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Spieletest: Mortal Kombat 11 – Die Brutalität hat wieder einen Namen

Round 11, Fight!

Anfang der 90er Jahre war Street Fighter II der unangefochtene Beat-em up Champion. Doch Ed Boon und John Tobias brachten 1992 mit Mortal Kombat den ersten ernsthaften Gegner für die Street Fighter-Reihe auf den Markt. Damals rechnete wohl niemand damit, dass 27 Jahre später mit dem elften Teil der Saga der umfangreichste und wohl auch brutalste Teil von Mortal Kombat die Fangemeinde noch immer zu überzeugen weiß.

Heute zählt Mortal Kombat zu den bekanntesten Spielreihen weltweit und hat sich seinen fixen Platz in der Popkultur erkämpft. Natürlich hat auch die ungezügelte und übertriebene Darstellung an Brutalität und Gewalt ihren Teil dazu beigetragen.

Mit den sogenannten FATALITIES– jenen Moves mit denen der Gewinner am Ende eines Kampfes seinem Gegenüber auf spektakuläre Weise das Leben endgültig aushauchen konnte bekam die Mortal Kombat-Reihe von Anfang an ihr Markenzeichen.

Wer Tastenkombinationen wie vor, runter, vor, Y (MK1 Sub-Zero Fatalitie, SNES) auswendig lernte war unangefochtener Meister des Mortal Kombats

Anders als die Street Fighter-Reihe setzte Mortal Kombat auf „echt digitalisierte” Schauspieler und dem Einsatz der Blue Screen-Technik, um den Titel mehr Authentizität zu verleihen. Das war wohl auch einer der Gründe für die Indizierung des Titels in Deutschland.

Ganz nach dem Motto was einen nicht umbringt, macht ihn nur stärker hat sich die Reihe seit den 90er Jahren weiterentwickelt und mit den Teilen neun und zehn auch immer neu erfunden. Seit 23. April ist mit Mortal Kombat 11 nach vier Jahren Wartezeit nun der neueste Ableger erschienen und übertrumpft seine Vorgänger in Sachen Umfang und Blutmengen alle mal.

Ein aufwändiger Storymodus, neue Turm-Herausforderungen und eine komplett überarbeitete Krypta zum freischalten vieler neuer Boni ist nur der Anfang

Die tödlichen 2,5D-Duelle sehen immer noch fantastisch aus und die interaktiven Arenen die man schon aus den INJUSTICE Teilen kennt machen einen Drucklufthammer zur tödlichen Waffe und eine metallene Brunnenspitze zum neuen Piercing des Gegners.

Natürlich sind auch die Serientypischen Fatalities im elften Teil zu finden und haben nichts an ihrer Brutalität verloren. Apropos brutal: Eine weitere Neuheit sind nun die sogenannten „Fatal Blows“ die ihr ausführen könnt, wenn eure Gesundheit in den kritischen Bereich gesunken ist. Die Fatal Blows sind die geistigen Nachfolger der X-Ray-Moves.

Im direkten Vergleich zu Mortal Kombat X wurde das Tempo deutlich reduziert und auch die Kampfmechanik ist nicht mehr so Kombo-lastig wie noch beim Vorgänger. Natürlich sind besagte Kettenangriffe auch in Teil elf zu finden und machen das verprügeln des Gegners spektakulärer. Doch die einblendbare Move-Liste macht das einsetzen dieser Tastenkombinationen sehr Nutzerfreundlich.

Geschichtsstunde mal anders

Die wirklich absurd wirkende Story, rund um bösartige Götter deren Rache-Pläne und Zeitparadoxons, passt sehr gut zu Mortal Kombat und erfüllt jede Menge Fanservice im besten Sinne

Bereits Mortal Kombat 9 bot einen sehr cineastischen Storymodus. Mit den beiden INJUSTICE-Teilen und dem zehnten Teil der MK-Reihe konnten die NetherRealm Studios die Fähigkeit des Storytelling wunderbar ausbauen und haben sie für Mortal Kombat 11 beinahe perfektioniert.

Wenn Johnny Cage auf sein arrogantes jüngeres Ich trifft, ist es ein wunderbar irrwitziger Moment, welcher aber im selben Atemzug aufzeigt, welch Entwicklung der Charakter im Laufe der Zeit durchgemacht hat. Einziger Minuspunkt des Storymode ist das enttäuschende Ende.

Kampf der Türme

Ähnlich wie im Multiversum von Injustice 2 werden wir in den Türmen der Zeit immer wieder mit thematisch neuen Herausforderungen konfrontiert. Mal müssen wir einen „Bosskampf“ absolvieren, ein anderes Mal müssen wir mit einem bestimmten Charakter vorankommen.

Verschiedene Modifikatoren entscheiden hierbei oft über Sieg und Niederlage. Wer allerdings den Storymode durchgespielt hat und kein Freund von Online-Matches gegen andere Spieler ist, wird sich in diesem Modus am wohlsten fühlen.

Krampf der Krypta

Wie aus früheren Teilen bereits bekannt erkunden wir ein Gebiet, lösen kleinere Rätsel und finden spezielle Gegenstände um damit neue Orte betreten zu können. Auf unseren Weg stoßen wir überall auf verteilte Kisten, deren Inhalt uns allerdings nicht nur mit Artworks oder neuen Fatalitie-Kombinationen belohnt, sondern ebenso kosmetische Gegenstände für jeden Kämpfer und deren Anpassungsmöglichkeiten bringt.  Diese Belohnungen werden uns nicht einfach geschenkt, sondern werden mit Koins bezahlt, die wir uns (teilweise) schwer verdienen müssen.

Ebenso neu ist der „Zufallsgenerator“, der das Glück darüber entscheiden lässt welche Belohnung wir nun erhalten und den Grind-Faktor daher leider sehr in den Vordergrund stellt. Was sehr schade ist, denn gerade der gewählte Ort für die neue Krypta, die Shang Tsungs-Insel, hätte mehr verdient.

Während unseres Besuchs auf dem Schauplatz des ersten Mortal Kombat – Turniers hören wir immer wieder Shang Tsungs-Stimme, die uns einiges über diesen historischen Ort erzählt und ist somit nicht nur für Nostalgiker ein wahres Erlebnis. Schade also, dass der Grind hier sehr viel zerstört.

Fazit

Mortal Kombat 11 ist ohne Frage der umfangreichste und auch brutalste Titel der Saga. Ein aufwändiger Story-Modus der gute fünf bis sechs Stunden zu unterhalten weiß, neue Turm-Herausforderungen und eine komplett überarbeitete Krypta bieten Spielspaß für viele Stunden. Leider trübt gerade das „Krypta-Management“ und der billig wirkende Grind, welcher einen ansonsten großartigen Titel herunterzieht. 

Getest wurde die PS4-Version des Spiels.

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