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Spieletest: Mittelerde: Schatten des Krieges

Ein Spiel, sie zu knechten: Als J.R.R Tolkien 1939 mit dem Schreiben der „Fortsetzung“ des Hobbits begann, weil sein Verlag großen Erfolg in Geschichten rund um Hobbits und deren Abenteuern sah, war Tolkien wohl auch der letzte der damit rechnete, dass er 12 Jahre später mit der monumentalen Ringkrieg-Saga „Der Herr der Ringe“ das Fantasy-Genre wie kein anderer prägen würde.

Egal ob die „STAR WARS“-SAGA oder das Fantasy-Epos „Der Herr der Ringe“, große Epen haben meist eines gemeinsam: Nämlich während ihrer Entstehungsgeschichte rechnete niemand mit dem Erfolg, welche diese mit sich bringen würden.

Von Bösen Zungen gerne auch als „Assassins Creed 5: Mittelerde“ bezeichnet, lieferte Publisher Monolith mit Mittelerde: Mordors Schatten vor 2 Jahren einen solchen Überraschungshit ab.

HdR: Die 2 Geister

In Schatten des Krieges schlüpfen wir erneut in die Rolle des Untoten Waldläufers Talion, der gemeinsam mit dem Geist des Elben-Schmieds Celebrimbor, seiners Zeichens Erschaffer der Ringe der Macht, den Aufstieg Saurons verhindern müssen.

Zu Beginn werden wir Zeuge der Erschaffung eines neuen Ringes der Macht. Unser Ziel ist es eine eigene Ork-Armee aufzustellen, Saurons Burgen und Festungen unter unsere Kontrolle zu bekommen und letzten Endes als der „Helle Herrscher“ in die Geschichte Mittelerde’s einzugehen. Ein reines Kinderspiel also oder etwa doch nicht?

Waren es in Teil 1 noch namenlose und frei erfundene Untertanen in den Reihen der Ork’s, dürfen wir uns diesmal mit den berühmtesten Viechern der Fantasy-Geschichte anlegen. Von B wie BALROG über den Hexenkönig von Angmar und seiner Nazgul sowie deren berittene Drachen bis hin zur Riesen-Spinnen Kankra, die Gegner Vielfalt kann sich wirklich sehen lassen.

Bringe zu einen Drachenkampf niemals nur deine Orks mit!

Größer, besser, EPISCH!

Doch nicht nur die Gegner Riege kann und darf sich sehen lassen. Schatten des Krieges ist von der ersten Sekunde an Stimmiger und eindrucksvoller als sein Vorgänger und weiß dazu auch mit Vielschichtigkeit  zu überzeugen.

„Das Arkham-Kampfsystem vereint Open World mit Parcours-Laufen ala Assassins Creed“, unser Redakteur Michael über Mittelerde: Schatten des Krieges!

Auch mit dem zweiten Teil der Mittelerde-Saga erfindet Publisher Monolith das Rad nicht neu und schaut sich auch in seiner Fortsetzung vieles der besten Spielmechaniken fast eins zu eins von der Konkurrenz ab. Jedoch verstehen Sie sich darauf diese zu einem richtig gelungenen Gesamtpaket zusammen zu führen.

Ork-Armeen per Gedankenkontrolle aufzubauen – auch schon in Teil 1 – und für die eigenen Zwecke zu nutzen klang nach neuer Innovation (zumindest auf dem Papier). Das Potential der Idee blieb jedoch leider auf der Strecke. Bis jetzt!

Der Feind meines Feindes ist mein Freund…?

Das Nemesis-System wird mit Schatten des Krieges nicht nur massiv ausgebaut, sondern ergibt auch endlich einen Sinn:

Einer von den vielen Hauptmänner’n in Schatten des Krieges,

Wieder streifen Ork-Hauptmänner durch die Gebiete ausgestattet mit eigenen Namen, Stärken und Schwächen. Haben wir sie besiegt, können wir sie auch unterwerfen. Und diesmal bringen diese Unterwerfungen mit etwas Geschick sogar richtig viel. Wir können Hauptmänner, als auch jeden gewöhnlichen Ork und die meisten Bestien auf unsere Seite bringen. Dabei wird unser Lieblings-Monster zum persönlichen Leibwächter auserkoren der jederzeit herbeigerufen werden kann.

Jäger und Sammler

Entweder war es der Sammelwahn – der durch die Pokemon-App wieder in der Luft lag – oder ganz einfach der uralte „Jäger und Sammler-Instinkt“, der sich bemerkbar gemacht hat. Doch die Jagd und die Suche nach dem „bestmöglichen Ork“ für die eigene Armee hat mich beim Test stundenlang durch die neuen Gebiete streifen lassen. Egal ob ein Troll-Anführer, der mit seiner ganz eigenen Horde an Schergen seine Unterstützung einbrachte oder der Sprengmeister, mit riesigen Flammenwerfer im Gepäck. Die Motivation die Zeit in die Suche zu investieren wird mehr als belohnt.

