit zu Far Cry 6

Far Cry 6 war für mich persönlich mein Einstieg in die langlebige Reihe und ich habe es nicht bereut. Bereits zu Beginn wird schnell klar, dass der Hauptfokus nicht auf der Geschichte liegt sondern vielmehr auf das Gameplay. Die Welt hat viele unterschiedliche Sachen zu bieten, bei dem die Motivation selten auf der Strecke bleibt. Seien es die Schatzsuchen, die skurrilen yaranischen Geschichten, eine Angelpartie oder die Multiplayer-Missionen. Es gibt neben der Geschichte viel zu tun und das ist gut so.

Leider wurde die Chance versäumt, Anton Castillo mehr in den Mittelpunkt zu bringen und sein Leben noch besser dazustellen. Das hat leider zur Folge, dass er eher wie ein Nebendarsteller wirkt, als der Kopf der yaranischen Diktatur. Die Welt ist dafür authentisch, lebhaft und glaubwürdig dargestellt. Es macht einfach nur verdammt viel Spaß durch die Luft zu gleiten und die verschiedenen Charaktere hinter den Missionen kennenzulernen. Sie wachsen einem zunehmend ans Herz und es ist oft interessanter ihre Geschichte zu verfolgen, anstatt das Regime zu stürzen.

ReviewWertung

9SCORE

Der Fokus liegt eher auf den Nebentätigkeiten und der lebendigen Welt. Da kann man schnell vergessen das Regime und den Diktator zu stürzen.

Detail-Wertung

Grafik

9

Sound

10

Gameplay

9

Story

6

Motivation

9

Steuerung

9

Multiplayer

9

Test-Hardware: Intel Core i9 9900K, NVIDIA GeForce GTX 1070, 32GB DDR 4

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