Eva Krumm Evas erste Gaming-Erfahrung war Pokémon auf dem Game Boy - ein prägendes Erlebnis, das ihre Leidenschaft für Videospiele entfacht hat. Zusammen mit ihrem Großvater entdeckte sie die Regenbogenstrecke in Mario Kart auf dem SNES, ein Moment, den sie bis heute mit Gaming verbindet. Besonders angetan haben es ihr JRPGs, Otome-Games und Horror, doch auch Indie-Perlen gehören zu ihrem festen Repertoire. Abseits des Spielens verfolgt sie mit Begeisterung aktuelle Entwicklungen in der Gaming-Szene und teilt ihre Eindrücke als Chefredakteurin bei DailyGame.
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- Das Wichtigste in Kürze
- Vergangenheit vs. Gegenwart
- Entscheidungsbasiertes Storytelling
- Zweiteilige Veröffentlichung problematisch
Lost Records: Bloom & Rage ist der neueste Ableger des Entwicklers DON’T NOD, der vor allem mit dem ersten Life is Strange-Teil seinen Durchbruch feierte. Lost Records: Bloom & Rage erscheint in zwei Etappen. Record 1 „Bloom“ und Record 2 „Rage“ sind beide Mittlerweile verfügbar.
Die Story folgt vier Teenagerinnen, die sich im Sommer 1995 in einem kleinen Örtchen kennenlernen und anfreunden. In dieser doch recht bunten Truppe übernehmen wir die Steuerung von Swann, einem jungen und eher introvertierten Mädchen, das sich für Filme und Natur begeistert. Swanns Vater hat einen neuen Job in Kanada angenommen, weshalb sie wegziehen wird. Dennoch hält sie das nicht davon ab, die neu gewonnene Freundschaft Freundschaft auszukosten. Bis einige Dinge passieren, die die Gruppe dazu bringen, sich ein Versprechen zu geben: das Versprechen, einander nie wieder zu sehen.
27 Jahre lang halten sie das Versprechen ein, doch als eine der Mütter der nun erwachsenen Frauen eine Kiste bekommt, auf der das Jahr 1995 steht sowie der Name der von ihnen gegründeten Band, bewegt das die Frauen dazu, in den kleinen Ort zurückzukehren und den dunklen Geheimnissen des vergessenen Sommers nachzugehen.
Zwischen Gegenwart und Vergangenheit
Die Story wird in mehreren Abschnitten präsentiert, in denen sich die Frauen an den Sommer ’95 zurückerinnern, den wir spielen können. Dabei werfen sie immer wieder Kommentare zu den Ereignissen ein. Wir wechseln regelmäßig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Dabei sehen wir, was aus den Mädchen von damals geworden ist, wie ihr Leben derzeit aussieht und dass sie alle versucht haben, zu verdrängen, was damals passiert ist.
Das Gameplay ist, wie von DON’T NOD zu erwarten, sehr storyorientiert. Entscheidungen, die wir treffen, nehmen Einfluss auf zukünftige Ereignisse und die Entwicklung der Bindungen zwischen den Charakteren. Das Spiel bietet unglaublich viele verschiedene Enden und Handlungsstränge. Die Entscheidungen die wir treffen haben sowohl Einfluss auf unsere Beziehungen in der Vergangenheit als auch in unserer Gegenwart.
Halte alles auf Kamera fest
Swann war als junges Mädchen sehr an Filmen interessiert, weshalb sie immer mit ihrem Camcorder durch die Gegend zieht und alles aufnimmt, was ihr interessant vorkommt. Den Camcorder können wir in den Erinnerungssequenzen jederzeit zücken und diverse Dinge filmen, die sich am Ende zu einem kleinen, kommentierten Video zusammensetzen lassen. Zum Beispiel über Swanns Katze, bestimmte Orte wie das Geheimversteck der Mädchen, aber auch die Kids selbst kann Swann jederzeit filmen, um so ihre Memoiren zu erstellen.
Die Grafik ist auch unglaublich toll, muss man dazu sagen. Vor allem versetzt mich das Look & Feel des Spiels total in meine Kindheit zurück. Ich finde auch die vier Mädchen an sich ziemlich sympathisch; sie erinnern mich ein wenig an die Kindertruppen aus Stranger Things oder Stephen Kings Es. Allgemein fühlt es sich so an, als würde sich Lost Records: Bloom & Rage an diesen beiden Titeln orientieren, wobei ich eventuell auch etwas Lovecraft im Design wiedererkenne, vor allem gegen Ende.
Allerdings gibt es einige kleinere Grafikprobleme auf dem PC, über die man jedoch hinwegsehen kann. Wie zum Beispiel ein Glas, das in ein anderes Glas hineinglitscht, oder ein Rucksack, den wir gerade eigentlich packen, aber bereits von Swann auf dem Rücken getragen wird.
Zwei Teile waren vielleicht nicht die beste Entscheidung
Wir wissen alle: Wenn DON’T NOD etwas kann, dann sind es Geschichten. Wir haben es in Spielen wie Life is Strange und Tell Me Why gesehen. Dabei kamen die Spiele auch gerne mal in Episoden raus, was ein durchaus gutes System für Indie-Entwickler ist. Doch bei Lost Records: Bloom & Rage könnte diese Entscheidung ein Fehler sein. Tape 1 kommt leider unheimlich langsam in die Gänge. Genau genommen passiert das wirklich Interessante erst in den letzten Metern des ersten Teils, und das Vorgeplänkel zieht sich teilweise extrem hin und wirkt mehr so, als hätte man irgendwie versucht, das Spiel mit Story zu füllen.
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Zwar ist es interessant zu sehen, wie die Mädchen zusammenwachsen, und auch die Abschnitte in der Gegenwart sorgen dafür, dass man sie besser kennenlernt. Doch in den insgesamt sieben Stunden, die ich für Tape 1 gebraucht habe, wurde in sechs Stunden auf das „dunkle Geheimnis“ hingearbeitet, das sich erst in der letzten Stunde langsam zu entfalten beginnt. Ich hatte gehofft in Tape 2 wird es besser, was durchaus auch der Fall ist da ihr die eigentliche Action los geht, doch insgesamt lässt mich die Verteilung des Spannungsbogen etwas enttäuscht zurück. Insgesamt habe ich knapp 12 Stunden gebraucht für die komplette Story. Und gut 1/3 davon hätte man ohne Probleme entfernen können, damit es nicht so langatmig wird.
Ich muss daher auch sagen, die anderen Enden würden mich zwar schon interessieren, aber die Motivation weiter zu spielen bleibt einfach aus.
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Fazit zu Lost Records: Bloom & Rage
Ehrlich gesagt gehört Lost Records: Bloom & Rage für mich zu den Schwächeren Titeln aus DON’T NODs Portfolio. Die Grundidee war eigentlich sehr Interessant, wie immer auch gespickt mit übernatürlichen Elementen und viel Drama und Konsequenzen für die Entscheidungen. In Take 2 wurden auch die Grafikfehler eliminiert, zumindest konnte ich dort keine mehr Entdecken. Auch wenn die Story sich teilweise zieht, ist es das Game durchaus wert mal durchgespielt zu werden. Nur vielleicht nicht unbedingt zu Release.
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