Spieletest: South Park: Die rektakuläre Zereißprobe
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
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RPG meets South Park. South Park meets RPG. Anspruchslos, derb und fad? Wir haben die retakuläre Zereißprobe getestet.
Cartman aka „The Coon“ will eine entlaufene Katze aufspüren, weil es dafür 100 $ Finderlohn gibt. Mit dem Geld möchte er sein eigenes Superhelden-Franchise finanzieren, dafür benötigt er jedoch auf dem South Park-Instagram-Verschnitt „Coongram“ mehr Follower. Dein Charakter ist erst vor kurzem nach South Park gezogen, und da du der Neuling bist, unterstützt du den „dicken Superhelden-Chef“.
South Park meets RPG.
Nach der „Anfangsschlacht“ mit der Nachbarschaft – welche immer wieder durch vorbeifahrende Autos kurz unterbrochen werden – mit wilden Schlachten mit feuerspuckenden Karton-Drachen, wandelt ihr von Haus zu Haus um Selfies zu schießen und um neue Follower zu bekommen. In der Regel stimmen die meisten Omas, Onkels und Nachbarn zu, sich mit euch auf Coongram zu präsentieren. Einige Selfie-Verweigerer gibt es trotzdem, für jene müsst ihr erst mehr Follower haben oder aber auch einige Dinge erledigen. Als Gegenleistung müsst ihr zum Beispiel Stan’s Opa, welcher im Rollstuhl sitzt, ein Kondom bringen. Das „warum“ braucht ihr euch in dieser Angelegenheit nicht fragen, immerhin handelt es sich um South Park…
RPG meets South Park.
In der Welt von South Park warten viele „spannende“ rundenbasierte Schlachten. So dürft ihr perverse Priester, Sechstklässler, Mädels die in Lokalen aufreizend servieren und angehende Superbösewichter verdreschen, anfurzen, anspucken oder mit euren imaginären Superkräften verhauen. Ob in ihr Schlachten verwickelt werden möchtet könnt ihr euch teilweise selbst aussuchen, zumindest in der „Open World“ der bekannten South Park-Stadt. Die meisten Schlachten ergeben sich schlicht durch Körperkontakt mit euren Kontrahenten. Wenn ihr zuerst zuschlägt, bekommt ihr auch den Anfangsbonus, genauso umgekehrt. Hier auch gleich ein wichtiger Tipp: Furzt man die „Bösen“ an, starten diese geschwächt in die Schlacht. Auch ein guter Bonus! – Nicht die Augen verdrehen! Es handelt sich eben um South Park.
Das Kampfsystem ist schlicht, übersichtlich und sehr geradlinig. Warum geradlinig? Nun das Schachbrettmuster lässt nur horizontale Angriffe zu. Man kann also immer nur in eine Richtung angreifen, das wird dann interessant wenn sich mehrere Gegner am Schlachtfeld tummeln. Richtig schwierig kommt mir das Ganze im Anspielen nicht vor, auch bei erhöhter Schwierigkeitsstufe – und ein rastloser RPG-Gamer bin ich bei Gott nicht.
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Absolute Fäkalsprache
So „putzig“ wie die South Park-Grafik – in der das Game wirklich 1:1 gehalten wurde – auch ist, die Aussagen der Protagonisten sind alles andere als putzig. Da wird man schon gezwungen „derbe Schalt-Codes“ einzugeben wie „F*** deine Mum“ und bekommt Sprüche wie „Du scheiß Wich***, f*ck dich“ als Konversation vorgesetzt. Das der Titel eigentlich sonst wenig brutal und anspruchsvoll ist, ist das der einzige Grund für die relativ hohe USK-Einstufung. „Super-Skills“ wie Furzen, Anspucken und Co. sind zu Beginn noch lustig, aber der Spaß verfliegt bei mehrtägiger Ausübung der Sache. Irgendwann stumpft halt auch das humorvolle Gameplay ab. Zumindest bei mir (Spießer).
Die Kacke ist am Dampfen!
Und diesen Ausdruck verwende ich jetzt nicht nur als blanke Überschrift. Das ist Programm! In der liebevollen 2D-Kulisse von South Park gibt es allerhand zu entdecken, also von Haus zu Haus rennen und die Kästchen, Kühlschränke und Zimmer der Nachbarn durchwühlen. Aber dann das: In jedem gut situierten Haus gibt es eine Toilette. Okay, bleiben wir in der Sprache des Game’s: Ein Scheißhaus. Auf diesem könnt ihr Mini-Spiele absolvieren, welches darauf besteht das man schnell Tastenkombinationen eingibt oder/und die Drehkreuze wie ein Irrer im Kreis dreht. Dafür gibt es Erfahrungspunkte.

Beschießenes Mini-Game.
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Immer wieder derselbe Scheiß…
South Park – Die retakuläre Zereißprobe ist wirklich eine „Probe“. Immerhin macht man stundenlang immer das Gleiche: Du laufst zu Haus zu Haus und bekommst eigentlich immer dieselbe Optik und Spannung zu sehen. Sogar die Häuser innen sind alle gleich, bis auf die Farbgebung. Alles eben sehr unspektakulär, wie eben auch die gleichnamige TV-Serie. Klar ist es witzig, freaky und krank. Aber alles hat sein Ablaufdatum und beim Zocken des Titels ist dieses sehr schnell für mich gekommen. Das Gameplay bietet viele RPG-Elemente, wie das „Zusammenmixen“ von Gegenständen, „erfülle diese Aufgabe um zur nächsten zu kommen“ oder aber auch das Erlernen von Skills um seinen Charakter und seine Freunde aufzuwerten. Wenn die derbe Sprache und gewisse Gewalteinlagen nicht wären, würde ich das Game einen 6-Jährigen geben, welcher gerade die ersten Worte lesbar versteht. Also genauso anspruchsvoll kam es mir vor.
„F*ck dich du Wich*er, es ist South Park!“
Genauso würden mich eingefleischte South Park-Fans kommentieren, würde ich diesen Titel komplett zerreißen. Es handelt sich um nichts anderes als um eben besagte Franchise und das ist gut so. Denn das Game spielt sich so wie die TV-Serie aussieht und wäre schon eine kleine Staffel, wenn es im Fernsehen laufen würde. Alles ist am Game dem TV-Original angepasst, sogar die Synchronsprecher sind die Gleichen! Sagen wir mal so: Es ist Fan-Service pur und als dieses möchte das Game auch verstanden werden. Anspruchsvolle RPG-Gamer sollten sich eher auf die Switch-Version von Skyrim stürzen oder The Witcher 3 nochmals anreißen.
Fazit
South Park: Die retakuläre Zereißprobe im Fazit zu „zerreißen“ wäre echt scheiße, das hat sich die derbe TV-Serie, welche es schon seit über 20 Jahren gibt, einfach nicht verdient. Das Game ist flach, aber nicht so flach wie seine Vorgänger.
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