Saints Row Prequel abgelehnt: Embracer ghostet Original-Designer und die Serie stirbt
Chris Stockman, Designer des ersten Saints Row, hatte ein 70er-Jahre-Prequel gepitcht. Embracer reagierte nicht mehr. Er glaubt, die Serie ist tot.
Tim Rantzau Tim ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Nintendo-Fan und hat seine Begeisterung für Spiele mit einem Studium in Game Design vertieft. Beruflich arbeitet er an der Konzeption von Videospielen und kennt dadurch die Branche nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seine größte Leidenschaft gilt jedoch dem Spiele-Journalismus, in dem er Trends einordnet, Hintergründe erklärt und mit viel Erfahrung über neue Entwicklungen berichtet.
Ende 2025 schien es so, als würde Saints Row noch eine Chance bekommen. Embracer Group, der Publisher, der die Rechte an der Marke hält, nahm Kontakt zu Chris Stockman auf. Stockman war Design Director des ersten Saints Row aus dem Jahr 2006 und gilt als eine der prägenden Stimmen der frühen Serie. Embracer wollte wissen, wie ein Neustart aussehen könnte. Stockman entwickelte einen Pitch für ein Prequel in den 1970er Jahren, das die Gründungsgeschichte der Saints erzählt, im chaotischen Stil der Originale, aber mit frischem Setting.
Seitdem hat Embracer nicht mehr geantwortet. Stockman erklaerte öffentlich, er werde ‚geghostet‘ und glaube, dass die Serie tot sei. Er schrieb, er habe alles versucht, um Embracer einen Pfad in die Zukunft aufzuzeigen. Die Reaktion blieb aus.
Wie es so weit kommen konnte
Die Kurzfassung: Das Saints-Row-Reboot von 2022 floppte. Es erhielt schlechte Kritiken für Story, Ton und technische Mängel, verkaufte sich schwach und beschädigte das Vertrauen in die Marke nachhaltig. Embracer schloss daraufhin Volition, das Originalstudio hinter Saints Row, im August 2023. Die IP wanderte zur Embracer-Tochter Plaion, die auch für Marken wie Kingdom Come Deliverance und Evil West verantwortlich ist. Seitdem gab es keine öffentlichen Pläne für ein neues Spiel.
Warum das Prequel funktioniert hätte
Stockmans Idee war keine nostalgische Fingerübung. Ein Prequel in den 1970ern hätte die Gründungsgeschichte der Saints erzählt, also den Ursprung einer Gang, der man jahrelang nur in späteren Kapiteln begegnet ist. Das Setting hätte stilistisch einen sauberen Schnitt ermöglicht, ohne das Erbe des Reboots mitschleppen zu müssen. Stockman selbst hatte das 2022er Reboot öffentlich kritisiert und betonte, die frühen Teile seien ernster und bodenständiger gewesen, bevor die Serie ins Absurde abglitt. Genau das hätte ein Prequel korrigieren können.
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Was jetzt noch möglich ist
Offiziell ist Saints Row nicht abgesagt. Embracer hat keine Erklärung veröffentlicht. Die Marke existiert, die Rechte liegen bei Plaion. Theoretisch könnte ein anderes Studio unter Plaiondach das Projekt aufgreifen oder die IP verkauft werden. Praktisch, sieht es düster aus. Embracer hat in jüngerer Vergangenheit auch Wiederbelebungen von Perfect Dark und Deus Ex still eingestellt. Saints Row fügt sich in dieses Muster ein. Stockmans Worte klingen nach einem Abschied, auch wenn er es nicht so formuliert.
Und ohne die Seele von Volition hinter dem Steuer stellt sich die Frage, ob Saints Row überhaupt noch Saints Row sein könnte.
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