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Was hinter der Kritik an Games steckt – Mythen erklärt

Artikel von
Fortnite - (C) Epic Games

Jugendliche im Gamingzeitalter kennen langweiliges Warten überhaupt nicht mehr. Selbst fünf Minuten vor der Ankunft des nächsten Busses verfliegen rasch mit einem Spiel am Handy. Was ist an den Mythen um Gaming und Charakter wirklich dran?

Mythos Isolierung: Widerlegt

Gaming ist keinesfalls eine einsame Beschäftigung. Ein Spieler kann sich in Games wie Sea of Solitude vielmehr in die Einsamkeit von Spielhelden hineinversetzen. Emotionaler Zugang erlaubt auch die Beeinflussung der Handlung des Spiels. Anders als im realen Leben genügen ein paar Klicks für ein Happy End oder einen Cliffhanger zum Fortsetzen. Auch ist es Unsinn, dass leidenschaftliche Zocker sich sozial und gesellschaftlich gar nicht mehr mit anderen Menschen austauschen können. Wie bei allen Mythen um Hobbys und Beschäftigungstrends gilt auch hier: Das Maß macht den Einfluss.

Mythos Kommunikationsverweigerung: Widerlegt

Zurückgezogene Menschen gehen nicht gern ans Telefon oder an die Haustür. Sie setzen sich in der Kneipe lieber allein und bleiben im Bus lieber stehen, wenn nur einzelne Sitzplätze neben anderen Passagieren frei sind. Aber sie sind nicht so wegen ihres Hobbys Gaming. Vielmehr ermöglicht ein Leben mit Anrufbeantworter Ansage statt sofortiger Interaktion das langsame Kommunizieren nach eigener Laune. Kommunikationsverweigerung gibt es in allen Altersklassen und sozialen Schichten ebenso bei allen Menschen ohne Handy-Game und PC-Affinität.

Mythos Gesundheitsrisiko: widerlegt

Stundenlanges Sitzen und Zocken kann tatsächlich Haltungsschäden verursachen. Das ist aber in vielen Berufen ebenfalls Fakt. Begeisterte Gamer sind mental und emotional sehr intensiv in Bewegung. Körperlich regt die Aufregung beim Zocken sogar den Kreislauf an. Fällt an einer Person plötzlich eine Depression auf, hat die nicht das Geringste mit dem Spielkonsum zu tun. Allerdings sind Menschen mit bereits vorhandenen Problemen deutlich empfänglicher für die im Spiel programmierten Trigger. Die Jugend der Zukunft wird aber insgesamt nicht durchs Zocken krank.

Mythos Aggression: widerlegt

Gaming online macht nicht aggressiver als ein Brettspiel mit Freunden. Vorhandene Aggression wird vielmehr im Videoangebot intensiver, weil unbeobachtet ausgelebt. Fälle wie Amokläufe an Schulen stehen weder strategisch noch emotional im Zusammenhang mit der Tat. Leider sinkt die Hemmschwelle für Überschreitungen mit dem Maß des inneren, angestauten und für andere unsichtbaren Leidensdrucks solcher Menschen. Zocken ist nur einer von vielen Versuchen, diesen Druck abzubauen. Erklärungsversuche benutzen vielmehr Gaming als Alibi, um wahre Gründe wie Schulprobleme oder private Krisen nicht beleuchten zu müssen.

Mythos Passivität: widerlegt

Manche Schüler machen im Unterricht nicht mit, interessieren sich wenig für andere Freizeitaktivitäten oder reagieren emotional träge auf bestimmte Situationen. Aber keinesfalls werden sie durch Gaming passiv. Ganz im Gegenteil: Im Spiel sind Reaktionsgeschwindigkeit, strategische Überlegungen und Kreativität in Sekundenschnelle gefordert. Gaming ist daher sogar dazu geeignet, junge Phlegmatiker in einer aktiveren kognitiven Entwicklung zu unterstützen. Auch der Kontakt mit anderen Spielern beim MMO-Zocken ist förderlich für so wichtige Fähigkeiten wie Teamfähigkeit. Gute Nachricht für besorgte Eltern: Gaming ist keine lebensfremde Zukunft, sondern höchstens ein neues Hobby, das eines Tages im Alltag weniger angezweifelt wird.

Fazit

Gaming fasziniert und verändert das soziale Verhalten Jugendlicher bereits seit Jahrzehnten. Viele Erwachsene sorgen sich wegen der starken Begeisterung um die gesunde Entwicklung ihrer Kinder. Doch die meistzitierten Mythen lassen sich von beruflichen, schulischen und anderen Hintergründen ebenso erschaffen und sind schlichtweg falsch.