Orks und deren Fähigkeiten fallen in Schatten des Krieges deutlich interessanter aus.

Eigene Klassen und verschiedene Stamm-Boni bringen auch eine interessante Taktik Note mit nach Mittelerde. Zählt man dann mit etwas Mühe und Fleiß auch epische und/oder legendäre Orks zu seinen Kriegerschaaren wird man obendrein noch mit zwei besonders ausgefallene Eigenschaften belohnt.

Burning down the house …

Jedes Gebiet wird von einer Festung dominiert. Diese gilt es mit unserer aufgebauten Armee und einem starken Angriffsteam zu erobern. Dieses stellen wir aus Hauptmännern zusammen und kümmern uns um die Häuptlinge der Bastion. Da wir im Vergleich zu Teil eins nun tatsächlich unsere Orks befehligen, arbeiten wir auf ein größeres Ziel hin. Durch das selektive und kreative Ausschalten der Bastion-Häuptlinge deaktivieren wir nämlich auch deren Verteidigung-Upgrades und müssen uns bei der Belagerung selbst nicht mehr selbst damit herumschlagen.

Ork vs. Ork

Mensch gegen Bestie

Natürlich könnten wir einfach selbst Jagd auf besagte Hauptmänner machen. Doch wenn schon so viel Zeit in die „Anwerbung“ der Hauptmänner einfließt dann doch auch gleich richtig einsetzen. Attentat gefällig? Oder doch lieber einen feindlichen Spion einschleusen der in mitten der Belagerung buchstäblich das Messer im Rücken des Widersachers versenkt? Über das Armee-Menü erteilen wir besagte Aufträge an unsere Schergen und führen an vorderster Front weiter unsere Armee an. Revolutionär und neu ist die Herangehensweise natürlich nicht. Doch Schatten des Krieges schafft was dem Erstlingswerk noch verwehrt blieb. Endlich hat man das Gefühl, dass sich harte Planung und Ausführung tatsächlich auszahlen und einen voranbringt.

Und es ist unheimlich erfrischend und spaßig mit anzusehen wie die Intrigen die wir gesponnen haben Zwietracht im feindlichen Lager sät und dieses letzten Endes durch Verrat und Mord in Flammen aufgeht.

Über 7 Mauern gehen…

Ganz ohne Zweifel, zählen die Belagerungen zu den Höhepunkten. An vorderster Front stürmen wir mit Talion auf die Mauern der Festungen und metzeln dabei unzählige Feinde nieder. Von einem Belagerungspunkt zum nächsten kämpfen wir uns weiter voran, bis wir uns schließlich vor dem Burgherren in dessen Thronsaal wiederfinden. Diese Auseinandersetzungen zählen auch zu den anspruchsvollsten im ganzen Spiel. Denn dieser „Ork-Boss“ weiß seine Spezialfähigkeiten zu nutzen. Gehört er etwa der Kategorie „Vergiftet“ an, nutzt er im Thronsaal diese Eigenschaft und aus Bodengittern strömen toxische Gase in unsere Richtung.

Diese Boss-Kämpfe gleichen die – oft zu einfach wirkende – Eroberung wieder gekonnt aus.

Im Multiplayer Modus fällt eine Belagerung bereits ein wenig schwieriger aus, da wir hier die Generäle nicht vorab ausschalten dürfen. Vor der Belagerung sehen wir nur die feindlichen Hauptmänner und Upgrades und können unsere eigene Strategie anpassen. Haben wir die Festung erobert verstärken wir diese mit Upgrades in Form von verstärkten Mauern. Diese sind auch bitter nötig. Saurons Rache-Armeen lassen die Verluste deren Festungen nicht einfach auf sich sitzen. So kommen wir öfters in den Genuss selbst die Verteidigung übernehmen zu müssen. Man kann sich also auf seinen Lorbeeren nicht lange ausruhen…

Gut geklaut ist halb gewonnen

Das Arkham-Kampfsystem kann „Schatten des Krieges“ mit Nichten abstreiten und sorgt für einen erstklassigen Kampf-Spielfluss. Kein „Button-Mashing“ oder komplizierte Kombos, die uns wild auf den Joystick einprügeln lassen und trotzdem muss jeder Tastendruck sitzen, um den Trefferzähler nach oben zu bringen!

