Rockstar-CEO: In drei Jahren werden alle Spiele gestreamt
Physische Spiele haben laut Strauss Zelnick keinen Sinn mehr. Stattdessen erwartet Rockstar eine Verzehnfachung der Spielerschaft durch Streaming.
Werbung
Klaus Kainz Ein freiberuflicher Schreiber für Chronik-Themen, manchmal auch Kultur. Vor allem aber ist er faszinierter Zocker seit mehreren Jahrzehnten. Denn Resident Evil ist intensiver als jeder Horrorfilm, Bloodborne oder Metroid Prime immersiver als jeder Fantasy-Roman - und Dampf ablassen geht kaum besser als mit Streets of Rage oder Ninja Gaiden.
Seit Sony Anfang Juli das Ende der Disc-Produktion für PlayStation angekündigt hat, diskutieren Fans weltweit heftig über Eigentumsrechte und die langfristige Bewahrung von Videospielen. Allerdings trat schon eine Woche zuvor Rockstar eine große Debatte los. Denn mit Grand Theft Auto VI erscheint der höchstwahrscheinlich größte Titel des Jahres gänzlich ohne physische Fassung. In den Ladenregalen soll es lediglich Verpackungen mit Download-Codes geben.
Für den CEO von Rockstar, Strauss Zelnick, stellt das wohl kein Problem dar. „Unser Geschäft ist bereits zu weit über 90 Prozent digital“, erklärte er Analysten nach Veröffentlichung des Quartalsberichts von Take-Two. Insbesondere bei großen Spielen hätten Discs “für den Verbraucher einfach keinen Sinn mehr“ (via Kotaku). Noch im Mai dieses Jahres gab er eigentlich bekannt, dass GTA 6 eine physische Version bekommen würde (via Notebook Check). Das ist nun offenbar vom Tisch.
Laut Rockstar steht das Streaming für Games vor der Tür
In der Fragerunde ging der CEO sogar noch weiter. Er prognostiziert, dass selbst traditionelle Downloads sehr bald nur noch eine untergeordnete Rolle spielen würden. “Ich glaube, in drei Jahren werden wir im kommerziellen Streaming-Modus sein – und mit kommerziell meine ich eine geringe Latenz”, so Zelnick (via Kotaku). Streaming könne die effektive Nutzerbasis für Spiele verzehnfachen. Daher gibt sich der Rockstar-Chef jetzt schon optimistisch: “Das eröffnet großartige Möglichkeiten für Titel, die auch außerhalb der Kernmärkte auf breites Interesse stoßen, und solche Titel haben wir natürlich.”
“Das ist unserer Meinung nach die Richtung, in die sich die Welt entwickelt. Ich glaube, Sony hat das verstanden. Wir haben es auf jeden Fall verstanden”, argumentierte er außerdem zur Abschaffung der physischen Spiele. Ganz von physischen Medien wolle man sich trotzdem nicht verabschieden: “Das bedeutet nicht, dass wir nicht hin und wieder physische Veröffentlichungen anbieten. Ich bin mir sicher, dass wir das tun werden, genauso wie es im Musikgeschäft immer noch Schallplatten gibt.” Außerdem erklärte er, dass bei Games ohnehin ein Login notwendig sei. “Wenn du also ohnehin schon online bist, was macht es dann schon aus, wenn du digital herunterlädst? Es ist doch alles dasselbe, und es ist viel bequemer”, so Zelnick.
Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !







