3 Min. lesen
Artikel von Markus +

Ubisoft steht vor dem größten Umbruch seit Jahren. Nach enttäuschenden Releases, fallendem Aktienkurs und wachsendem Druck von Investoren hat der französische Publisher nun offiziell einen „Major Company Reset“ angekündigt. Die Konsequenzen sind drastisch: sechs Spiele wurden eingestellt, sieben weitere verschoben und zwei Studios geschlossen. Der französische Videospiele-Publisher selbst spricht von einem notwendigen Einschnitt, um wieder kreativ konkurrenzfähig zu werden.

In einem Medienbriefing erklärte Ubisoft, man habe die gesamte Entwicklungspipeline umfassend überprüft. Wörtlich heißt es: „Ubisoft hat seine Content-Pipeline einer gründlichen Überprüfung unterzogen… Dies hat zu der strategischen Entscheidung geführt, sein Portfolio neu auszurichten, Ressourcen umzuverteilen und seine Roadmap für die nächsten drei Jahre umfassend zu überarbeiten.“

Werbung

Ziel sei es, wieder ein „außergewöhnliches Qualitätsniveau“ zu erreichen, vor allem bei Open-World-Adventures und Games-as-a-Service-orientierten Spielen. Ein deutliches Eingeständnis, dass man diesen Anspruch zuletzt verfehlt habe.

Sechs Spiele gestrichen, darunter Prince of Persia

Besonders schmerzhaft für viele Fans: Unter den gestrichenen Projekten befindet sich auch das seit Jahren geplante Remake von Prince of Persia: The Sands of Time. Laut Ubisoft hätten diese Spiele die neuen, verschärften Qualitätsstandards nicht erfüllt. Neben dem PoP-Remake wurden außerdem ein Mobile-Titel sowie vier unangekündigte Spiele, darunter drei neue Marken, eingestellt.

Parallel dazu wurden sieben Spiele verschoben, um mehr Entwicklungszeit zu gewinnen. Ein Titel, der ursprünglich noch vor April 2026 erscheinen sollte, wurde direkt auf einen Release vor April 2027 verschoben.

Werbung

Das Remake von Prince of Persia: Sands of Time war jahrelang in Entwicklung und wechselte sogar mindestens einmal das Entwickler-Studio. - Bild: Ubisoft

Das Remake von Prince of Persia: Sands of Time war jahrelang in Entwicklung und wechselte sogar mindestens einmal das Entwickler-Studio. – Bild: Ubisoft

Studioschließungen und Kostensenkungen

Im Zuge des Umbaus wurden die Ubisoft-Studios in Halifax (Kanada) und Stockholm (Schweden) geschlossen. Weitere „Assets“ könnten folgen, konkrete Namen nannte das Unternehmen jedoch nicht. Zusätzlich will Ubisoft seine Fixkosten weiter senken und plant Einsparungen von 200 Millionen Euro innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Zu möglichen Entlassungen äußerte sich Ubisoft nur indirekt. CFO Frederick Duguet erklärte (via VGC.com): „Einige Mitarbeiter werden sich anderen großen Projekten widmen, und einige werden das Unternehmen möglicherweise verlassen.“

Kern der Neuausrichtung ist eine neue Struktur aus fünf sogenannten „Creative Houses“, die jeweils eigenständig für Entwicklung, Publishing und wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich sind. Ubisoft verspricht sich davon schnellere Entscheidungen und klarere kreative Verantwortung.

CEO Yves Guillemot nennt den Schritt offen einen Wendepunkt: „Heute kündigen wir einen umfassenden Neustart an, der die Voraussetzungen für eine Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum im Laufe der Zeit schaffen soll.“ Er betont, dass AAA-Spiele heute zwar riskanter seien, erfolgreiche Titel aber ein enormes Potenzial hätten. Ubisoft wolle sich genau darauf konzentrieren.

Ob dieser Neustart gelingt, wird sich spätestens in den nächsten Jahren zeigen. Schade ist vor allem die Einstellung des Prince of Persia-Remakes. Von den Release-Verschiebungen soll auch das kommende Black Flag-Remake betroffen sein.

Stimmt etwas nicht oder fehlt dir was? Melde dich, wir kümmern uns darum. Nutze unser Feedback-Formular!

Kategorie(n)

Mehr entdecken

Neu für dich!