7 Min. lesen
Artikel von Eva +

Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian ist schon das zweite Game aus dem Atelier-Franchise, das dieses Jahr erscheint. Atelier Yumia blieb hinter den Erwartungen zurück, doch macht es Atelier Resleriana besser? Es handelt sich hierbei um den Nachfolger von Atelier Resleriana: Forgotten Alchemy and the Polar Night Liberator, welches als Free-to-Play für PC und Mobile auf den Markt kam. Allerdings kam es bei Spielern mit eher gemischter Meinung an, weswegen ich jetzt besonders gespannt war.

Atelier Resleriana scheint unabhängig entwickelt worden zu sein, also losgelöst von dem Weg, den das Franchise mit Yumia gehen wollte, wo die Heldin erwachsener und reifer dargestellt werden sollte. Auch wurde auf eine Lokalisierung in anderen Sprachen verzichtet – diese Entscheidung traf Koei Tecmo auf der Basis, dass das Free-to-Play auch nur in Englisch spielbar war. Vermutlich können wir in Zukunft, wie bei Yumia, damit rechnen, dass wir deutsche Texte erhalten werden.

Werbung

Zwei Protagonisten, zwei Perspektiven

Wir haben diesmal zwei Protagonisten, zwischen denen wir wählen können. Slade und Rias wuchsen in der gleichen Stadt auf, doch nachdem Slades Vater starb, verließ er seinen Heimatort. Rias hingegen wächst zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Großvater weiterhin dort auf. Eines Tages kehrt Slade zurück, um einigen Dingen auf den Grund zu gehen, die sein Vater ihm hinterlassen hat. Er trifft auf Rias, mit der er ein Alchemie-Atelier findet. Doch Alchemie ist in ihrer Welt eine ausgestorbene Kunst. Rias scheint jedoch eine natürliche Begabung für Alchemie zu haben, und beide entscheiden sich, zusammen die Geheimnisse der Alchemie zu erforschen und ihrem Heimatdorf zu altem Glanz zu verhelfen.

Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian (c) Koei Tecmo

Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian (c) Koei Tecmo

Dass wir zwei Protagonisten in einem Atelier-Game bekommen, ist nichts Neues. Schon in Atelier Escha & Logy konnten wir zwischen einem weiblichen und einem männlichen Protagonisten wählen. Zuerst wollte ich Rias nehmen, da die Alchemistin eben das zentrale Thema des Franchises ist, habe mich dann aber doch für Slade entschieden. Letzten Endes war die Entscheidung recht egal, denn nach kaum einer Stunde im Spiel konnte ich schon zwischen beiden Charakteren hin und her wechseln. Die Auswahl bezieht sich wohl mehr darauf, auf wem der Fokus liegt, wenn es um Zwischensequenzen geht. Wer also mehr Rias im Vordergrund möchte, sollte sich für sie entscheiden. Ansonsten hat es keine Auswirkungen, vermutlich unterscheiden sich die Sequenzen auch nur minimal voneinander.

Einsteigerfreundliches Alchemie-System

Von allen Atelier-Games, die in den letzten Jahren auf den Markt kamen, scheint Atelier Resleriana das einsteigerfreundlichste zu sein – vor allem im Alchemie-System. Das hat sich natürlich mit jedem Titel etwas geändert und angepasst, selbst bei den drei Atelier Ryza-Teilen wurde es immer wieder überarbeitet. Doch dieses Mal ist es von der Komplexität wirklich überschaubar und recht schnell zu verstehen und umzusetzen. Wenn ich mir überlege, wie sehr ich mir bei Atelier Rorona damals die Zähne an der Alchemie ausgebissen habe…

Werbung

Dank des Vervielfältigers können wir bereits hergestellte Items auch gegen Cole vermehren. Das passiert ganz automatisch, während wir mit Rias und Slade auf Reisen gehen. Neue Rezepte finden wir dabei in Truhen oder können sie in der Stadt kaufen.

Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian (c) Koei Tecmo

Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian (c) Koei Tecmo

Alles, was wir sammeln und herstellen, können wir entweder aufbewahren oder gar verkaufen. Rias Großvater besaß einen kleinen Laden, den Rias übernommen hat. Dank der Alchemie beginnt sie, ein eigenes Business aufzubauen. Mit Hilfe der Feen, die ihr finden und anwerben könnt, baut sie den Laden immer weiter auf. Es können Rohmaterialien verkauft werden, aber auch Dinge, die Rias per Alchemie erschaffen hat. So nehmen wir Geld ein und steigern automatisch den Ruf der Stadt. Das wiederum lockt neue Menschen und Kunden an. Man sollte also regelmäßig schauen, was man nicht unbedingt braucht und verkaufen kann. Allerdings gibt es auch Nebenquests, in denen Materialien benötigt werden. Es ist wichtig, die Balance zu halten und nicht alles blindlings zu verscherbeln. Aber im Notfall kann man jederzeit die Stadt verlassen und bereits erkundete Orte nochmal besuchen, sollten Materialien ausgehen. Diese erhalten wir sowohl von Monstern als auch durch das Sammeln.

Kämpfe, Charaktere und Welt

Das Kampfsystem ist wie gewohnt rundenbasiert. An der rechten Seite kann man genau erkennen, wer als Nächstes dran ist. Neu eingeführt wurden allerdings Effekte, die auf der Leiste angezeigt werden. Sie können sowohl negative als auch positive Auswirkungen haben und treten in Kraft, wenn derjenige an der Reihe ist. Besiegt jemand aus dem Team ein Monster mit einem positiven Effekt, wird dieser automatisch auf den Charakter übertragen. Zum Beispiel können HP geheilt oder Statuswerte kurzzeitig verbessert werden. Es können auch Angriffe aktiver Kämpfer verbunden oder Kettenreaktionen ausgelöst werden. Doch alles in allem ist das Kampfsystem sehr intuitiv.

Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian (c) Koei Tecmo

Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian (c) Koei Tecmo

Insgesamt können drei aktive Kämpfer in eine Schlacht starten, wobei drei weitere auf der Ersatzbank sitzen. Diese können jederzeit eingewechselt werden, sollte es mal für ein aktives Mitglied brenzlig werden oder die Angriffe nicht zu den aktuellen Gegnern passen. Insgesamt muss ich sagen, gefallen mir die Nebencharaktere diesmal wahnsinnig gut. Während ich Rias durchaus sehr anstrengend finde, weswegen ich froh bin, Slade gewählt zu haben, sind die anderen Charaktere, die dazukommen, angenehmere Zeitgenossen. Besonders großartig finde ich, dass wir die Heldinnen vergangener Teile treffen. Diese durchstreifen Slades und Rias’ Welt als Wanderer, was leider bedeutet, dass wir nicht in die Welten der anderen Spiele reisen.

Die Grafik von Atelier Resleriana ist nichts Bahnbrechendes für ein JRPG, aber die Umgebungen sind schön und lebhaft gestaltet. Das gilt auch für die Charaktere. Dadurch wird es auch nicht so schnell langweilig – vor allem durch die Dimensionsportale erreichen wir unterschiedliche Gegenden und reisen auch zu weiter entfernten Orten. Hierbei muss gesagt werden: Betritt man eine Ebene durch ein Portal, muss man diese erst erkunden. Die Ebenen teilen sich in leicht, mittel und schwer auf. Zudem kannst du erst ins Atelier zurück, wenn du eine Ebene fertig erkundet hast. Hast du einen Dimensionspfad abgeschlossen, kannst du jederzeit zurück. Egal, wo du bist – was vor allem zum schnellen Sammeln von Materialien nützlich ist.

Es gibt eine Sache, die mich an dem Spiel sehr gestört hat, und das ist ein Kritikpunkt, der mich immer mal wieder bei JRPGs irritiert: Viele Unterhaltungen finden während des Gameplays statt, egal ob beim Erkunden oder Kämpfen. Diese Unterhaltungen werden im unteren linken Bildschirmrand angezeigt, doch wenn es gerade etwas stressig ist, kann man sich das einfach nicht durchlesen. Vor allem, da ich eben gerne mit japanischer Synchro spiele und daher nicht einfach auch mal eben nur zuhören und verstehen kann, was die da gerade quatschen.

Entwickler: Gust / Koei Tecmo
Plattformen: PC, PlayStation 4/5, Nintendo Switch
Genre: JRPG / Fantasy

Fazit zu Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian

Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian ist ein starker Schritt in die richtige Richtung. Das vereinfachte Alchemie-System macht den Einstieg deutlich leichter, ohne die typische Atelier-Atmosphäre zu verlieren. Besonders schön ist die Rückkehr bekannter Heldinnen, die den Nostalgiefaktor erhöhen. Zwar hat das Spiel kleinere Schwächen in der Darstellung von Dialogen, überzeugt aber durch charmante Figuren, gute Spielmechanik und eine stimmungsvolle Welt. Wer sich vom ruhigen Tempo und der Mischung aus Story und Handwerk angesprochen fühlt, wird hier sicher auf seine Kosten kommen.

Stimmt etwas nicht oder fehlt dir was? Melde dich, wir kümmern uns darum. Nutze unser Feedback-Formular!

Bewertung von Eva
Gut
7

Atelier Resleriana überzeugt mit Charme, zugänglicher Alchemie und liebevoller Welt,.

  • Grafik
    8
  • Sound
    6
  • Gameplay
    8
  • Story
    6
  • Motivation
    6
  • Steuerung
    9

Kategorie(n)

Mehr entdecken

Neu für dich!