Call of Duty: Black Ops 7 im Test – Die schlechteste Kampagne aller Zeiten
Black Ops 7 liefert starke Multiplayer-Action und frische Zombies-Ideen, kämpft jedoch mit deutlichen Schwächen in der Kampagne.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Seit über zwanzig Jahren dominiert Call of Duty das Shooter-Genre, hat über 500 Millionen Einheiten verkauft und ganze Generationen von Spielern geprägt. Doch mit Black Ops 7 erscheint die Serie diesmal nicht als König des Genres, sondern als Underdog. Während Battlefield 6 zur alten Stärke zurückfindet und ARC Raiders als frisches Multiplayer-Phänomen gefeiert wird, ging die Vorfreude auf den neuen Black Ops-Teil spürbar zurück. Wieder Zukunftssetting, wieder bekannte Mechaniken. Kann Treyarch diesmal wirklich überraschen?
Black Ops 7 im Test: Eine Geschichte ohne Seele
Die Kampagne setzt zehn Jahre nach dem legendären Black Ops 2 an. Raul Menendez, längst tot geglaubter Anführer von Cordis Die, taucht 2035 plötzlich wieder auf. Als David Mason, Sohn von Serienveteran Alex Mason, jagst du ihn gemeinsam mit einem JSOC-Team über den Globus. Was nach epischem Agenten-Thriller klingt, entpuppt sich jedoch als müde Abfolge belangloser Missionen.
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Anstelle packender Wendungen oder emotionaler Tiefe gibt es monotone Gefechte in der riesigen Avalon-Map, die sich wie ein Recycling alter Warzone-Gebiete anfühlt. Gegner sind endlose Zielscheiben, Missionen variieren kaum: laufen, schießen, Knopf drücken, wiederholen. Selbst ikonische Black Ops-Figuren werden nur als Nostalgie-Köder hineingeworfen. Eine Kampagne, die als Rückkehr zu den Wurzeln beworben wurde, fühlt sich in Wahrheit leer und lustlos an. Als müsste man einen Loot-Shooter spielen.
Das „Story-Telling“ wirkt gehetzt, die KI agiert unberechenbar, und Bosskämpfe schwanken zwischen bizarr und unfreiwillig komisch, während Macheten vom Himmel fallen. Kein Moment davon fühlt sich wie „Call of Duty“ an. Eher wie ein schlecht geschnittener B-Movie.
Man hätte es wie bei Black Ops 4 machen sollen: Einfach gar keine Kampagne veröffentlichen. Wer hier den vollen Preis zahlt, wird sich nicht freuen. So einfach ist das. Kurz: Black Ops 7 liefert die schwächste Kampagne in der gesamten Reihe. Wer sich hier „durchquält“ wird mindestens mit einer guten Final-Mission belohnt. Nach Abschluss der Kampagne wird der Endgame-Modus freigeschaltet, der bis zu 32 Spieler auf der offenen Avalon-Map zusammenbringt. Hier entfaltet die Welt endlich ihr Potenzial. Du sammelst Beute, schaltest Skill-Tracks frei und versuchst, vor Ablauf des Timers zu extrahieren. Es ist im Grunde das Warzone-Erlebnis, das Activision nie umgesetzt hat und das ironischerweise interessanter ist als die gesamte Story.
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Multiplayer: Alles schon gesehen…
Zum Glück bleibt der Multiplayer der rettende Anker, wenn auch altbacken. Hier zeigt Treyarch, dass man Gunplay noch immer meisterhaft beherrscht. Das Schussgefühl ist erstklassig, Trefferfeedback und Sounddesign gehören zur absoluten Spitze. Jede Waffe klingt, wirkt und spielt sich unterschiedlich. Allerdings darf man nicht den Fehler machen und bevor man Black Ops 7 spielt Battlefield 6 zocken. Man denkt man begeht eine Zeitreise.
Trotzdem: Das Time-to-Kill-Tempo wurde beibehalten und trifft weiterhin den Sweet Spot zwischen Dynamik und Fairness. Kämpfe sind schnell, aber nicht unfair. Reaktionsvermögen wird belohnt, ohne Einsteiger sofort zu bestrafen. Zwar wurde das Aim-Assist nach der Beta deutlich abgeschwächt, doch nach kurzer Eingewöhnung fühlt es sich natürlicher an.
Auch das Omnimovement-System kehrt zurück, jetzt inklusive Wall Jump: Mit einem Sprung an die Wand lässt sich ein zweiter Sprung ausführen, um höhere Positionen oder waghalsige „Trickshots“ zu erreichen. Keine Sorge: Jetpack-Chaos wie in Advanced Warfare bleibt aus. Das Feature ist elegant integriert und gibt den Maps zusätzlichen Rhythmus.
