Palworld vor Gericht: Entwickler kontern Nintendo mit Spieleklassikern wie Zelda & Tomb Raider
Pocketpair verteidigt Palworld gegen Nintendos Patentklage - mit Beispielen aus Zelda, ARK, Titanfall 2 und mehr.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
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Der Patentstreit zwischen Nintendo und den Palworld-Entwicklern von Pocketpair erreicht ein neues Level. In der laufenden Klage vor dem Bezirksgericht in Tokio (Japan) bringt der Herausgeber des Survival-Spiels jetzt Beispiele aus zahlreichen bekannten Spielen, darunter The Legend of Zelda, Titanfall 2, ARK: Survival Evolved und sogar Mod-Projekte wie „Pixelmon“ für Minecraft.
Nintendo vs. Palworld: Wer hat’s erfunden?
Nintendo wirft Pocketpair vor, in Palworld zentrale Gameplay-Elemente unerlaubt übernommen zu haben, vor allem Mechaniken, die stark an Pokémon-Titel erinnern. Doch Pocketpair setzt zur Gegenoffensive an: Viele dieser Mechaniken seien nicht exklusiv für Nintendo, sondern bereits in Dutzenden anderer Spiele zu finden.
Die Argumentation stützt sich auf das Konzept des „Prior Art“, also bereits existierender Inhalte, die zeigen, dass die von Nintendo beanspruchten Patente nicht neu oder einzigartig genug für eine Rechtsdurchsetzung sind.

Palworld ist ein Open-World-Survival-Crafting-Spiel, bei dem man durch das Werfen einer Kugel Pokémon-artige Monster einfangen und zur Arbeit einteilen kann. – Bild: Pocketpair
Diese Spiele nennt Pocketpair vor Gericht
Dank der Rechercheplattform GamesFray (via WindowsCentral.com), die sich auf juristische Themen im Gaming-Bereich spezialisiert hat, kennen wir nun die komplette Liste an Spielen, auf die sich Pocketpair beruft. Und sie ist beeindruckend:
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- Craftopia (ein anderes Spiel von Pocketpair)
- ARK: Survival Evolved
- Rune Factory 5
- The Legend of Zelda
- Titanfall 2
- Tomb Raider
- Far Cry 5
- Pokémon Legends: Arceus, Sword & Shield
- Final Fantasy XIV
- Monster Super League
- Octopath Traveler
- Dragon Quest Builders
- Monster Hunter 4 Ultimate
- Pikmin 3 Deluxe
- Path of Exile
- Mods wie Pixelmon (Minecraft) & NukaMon (Fallout 4)
- Und sogar die Unity-Engine
Die Beispiele belegen laut Pocketpair, dass Mechaniken wie das Werfen von Objekten, Monster-Capturing mit unterschiedlichen Erfolgsraten oder gezieltes Anvisieren in vielen Spielen längst etabliert sind. Nintendo könne also nicht beanspruchen, diese Ideen exklusiv erfunden zu haben. Besonders brisant: Auch Nintendo-Titel wie The Legend of Zelda oder Pikmin 3 Deluxe werden in der Verteidigung zitiert. Ein cleverer Schachzug, der zeigt, wie allgemein verbreitet die Mechaniken tatsächlich sind?

Optisch erinnert Palworld an The Legend of Zelda: Breath of the Wild (hier im Bild). Schließt man eine Mission in Palworld ab, erinnert das auch stark an das Nintendo-Spiel aus dem Jahr 2017. Ist es deswegen eine Kopie? Das muss ein Gericht in Japan nun klären. – Bild: Nintendo
Palworld-Entwickler vor Gericht: Wie geht es jetzt weiter?
Sollte das Gericht Pocketpairs Argumentation folgen, könnte das weitreichende Folgen haben. Nicht nur für diesen konkreten Fall, sondern auch für künftige Patentstreitigkeiten in der Gaming-Industrie. Denn wenn Nintendo diese Mechaniken nicht schützen kann, könnten auch weitere Klagen gegen andere Entwickler ins Leere laufen. Nintendo selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den konkreten Beispielen oder der Verteidigungsstrategie von Pocketpair geäußert.
Der Patentkrieg zwischen Nintendo und Pocketpair entwickelt sich zu einem echten Präzedenzfall. Sollte Pocketpair gewinnen, könnte das viele Türen für Entwickler öffnen und gleichzeitig Nintendo zwingen, seine Strategie bei Patentstreitigkeiten grundlegend zu überdenken.
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