Nvidia könnte die RTX 5090 einstellen und ausgerechnet KI ist offenbar der Grund
Der GB202-Chip soll künftig bevorzugt in teuren Profi-GPUs landen. Für PC-Spieler könnte damit eine ungewöhnlich lange High-End-Lücke entstehen.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Nvidia soll die Produktion der GeForce RTX 5090 zurückfahren beziehungsweise keine neuen GB202-Chips mehr für Gaming-Grafikkarten bereitstellen. Stattdessen könnte der größte Blackwell-Chip künftig vor allem in professionellen RTX-Pro-Produkten und KI-Systemen landen. Für Spieler wäre das ein ungewöhnlicher Schritt: Die RTX 5090 ist weiterhin das schnellste GeForce-Modell und ein direkter Nachfolger könnte möglicherweise erst 2028 erscheinen.
Ausgangspunkt der Meldung ist ein angeblicher Hinweis aus der Lieferkette, den der Hardware-Leaker hongxing2020 veröffentlicht hat. Demnach sollen RTX 5090, RTX 5090 D und RTX 5090 D V2 keine neuen GB202-Chips mehr erhalten. Der ebenfalls bekannte Leaker MEGAsizeGPU schrieb wenig später, zukünftige GB202-Kontingente seien für RTX-Pro-Produkte vorgesehen. Tom’s Hardware hat Nvidia um Stellungnahme gebeten, bislang aber keine Bestätigung erhalten.
Warum Nvidia einen RTX-5090-Chip lieber an KI-Kunden verkaufen könnte
Der mögliche Grund ist wirtschaftlich ziemlich leicht nachvollziehbar. Der GB202 ist Nvidias größter Blackwell-Chip und damit wertvoll. Im Gaming landet er unter anderem in der RTX 5090 mit 21.760 CUDA-Kernen und 32 GB GDDR7. Nvidia kann ähnliche beziehungsweise größere Blackwell-Konfigurationen allerdings auch an Firmen verkaufen, die wesentlich mehr Geld für KI, Rendering und professionelle Workstations ausgeben.
Ein aktuelles Beispiel ist die RTX PRO 5500 Blackwell. Sie besitzt satte 84 GB GDDR7 mit ECC und wird ausdrücklich für generative KI, LLM-Inferenz, Simulationen und professionelle Grafik-Workloads vermarktet. Die noch größere RTX PRO 6000 Blackwell kommt sogar auf 96 GB Speicher.
Für Nvidia stellt sich damit eine ziemlich einfache Frage: Wird ein begrenzter High-End-Chip in einer Gaming-Grafikkarte verkauft oder in einem professionellen Produkt, für das Unternehmen ein Vielfaches bezahlen? Für uns Spielerinnen und Spieler wird eine RTX 5090 sowieso immer unrentabler.
RTX 5080 mit 24 GB könnte plötzlich zum neuen Topmodell werden
Parallel zum angeblichen Produktionsende taucht ein weiteres Gerücht auf. Nvidia soll eine GeForce RTX 5080 mit 24 GB GDDR7 vorbereiten. Sie könnte künftig das stärkste regulär verfügbare GeForce-Modell unterhalb der RTX 5090 beziehungsweise nach deren Verschwinden werden.
Genau hier sollte man allerdings noch vorsichtiger sein. Nvidia hat keine RTX 5080 mit 24 GB angekündigt. Berichte aus der Lieferkette deuten sogar darauf hin, dass Board-Partner bislang noch keine vollständigen Entwicklungsunterlagen für dieses Modell erhalten haben. Ob daraus eine RTX 5080 Super, eine neue 24-GB-Version oder gar kein fertiges Produkt wird, ist derzeit offen.
Interessant wäre das Modell trotzdem. Die bisherige RTX 5080 besitzt 16 GB GDDR7. Zusätzliche acht Gigabyte würden sie vor allem für hohe Auflösungen, große Texturpakete und KI-Anwendungen interessanter machen. Leistungstechnisch würde daraus aber nicht automatisch ein echter Ersatz für die RTX 5090.
Das eigentliche Problem könnte erst 2027 beginnen
Für PC-Spieler wird das Gerücht besonders unangenehm, wenn man sich den möglichen Nachfolger ansieht. Aktuelle Leaks deuten darauf hin, dass Nvidias nächste große GeForce-Generation erst 2028 erscheinen könnte. Nvidia selbst hat eine RTX-6000-Serie oder eine Gaming-Variante der Rubin-Architektur bislang nicht angekündigt.
Sollte beides stimmen, könnte Nvidia also sein aktuelles Gaming-Flaggschiff auslaufen lassen, obwohl ein echter Nachfolger noch weit entfernt ist. Das wäre ungewöhnlich. Normalerweise bleibt das bisherige High-End-Modell zumindest so lange verfügbar, bis die nächste Generation näher rückt.
Genau deshalb ist für mich nicht einmal die Frage am spannendsten, ob irgendwo noch eine RTX 5090 produziert wird. Entscheidend ist, welchen Stellenwert der Gaming-Markt für Nvidias größte Chips überhaupt noch hat. Wenn ein GB202 im professionellen KI-Geschäft erheblich mehr Geld einbringt, konkurrieren Spieler inzwischen nicht mehr nur miteinander um GPUs. Sie konkurrieren mit Unternehmen, Rechenzentren und KI-Anbietern.
Ist die RTX 5090 jetzt wirklich eingestellt?
Offiziell: nein. Nvidia führt die RTX 5090 weiterhin auf seiner GeForce-Seite und hat keinen End-of-Life-Status bekannt gegeben. Die aktuelle Meldung besagt lediglich, dass laut mehreren Quellen künftig keine neuen GB202-Chips mehr für RTX-5090-Karten bereitgestellt werden sollen.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Selbst wenn die Information stimmt, können Händler weiterhin Grafikkarten verkaufen, die bereits produziert wurden. Auch Board-Partner könnten noch vorhandene GPUs auf Karten verbauen. Ein Produktions- oder Lieferstopp bedeutet deshalb nicht, dass die RTX 5090 morgen aus allen Shops verschwindet.
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Für die Preise wäre die Entwicklung trotzdem problematisch. Die RTX 5090 ist bereits heute schwer verfügbar und weit teurer als vorgesehen. Wird der Nachschub tatsächlich beendet, könnte aus Nvidias stärkster Gaming-Grafikkarte endgültig Preise eines Kleinwagens erreichen.
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