Maps, die wieder Spaß machen
Die Map-Auswahl gehört zu den besten seit Jahren. Nach dem schwachen Line-up von Black Ops 6 setzt Treyarch wieder auf klassische Dreiliniendesigns. Homestead, eine vereiste Siedlung unter den Nordlichtern, gehört zu den schönsten Maps der Reihe. Auch Raid kehrt zurück, diesmal als futuristische Variante im japanischen Stil.
Natürlich gibt’s auch Ausrutscher, aber die sind eher die Seltenheit. Insgesamt überzeugt das Map-Angebot: kompakt, lesbar, abwechslungsreich
Zombies: die unsterbliche Stärke von Treyarch
Wenn es um Zombies geht, ist Treyarch weiterhin unschlagbar. Ashes of the Damned, die neue Map, ist gigantisch: ein Mix aus neuen und alten Schauplätzen, verbunden durch dichte Nebelzonen, in denen tödliche Kreaturen lauern. Alles spielt in der Dark Aether-Dimension, wo sich bekannte Orte in albtraumhafte Spiegelbilder verwandeln.
Statt schnurgerader Laufwege navigierst du über Ol’ Tessie, ein alter Truck mit Schild und Pack-a-Punch-Maschine und einer sprechenden, abgetrennten Kopf-„KI“, die bissige Kommentare abgibt. Anfangs wirkt das manuelle Fahren lästig, aber schnell wird klar, wie clever das System das Team zum ständigen Risikoabwägen zwingt: Bleiben wir in Ashwood, oder riskieren wir die Fahrt zur Farm, um verlorene Perks zurückzuholen?
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Zombies in Black Ops 7 ist fordernd, unberechenbar und voller Geheimnisse. Fast die ganze Stärke des Spiels in einem Modus.
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Fazit zu Call of Duty: Black Ops 7 im Test
Call of Duty: Black Ops 7 ist (fast) kein Totalausfall, aber ein Spiel mit gespaltenem Herzen. Der Multiplayer liefert präzise Gunplay, hervorragende Maps und das gewohnt süchtig machende Gefühl. Zombies ist ein Volltreffer und beweist, dass Treyarch sein Handwerk in diesem Modus noch immer beherrscht.
Doch die Kampagne ist ein komplettes Desaster. Flach, leer und ermüdend. Was nostalgisch angekündigt wurde, entpuppt sich als wahre Ente. Ideenlos Kugeln herumwerfen mit anderen Spielern/Freunden. Die Koop-Kampagne soll Spaß machen, aber fühlt sich nie richtig gut an.
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Test-System: AMD Ryzen 9 7900; 64GB Dominator RAM DDR5-6000; AMD Radeon RX 7900 XTX 24GB DDR6; Gespeichert auf NVMe M.2. Corsair MP600 PRO XT; ASUS ROG STRIX X670E-F GAMING Motherboard
Black Ops 7 ist damit ein Spiel der Extreme: Ein großartiger Shooter im Kern, gefangen in einer schlechten Kampagnen und Spieloptik.
- Exzellentes Gunplay mit klarem Waffen-Feedback
- Gute Map-Auswahl, starkes Balancing
- Endgame-Modus bietet Warzone-Feeling
- Zombies: kreativ, spannend, voller Geheimnisse
- Kampagne ist inhaltlich und spielerisch schwach
- Kaum echte Innovationen im Multiplayer
- Recycelte Assets und Nostalgie-Overkill
- Bosskämpfe unfreiwillig komisch und langweilig
- Soll das ein Loot-Shooter sein?
- Spiel-Engine wirkt mehr als angestaubt im Vergleich mit Battlefield 6
- Grafik5Sorry, aber ich fühl mich wie im Jahr 2015. Optisch.
- Sound8Waffen-Sounds sind gut, aber nicht legendär.
- Gameplay6Alles schon da gewesen. Nur der Zombie-Modus rettet dieses Spiel.
- Story1Kaum etwas Schlechteres in meinem Leben gespielt.
- Motivation1Ich sehe für mich keinen Grund weiterzuspielen.
- Steuerung10Gewohntes Call of Duty-Feeling in Sachen Bewegung und Gunplay.
- Multiplayer8Die Maps sind gut und abwechslungsreich. Das Matchmaking funktioniert schnell und wird als "Ausgeglichen" empfunden.






