Minecraft braucht uns offenbar gar nicht: Nach 1,975 Milliarden Jahren besiegt sich das Spiel selbst
Keine Spieler, keine Befehle und trotzdem fällt irgendwann der Enderdrache. Ein YouTuber hat berechnet, wie absurd lange Minecraft dafür benötigt.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Minecraft ist eines dieser Spiele, in denen fast alles irgendwann möglich erscheint. Du baust funktionierende Computer, gigantische Städte oder Maschinen aus Redstone. Aber könnte Minecraft sogar etwas schaffen, wofür eigentlich ein Spieler vorgesehen ist: sich selbst durchspielen?
Der YouTuber RedLogic wollte genau das herausfinden. Das erstaunliche Ergebnis seines Experiments: Unter den richtigen Bedingungen könnten zufällige Aktionen von Endermen, Schneegolems und Creepern tatsächlich irgendwann den Enderdrachen besiegen und damit die Credits von Minecraft auslösen.
Die schlechte Nachricht: Du solltest besser nicht darauf warten. So viel Zeit hast du nämlich nicht. In der Simulation dauerte es ungefähr 1,975 Milliarden Jahre.
Minecraft lief natürlich nicht wirklich zwei Milliarden Jahre
Bevor jemand schon einmal einen Server für die nächsten paar Erdzeitalter mietet: RedLogic hat Minecraft nicht tatsächlich zwei Milliarden Jahre lang laufen lassen. Für sein Video „Running Minecraft Until It Beats Itself“ entwickelte er eine eigene Simulation. Dabei nutzte er eine sogenannte Monte-Carlo-Simulation. Statt Milliarden Jahre voller einzelner Minecraft-Ticks tatsächlich zu berechnen, werden die Wahrscheinlichkeiten relevanter Ereignisse modelliert. Die Simulation ermittelt anschließend, wie lange es statistisch dauern könnte, bis die nötige Kette extrem unwahrscheinlicher Zufälle eintritt.
Und diese Kette ist wirklich absurd.
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Minecraft spielt alleine: Schon der Weg ins End ist beinahe unmöglich
Das erste große Problem besteht darin, dass Mobs nicht selbstständig die für ein Endportal notwendigen Enderaugen herstellen und einsetzen können. Der YouTuber benötigte deshalb einen speziellen Minecraft-Seed, bei dem bereits von Beginn an alle zwölf Enderaugen im Portal eingesetzt sind. Das allein reicht allerdings noch nicht. Das Portal muss außerdem unter einem verschneiten Gebiet liegen, denn Schneegolems spielen bei dem Experiment eine entscheidende Rolle.
Die Theorie beginnt mit Endermen. Sie können bestimmte Blöcke aufnehmen und wieder ablegen. Platziert ein Enderman zufällig einen geschnitzten Kürbis auf den passenden Schneeblöcken, entsteht ein Schneegolem. Dieser greift wiederum andere Kreaturen an. Kommt ein Creeper in seine Nähe, kann die Explosion des Creepers Blöcke zerstören und dadurch nach und nach einen Weg zum Endportal freilegen.
Nach ungefähr 34.777 simulierten Jahren wurde der entscheidende Kürbis bewegt. Weitere Jahrtausende waren notwendig, bis die entsprechenden Ereignisse tatsächlich einen brauchbaren Weg entstehen ließen.
Im Ende wird es erst richtig absurd
Selbst wenn Mobs das Portal erreichen, ist Minecraft damit noch lange nicht durchgespielt. Im Ende regenerieren die Enderkristalle ständig die Lebensenergie des Enderdrachen. Sie müssen deshalb zunächst zerstört werden. Auch hier helfen wieder Schneegolems. Sie werfen eigentlich Schneebälle auf Endermen. Einige dieser Geschosse können allerdings ihr Ziel verfehlen und stattdessen einen Enderkristall treffen.
Der erste Kristall fiel in der Simulation nach satten 2,9 Millionen Jahren. Ein besonders ausdauernder Schneegolem zerstörte später einen weiteren Kristall und wanderte anschließend unglaubliche 18 Millionen simulierte Jahre durch das Ende, bevor er den nächsten erwischte.
Nach fast einer Viertelmilliarde Jahren war der Fortschritt trotzdem ernüchternd. Der Enderdrache hatte zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ungefähr zwei Prozent seiner Lebensenergie verloren.
Nach 1,975 Milliarden Jahren stirbt der Enderdrache
Um dem Drachen selbst Schaden zuzufügen, wird die Kette noch unwahrscheinlicher. Creeper müssen ins Ende gelangen, Schneegolems müssen sie provozieren und die Explosion muss genau dann stattfinden, wenn sich der Enderdrache nahe genug befindet. Einmal reicht das natürlich nicht. Dieser Zufall muss sich immer wieder wiederholen.
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Doch irgendwann passiert selbst das statistisch Unwahrscheinliche oft genug. Nach rund 1,975 Milliarden simulierten Jahren fiel der Enderdrache schließlich und Minecraft erreichte ohne direkten Spieler die Bedingung, die normalerweise zum Ende des Spiels führt. Das ist keine Aussage darüber, dass jede Minecraft-Welt automatisch nach zwei Milliarden Jahren durchgespielt wäre. Das Experiment basiert auf einer speziell ausgewählten Welt mit einem bereits aktivierten Endportal sowie einer Simulation der notwendigen Zufallsereignisse.
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