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Im Dutzend billiger

08/15-Orks werden im wahrsten Sinne zur Dutzendware, wenn man fast schon in eine „Kampftrance“ verfällt während sich die Ork Leichen um uns stapeln. Talion legt eine meisterlich animierte und noch agilere Seite an den Tag als in Teil eins. Graphisch ist „Schatten des Krieges“ ein wahrer „Augenschmaus“ und holt aus der PS4-PRO das beste heraus, was nicht verwundert, denn „Schatten des Krieges“ ist auch der erste Titel gewesen, welcher für die Xbox One X angekündigt wurde!

Auch die deutsche Synchron Fassung ist, wie schon in Teil 1, gut gelungen und mindert das Erlebnis kein bisschen. Danke!

Einzige erwähnenswerte „Mankos“ finden sich im weiter unten beschriebenen LootBox-System und tatsächlich in der Story.

Allerdings darf man nicht vergessen handelt es sich bei Schatten des Krieges um einen OpenWorld-Titel in dem ein „untoter Waldläufer“ sich mit dem Geist eines Elben-Schmiedes zusammen tut um Rache an Sauron dem dunklen Herrscher zu nehmen… Sich bei dieser Ausgangslage über Story Schwächen zu beschweren ist dann wohl doch etwas fehl am Platz.

Vor dem Release machte das Thema Echtgeld-Lootboxen noch negativ Schlagzeilen für Teil zwei der Mittelerde-Reihe. Doch wie schlimm ist es nun in der finalen Version tatsächlich geworden?

Was gibt es für mein „Erspartes”?

Alle Echtgeld-Käufe bieten Ingame-Vorteile und sind nicht nur kosmetischer Natur. Lootboxen kommen in mehreren Qualitätsstufen daher, die entweder Items oder Ork-Gefolgsleute enthalten.

Ganz nach dem Motto „desto teurer, desto besser“ erhält man etwa für fünf Euro eine Kiste mit vier garantierten legendären Orks plus einen legendären Ausbildungs-Befehl, mit dem vorhandene Diener verbessert werde dürfen.

Was gibt es für mein „Erspieltes“?

In den Kisten gibt es keine Orks und/oder Items, die man nicht auch selbst im Spiel erhalten kann.

Man darf auch Kisten für Ingame-Währung erwerben. Da diese jedoch sehr weitläufig in der Spielewelt verteilt sind handelt es sich um ein recht zeitaufwendiges „Geld verdienen“ und man bekommt garantiert nur epische Orks. Denn für legendäre Anhänger muss der Glücksfaktor auch noch auf unserer Seite sein.

Auch durch Multiplayer-Schlachten kann man Boxen verdienen und jeder Belagerungssieg wirft eine Waffenkiste ab. Wer nun befürchtet ohne Lootboxen nicht voran zu kommen, sei an dieser Stelle beruhigt. Man ist nicht auf legendäre Orks angewiesen, um Belagerungen zu schaffen.

Mehrspieler und die „Mehrzahler“

Tatsache ist:

Echtgeld-Boxen sind der einfachste und schnellste Weg um an eine starke Armee zu kommen. Dieser Vorteil kann auch für Ranglisten-Spielen verwendet werden…

Und hier ist der „Zahlfaktor“ schnell mal der Grund für Sieg oder Niederlage.

Außerdem können unsere Orks auch dauerhaft das Zeitliche segnen. Da sind Echtgeld-Käufer besser dran und füllen die Verluste am schnellsten wieder auf. – Schade das man sich wieder mit Echtgeld Vorteile verschafft. Aber das sind wir Gamer ja schon gewohnt.

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Lootboxen der Macht

Zugegeben, das System ist längst nicht so schlimm ausgefallen wie befürchtet und lässt sich im Singleplayer gekonnt ignorieren. Im Multiplayer-Modus verfälscht die Bezahl-Methode aber ganz klar die Ranglisten. Ein Kern-Spielelement ist die Jagd nach Orks um unsere Armee zu stärken. Somit zahlt man letzten Endes eigentlich dafür sich die grandiose Spiele Atmosphäre mit „Abkürzungen“ zu zerstören.

Fazit

Mittelerde: Schatten des Krieges ist ein mehr als gelungener Nachfolger und schafft es viele Fehler von Teil eins zu entfernen ohne dabei Neue zu erschaffen. Einzig die schwächelnde Story und das LootBox-System sind negativ zu erwähnen. Hätte man das LootBoxen-System komplett weg gelassen wäre die Ork-Jagd wahrscheinlich um einen Tick abwechslungsreicher und motivierender ausgefallen. Abschließend kann ich aber sagen, dass „Mittelerde: Schatten des Krieges“ auch ohne Boxen sehr viel Spaß macht. Das Lootbox-System existiert zwar, lässt aber niemals das Gefühl aufkommen man würde zum Kauf genötigt werden.

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